Aktiv für Menschenrechte: Tübinger Verein ehrt Engagement in der Flüchtlingsarbeit

Symboldfoto
Markus Ulmer- Refugee Law Clinic erhielt den Menschenrechtspreis 2025 für Engagement in der Flüchtlingsarbeit.
- Der Preis würdigt lokale Initiativen, vergangene Gewinner waren das Lesehaus und Schwimmen für alle Kinder.
- Die Clinic schult Studierende für Asylrechtsberatung, unterstützt von Juraprofessor Jochen Bernstorff.
- Menschenrechtswoche thematisiert Armut, bietet Workshops, Vorträge und Kinderprogramme.
- Events wie Quiz zu Kinderarmut und Workshop zu Vermögensungleichheit finden am Wochenende statt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Bewusstsein für Menschenrechte fördern und gesellschaftliches Engagement stärken. Das hat sich der Tübinger Verein zur Menschenrechtswoche vorgenommen. Mit Workshops, Vorträgen und Gesprächsrunden bietet er dafür zum elften Mal vom 16. bis zum 22. Juni eine Plattform. Das Thema lautet: „Können wir uns die Reichen noch leisten? Menschenrechte und Armut.“
Den Auftakt zur Aktionswoche machte am Sonntag, 15. Juni, die Preisverleihung des jährlichen Menschenrechtspreises, den das Ausbildungsprogramm Refugee Law Clinic gewonnen hat. Der Preis ist eine symbolische Würdigung, bei der Menschen oder Gruppen aus dem Landkreis Tübingen für ihr Engagement geehrt werden. Die Auswahl traf eine Jury, die aus den Nominierten des vergangenen Jahres besteht. Das war das Lesehaus der Stadtbücherei Tübingen und die Initiative Schwimmen für alle Kinder.
Es fehlt Personal mit Expertise
„Wir haben gar nicht damit gerechnet, dass wir ausgewählt werden“, sagt die Projektleiterin der Refuge Law Clinic, Patricia Tumele, am Telefon. Die Organisation bietet Studierenden aller Fachrichtung eine Ausbildung, bei der Einblicke in das Völkerrecht, Migrationsrecht und Asylrecht gegeben werden. Unterstützt wird das Programm durch den Juraprofessor Jochen Bernstorff. Das Ziel der Ausbildung ist es, Studierende fit für die Flüchtlingsberatung zu machen. Dafür begleiten die Studierenden Beratungstermine in den Asylzentren in Tübingen, Reutlingen und Betzingen. Dort helfen Rechtsanwälte und ehemalige Richter, wenn Geflüchtete einen Bescheid vom Amt bekommen und ihn nicht verstehen. Oder sie bereiten mit ihnen zusammen Behördengänge oder Gerichtsprozesse vor.
„Es gibt erstaunlich wenig Rechtsanwälte, die auf Asylrecht spezialisiert sind“, sagt Tumele. Die Beratungsstellen bilden ein wichtiges Zwischenglied, da nicht für alles ein Rechtsanwalt nötig sei. In vielen Städten fehle es in den Beratungsstellen an Personen, die rechtliches Wissen haben. Darauf reagiere das Ausbildungsprogramm und habe deswegen bereits Anfragen aus Ulm, Calw und Ehingen bekommen.
Programm am Wochenende
Auch für das Wochenende hat die Menschenrechtswoche Programm: Am Freitag, 20. Juni, gibt es unter anderem im Café Dona Sá einen Workshop, der zeigt, wie Frauenkooperativen sozialer Ungleichheit entgegenarbeiten. Am Samstag bieten Unicef und Amnesty International in der Panzerhalle zwischen 12 und 16 Uhr ein Quiz zu Kinderarmut, eine Lesung für Kinder sowie Kinderschminken und Basteln. Am Sonntag bietet der Verein ATTAC Tübingen-Reutlingen und die Lebenshilfe einen Workshop zu Vermögensungleichheit ab 15 Uhr im Café Frieda. Das komplette Programm findet sich auf der Internetseite der Menschenrechtswoche.

