Verfolgungsfahrt bei Löwenstein
: Mutmaßlicher Unfallfahrer im Ausland festgenommen

Ein 17-Jähriger flüchtet mit einem Mercedes SL 55 AMG und wird wegen versuchten Mordes angeklagt. Umfangreiche Ermittlungen mehrerer Behörden führen schlussendlich zum Erfolg.
Von
Norbert Acker
Heilbronn
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Mercedes nach Verfolgungsjagd mit Polizei sichergestellt

Mit diesem Mercedes lieferte sich ein 17-Jähriger bei Heilbronn eine Verfolgungsjagd mit der Polizei. Jetzt wurde er in Großbritannien festgenommen.

Polizeipräsidium Heilbronn
  • Am 13. Oktober führte eine Verfolgungsfahrt eines gestohlenen Mercedes in Heilbronn zu einem Unfall.
  • Der 17-jährige mutmaßliche Täter aus Wüstenrot wurde nach umfangreichen Ermittlungen in Großbritannien festgenommen.
  • Die Staatsanwaltschaft Heilbronn beantragte Haftbefehl wegen Diebstahls, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und versuchten Mordes.
  • Internationale Zusammenarbeit ermöglichte die Festnahme und geplante Auslieferung nach Deutschland.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bereits am 13. Oktober endete für einen zunächst unbekannten Fahrzeugführer eines hochwertigen Mercedes gegen 2.25 Uhr eine Verfolgungsfahrt mit der Polizei mit einem Unfall auf der B39/Paul-Göbel-Straße in Heilbronn. Die auffallende Fahrweise des Mercedes zwischen Löwenstein und Weinsberg ist der Polizei zuvor von Zeugen gemeldet worden. „Schnell stellte sich heraus, dass der auffällige Mercedes kurz zuvor als gestohlen gemeldet worden war. Mehrere Streifenwagen wurden daher in Richtung des Pkws entsandt, die an verschiedenen Stellen versuchten, den Mercedes zu stoppen“, teilt das Polizeipräsidium Heilbronn mit.

Auf seiner Flucht vor der Polizei habe der unbekannte Fahrer mehrfach unvermittelt mit hoher Geschwindigkeit auf die Einsatzfahrzeuge zugehalten, die einen Zusammenprall nur durch Ausweichmanöver verhindern konnten. In der Paul-Göbel-Straße in Heilbronn prallte das Fahrzeug letztendlich mit hoher Geschwindigkeit gegen geparkte Autos. Trotz vermuteter Verletzungen durch den Unfall gelang dem Fahrer zu Fuß die Flucht vor der Polizei.

Erfolgloser Versuch einer Festnahme in Wüstenrot

Der auffällige Mercedes SL 55 AMG wurde von der Polizei sichergestellt, umfangreiche Spurensicherungsmaßnahmen wurden durchgeführt. Durch die im weiteren Verlauf durchgeführten Vernehmungen ergab sich ein Tatverdacht gegen einen 17-Jährigen aus Wüstenrot, der sich durch die Auswertung von im Mercedes aufgefundenen Spuren erhärtete. Die Staatsanwaltschaft Heilbronn hat am 22. Oktober einen Haftbefehl wegen Diebstahls sowie Fahrens ohne Fahrerlaubnis und versuchten Mordes gegen den jungen Syrer beantragt, der vom zuständigen Amtsgericht Heilbronn erlassen wurde. Der Versuch, ihn an seinem Wohnort in Wüstenrot unter Beteiligung des Spezialeinsatzkommandos der Polizei am 23. Oktober festzunehmen, blieb erfolglos.

Raser wird aus Großbritannien ausgeliefert

Durch umfangreiche Ermittlungs- und Fahndungsarbeit unter Zusammenwirken von Kriminalpolizei, Schutzpolizei, Landeskriminalamt, Bundeskriminalamt und Polizeidienststellen im In- und Ausland konnte der Beschuldigte schließlich am 6. November in Großbritannien festgenommen werden. Die Auslieferung nach Deutschland wird nunmehr in die Wege geleitet.

„Unsere Kriminalpolizei hat erneut eindrucksvoll bewiesen, dass sie aufwändige Ermittlungsarbeit mit langem Atem und dem nötigen Nachdruck führt, sodass der geflüchtete Tatverdächtige sogar im europäischen Ausland festgenommen werden konnte“, sagt Polizeipräsident Frank Spitzmüller. Das Zusammenwirken verschiedenster Fahndungs- und Ermittlungseinheiten innerhalb und außerhalb Deutschlands unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Heilbronn habe hervorragend funktioniert.

Auch der Leitende Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Heilbronn, Dr. Frank Schwörer, zeigt sich erfreut über den Ermittlungs- und Fahndungserfolg. Er beweise, dass internationale Zusammenarbeit funktioniert und so der Tatverdächtige einem Gerichtsverfahren zugeführt werden könne.

Der Fall sorgte für ein hohes öffentliches Interesse. Die Ermittlungen der Kriminalpolizeidirektion Heilbronn zur Tataufklärung gehen indes weiter.