Ausbildungsstart in Tübingen
: Das sind die beliebtesten Handwerksberufe in der Region

1763 junge Menschen  beginnen in der Region eine Ausbildung im Handwerk, ähnlich viele wie im Vorjahr: Welche Berufe sind am beliebtesten – und in welchen Branchen gibt es noch freie Ausbildungsplätze?
Von
red/mosi
Tübingen
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8,4 Prozent mehr Gewerbeanmeldungen in Sachsen: ARCHIV - 22.07.2020, Niedersachsen, Sehnde: Ein Auszubildender zum KfZ-Mechatroniker steht unter einem Pkw in einer Werkstatt. (Symbolbild) (zu dpa: «Statistik: Zunahme bei Gewerbeanmeldungen in Sachsen») Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Kraftfahzeugmechatroniker ist auch im Kreis Tübingen einer der beliebtesten Handwerksberufe: 49 junge Leute beginnen ihre Ausbildung in diesen Tagen.

Julian Stratenschulte/dpa
  • Ausbildungsstart im Handwerk: 1763 neue Verträge bei der Handwerkskammer Reutlingen.
  • Seit Ende Juli kamen 246 Verträge hinzu – viele Entscheidungen fallen kurz vor Start.
  • Rund 500 Lehrstellen sind noch offen, Betriebe bleiben gesprächsbereit.
  • Beliebteste Berufe: Kfz-Mechatroniker, Elektroniker, Anlagenmechaniker SHK.
  • Im Kreis Tübingen beginnen 383 Ausbildungen, Elektroniker liegt mit 51 Verträgen vorn.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zum Stichtag 31. August 2026 sind bei der Handwerkskammer Reutlingen 1763 neue Ausbildungsverträge eingetragen. Das sind neun Verträge mehr als im letzten Jahr. Darüber informiert die Kammer am Montag (31. August). Christiane Nowottny, Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer Reutlingen beschreibt das als eine „erfreuliche Momentaufnahme und ein starkes Signal unserer Betriebe“.

Besonders deutlich werde die Dynamik am Ausbildungsmarkt im August: Ende Juli waren 1517 neue Ausbildungsverträge registriert. Damit sind innerhalb weniger Wochen 246 weitere Verträge hinzugekommen. „Viele Entscheidungen fallen kurz vor dem Ausbildungsstart“, so Nowottny. „Deshalb lohnt es sich für junge Menschen weiterhin, Betriebe direkt anzusprechen und die Lehrstellenbörse zu nutzen.“

500 Lehrstellen sind noch offen

Offen seien aber weiterhin knapp 500 Lehrstellen. Für Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsplatz haben oder sich neu orientieren möchten, bestehen also auch nach dem offiziellen Ausbildungsstart gute Chancen, heißt es von der  Reutlinger Kammer, die die Region mit den Landkreisen Reutlingen, Tübingen, Zollernalb, Sigmaringen und Freudenstadt betreut.

Besonders gefragt sind weiterhin technische und bauhandwerkliche Berufe. An der Spitze steht der Kraftfahrzeugmechatroniker mit 235 neuen Lehrverträgen. Es folgen die Elektroniker mit 184 Verträgen sowie die Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik mit 170 Verträgen. Stark vertreten sind außerdem die Zimmerer mit 135 Verträgen, die Friseure und die Maler und Lackierer mit jeweils 102 Verträgen sowie Tischler und Schreiner mit 88 Verträgen. „Die Zahlen zeigen, wo Zukunft im Alltag konkret wird: bei Mobilität, Energie, Klimaschutz, Wohnen, Versorgung und Gestaltung“, resümiert die Kammer. Die Statistik mache auch deutlich, wie breit die handwerkliche Ausbildung aufgestellt ist. Insgesamt verteilen sich die neuen Ausbildungsverträge auf 75 Ausbildungsberufe.

Im Kreis Tübingen, wo in diesen Tagen insgesamt 383 Leute ihre Ausbildung beginnen (359 im Vorjahr), ist der Elektroniker am beliebtesten: 51 junge Menschen beginnen ihre Ausbildung in diesem Beruf. Es folgt die Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker mit 49 neuen Ausbildungsverträgen und diejenige zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Zimmerer werden 35 neu ausgebildet, 23 Schreiner, 20 Maler und Lackierer, 19 Friseure.

Attraktiv auch für Abiturienten

„Ein Blick auf die Schulabschlüsse zeigt, dass die duale Ausbildung im Handwerk jungen Menschen mit unterschiedlichen Bildungsbiografien offensteht“, erklärt die Kammer. Der größte Anteil der neuen Auszubildenden in der Region bringe die Mittlere Reife mit. Sie machen mit 716 Verträgen rund 41 Prozent aus. 601 Auszubildende haben einen Hauptschulabschluss, das entspricht gut 34 Prozent. Gleichzeitig entscheiden sich auch viele junge Menschen mit Hochschulzugangsberechtigung für das Handwerk: 226 Auszubildende haben Abitur, weitere 104 die Fachhochschulreife. Zusammen sind das fast 19 Prozent. „Das Handwerk ist für Abiturienten ebenso attraktiv wie für Realschulabsolventen oder Hauptschülerinnen und Hauptschüler“, betont Nowottny. „Eine Ausbildung im Handwerk kann der Startpunkt für Meisterbrief, Selbstständigkeit, Betriebsübernahme oder ein anschließendes Studium sein.“

Auch internationale Nachwuchskräfte tragen zur Fachkräftesicherung bei. 105 neue Ausbildungsverhältnisse entfallen auf junge Menschen mit den in der Statistik gesondert ausgewiesenen Staatsangehörigkeiten, darunter Syrien, die Ukraine und Afghanistan.

Noch Chancen auf Stellen

Rund 500 Ausbildungsplätze sind in der Region noch offen. Das sieht die Handwerkskammer als Chance für alle, die sich noch nicht entschieden haben oder kurzfristig umorientieren möchten. Viele Betriebe seien weiterhin gesprächsbereit, heißt es. Auch Einstiegsqualifizierungen könnten jungen Menschen helfen, einen Betrieb und ein Berufsfeld kennenzulernen und anschließend in eine reguläre Ausbildung zu wechseln. „Niemand sollte denken, der Zug sei abgefahren“, sagt Nowottny. „Wer jetzt noch einen Ausbildungsplatz sucht, sollte sich unbedingt melden. Unsere Ausbildungsberaterinnen und Ausbildungsberater unterstützen Jugendliche, Eltern und Betriebe dabei, zusammenzufinden. Im Handwerk zählt nicht nur der Lebenslauf, sondern vor allem, ob jemand Lust hat, mit Können, Kopf und Händen die Zukunft mitzugestalten.“

In der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer sind noch viele Ausbildungsstellen gelistet. Die Ausbildungsberaterinnen und -berater der Handwerkskammer unterstützen Jugendliche, Eltern und Betriebe dabei, zusammenzufinden. www.hwk-reutlingen.de/lehrstellensuche