Attacke in Tübingen
: Mann greift Polizisten in Klinik an – Verdacht auf versuchten Totschlag

In der Notaufnahme der BG-Klinik griff am Sonntagvormittag ein 49-Jähriger einen Polizisten und eine Polizistin an. Beide wurden so schwer verletzt, dass sie derzeit dienstunfähig sind.
Von
Jonas Bleeser
Tübingen
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Festnahme Symbolbild: ARCHIV - 11.12.2024, Schleswig-Holstein, Kiel: Ein Polizist legt einem Mann Handschellen an. (Symbolfoto) (zu dpa: «Ballungsräume in Hessen melden die meisten Tötungsdelikte») Foto: Marcus Brandt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In der Notaufnahme der BG-Klinik rastete ein Betrunkener aus und verletzte zwei Polizeibeamte schwer. Nun sitzt er in Untersuchungshaft.

Marcus Brandt/dpa
  • Betrunkener griff in Tübinger Klinik zwei Polizisten an und verletzte sie schwer.
  • Der Vorfall ereignete sich am Sonntagvormittag, 11. Januar, in der BG-Klinik Tübingen.
  • Polizistin erlitt Jochbeinbruch, Polizist wurde gewürgt und gebissen – beide dienstunfähig.
  • Der Tatverdächtige, ein 49-jähriger Ukrainer, wurde in Untersuchungshaft genommen.
  • Ermittlungen wegen tätlichen Angriffs und versuchten Totschlags laufen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Warum der Mann so ausrastete, ist derzeit noch unklar. Laut einer gemeinsamen Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft war der 49-Jährige am Sonntagvormittag, 11. Januar, wegen einer blutenden Verletzung von Polizeibeamten in eine Tübinger Klinik gebracht worden. Die Verletzung hatte sich der Mann kurz zuvor bei einem Polizeieinsatz in Mössingen zugezogen. Dort war er mit zwei anderen Männern in Streit geraten. Worum es dabei ging, war am Dienstag nicht zu erfahren. Als die Polizei dazukam, soll er bereits dort Widerstand gegen die Beamten geleistet haben. Die Folge war eine blutende Verletzung.

Deshalb fuhren ein Polizist und seine Kollegin mit dem Mann in die Notaufnahme der BG-Klinik in Tübingen. Dort aber wollte sich der offenbar erheblich Betrunkene nicht versorgen lassen. Gleichzeitig weigerte er sich, die Klinik zu verlassen. Die Polizei erteilte ihm einen Platzverweis. Als er dem nicht nachkam, wollten die Polizisten ihn fesseln und nach draußen bringen.

Daraufhin soll der 49-Jährige die beiden jedoch massiv angegriffen haben: Er schlug ihnen gegen den Kopf, biss den Polizisten in die Hand und würgte ihn so heftig, dass der kurzfristig benommen war. Der Polizistin brach er das Jochbein. Erst durch den Einsatz eines Schlagstocks und mithilfe des Klinikpersonals gelang es schließlich, den Mann zu überwältigen.

Der 49-jährige Polizeibeamte und die 38-jährige Polizistin wurden bei dem Angriff so schwer verletzt, dass sie direkt in der Klinik ambulant versorgt werden mussten. Bis auf Weiteres sind beide dienstunfähig. Der bei der heftigen Auseinandersetzung ebenfalls verletzte Tatverdächtige wurde vorläufig festgenommen und nach seiner Behandlung im Krankenhaus in eine Zelle des Polizeireviers in Reutlingen gebracht.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Tübingen wurde der ukrainische Staatsangehörige am Montagnachmittag dem Haftrichter beim Amtsgericht Tübingen vorgeführt. Dieser erließ den beantragten Haftbefehl und ordnete gegen den Beschuldigten die Untersuchungshaft an. Er wurde daraufhin in ein Gefängnis gebracht.

Nun ermitteln die Staatsanwaltschaft Tübingen und das Kriminalkommissariat Tübingen unter anderem wegen des Verdachts des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte sowie – wegen des Würgens – auch wegen versuchten Totschlags.

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