Warnstreik tangiert Landkreis Hall
: Mehrere Busse fahren nicht

Am Dienstag streiken Busfahrer der SWEG in Dörzbach und Lauda-Königshofen. Betroffen sind auch Linien, die in den Landkreis Hall führen.
Von
Tobias Würth
Schwäbisch Hall
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Wie schon am 26. April wird auch am Donnerstag, 4. Mai, im ÖPNV Baden-Württemberg gestreikt.

ARCHIV - 26.04.2023, Baden-Württemberg, Gammertingen: Mitarbeiter der Südwestdeutschen Landesverkehrs GmbH (SWEG) stehen bei einer Kundgebung im Rahmen eines Warnstreiks auf vor dem Bahnhof in Gammertingen. Der Verdi-Warnstreik in Teilen des öffentlichen Nahverkehrs ist auch in Baden-Württemberg angelaufen. (zu dpa: «Warnstreik im Südwesten angelaufen - Einschränkungen bei SWEG») Foto: Bernd Weißbrod/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Mitarbeiter der Südwestdeutschen Landesverkehrs GmbH (SWEG) stehen bei einer Kundgebung im Rahmen eines Warnstreiks am Haller Busbahnhof.

Archiv/SWP

Die Linien 26/28 führen von Künzelsau über Braunsbach und Untermünkheim zum Hessentaler Bahnhof. Auch die Linie 33 von Waldenburg nach Sailach und Forsthaus sind für Bewohner des Landkreises Schwäbisch Hall von Bedeutung. Auf diesen und vielen weiteren Linien der Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH (SWEG) kommt es am 15. Oktober zu Ausfällen. Verdi kündigt einen Warnstreik an. Der Verkehrsbetrieb informiert die Fahrgäste auf: www.sweg.de

„Betroffen von den Arbeitsniederlegungen ist die SWEG mit den Standorten Dörzbach und Lauda-Königshofen im Raum Heilbronn Franken. Verdi rechnet mit teilweise erheblichen Auswirkungen auf den Fahrdienst und Ausfällen im Busverkehr in den Landkreisen Main-Tauber, Schwäbisch Hall und Hohenlohe.“ Der Stadtbus in Hall ist wie andere Betriebe im Landkreis auch nicht betroffen. Denn es geht nicht um die Tarife der privaten Omnibusunternehmen, wie Christian Störtz von Verdi auf Nachfrage versichert.

In der bundesweiten Entgeltrunde Eisenbahntarifvertrag (ETV) im regionalen Nahverkehr sind in Baden-Württemberg nur wenige Linien der SWEG betroffen, die durch den Landkreis Hall führen.

„Mit dem bisherigen Kurs der Arbeitgeber sind selbst bei deutlich sinkender Inflation weitere Reallohnverluste vorprogrammiert. Der bereits bestehende Personalmangel im ÖPNV wird sich hierdurch nur verstärken. Der Warnstreik ist nötig, um die Arbeitgeber an ihrer Verantwortung für die Arbeitsbedingungen zu erinnern und den regionalen Nahverkehr nachhaltig zu stärken“, schreibt Verdi.

Mit dem Warnstreik reagiere die Gewerkschaft auf das „völlig unzureichende“ Angebot der Arbeitgeber in der ersten Verhandlungsrunde am 7. Oktober, das tabellenwirksam lediglich eine Erhöhung um drei Prozent im April 2025 vorsieht, bei einer Laufzeit von 24 Monaten.

Verdi fordert 350 Euro mehr pro Monat ab Oktober 2024 bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sowie eine Inflationsprämie in Höhe der noch möglichen 1300 Euro. Hier sind nur 600 Euro angeboten.

Die Verhandlungen werden am 11. November fortgesetzt.

Der ETV, „Tarifvertrag für die Bediensteten der nichtbundeseigenen Eisenbahnen und von Kraftverkehrsbetrieben“, regelt die Arbeitsbedingungen und Entgelte von etwa 6.000 Beschäftigten in rund 40 Betrieben in ganz Deutschland. In Baden-Württemberg fallen unter anderem die SWEG und die AVG unter diesen speziellen Tarifvertrag.