Tierrettung in Schwäbisch Hall: Passanten helfen der orientierungslosen Nilgansfamilie

Die beiden Nilganseltern scheinen Antonietta Hörger (Mitte) – zumindest phasenweise – als Leitfigur zu akzeptieren und folgen ihr über den Haalplatz zum Fluss. Volker Weber lenkt mit einer Kladde die Tiere in die richtige Richtung.
Tobias Würth- Zwei Passanten helfen einer orientierungslosen Nilgansfamilie in Schwäbisch Hall.
- Antonietta Hörger und Volker Weber leiten die Tiere sicher zum Fluss.
- Die Küken drohen, sich zwischen Autos und Hunden zu verirren.
- Die Helfer führen die Tiere über den Haalplatz zur Kocherflotte.
- Alle acht Küken und ihre Eltern erreichen sicher den Fluss.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Verwirrt stoßen zwei Nilgänse am Dienstagvormittag laute Schreie aus. Autos, Hunde, Spaziergänger: Die zarten Küken rennen in verschiedene Richtungen. An der Ecke Hafenmarkt/Haalstraße droht das entsetzliche Drama: Die Familie steht kurz davor, getrennt zu werden oder orientierungslos durch die Altstadt zu irren. Wo können die Küken überhaupt in den Kocher hüpfen, ohne vor einer unüberwindbaren Steinbalustrade zu stehen?

Fast wie Schülerlotsen: Passanten leiten die Tiere zum Wasser.
Tobias WürthSparkassenmitarbeiterin Antonietta Hörger hört die Schreie, eilt ohne Jacke auf die Straße hinunter. „Ich habe gemerkt, dass sie den Weg nicht finden. Dann kamen die Hunde. Und dann habe ich gedacht, da muss ich helfen“, sagt sie.
Kurioserweise scheinen die Vögel die Frau mit der braun gemusterten Bluse – zumindest phasenweise – als Leitfigur zu akzeptieren. Sie watscheln ihr hinterher. Auch der Passant Volker Weber erfasst die Situation intuitiv. Er leitet die Tierchen, die immer wieder Reißaus nehmen wollen, in die richtige Bahn.

Am Ziel angelangt: nur noch die Stufen herunter.
Tobias WürthEndet die Tierrettung in einer Sackgasse? Auf dem Haalplatz geht es nicht weiter. Autos kreuzen den Weg. Die Helfer rufen sich mitten auf dem Haalplatz, zwischen den Autos, rasch zu, dass eine Treppe zum ehemaligen Standort der Kocherflotte führt. Doch kurz vor der rettenden Aussparung in der Mauer wollen die Nilgänse kehrt machen. Mit vereinten Kräften gelingt es, die tapferen Küken, die ab und zu stolpern und schon mal purzelbaumartig über Hindernisse kullern, zu ihrem Lebensraum zu leiten.
Möglicherweise hätten die Tiere auch eine längere Zeit später allein zum Fluss gefunden. Doch dank der menschlichen Hilfe für die gefiederten Freunde kommen sie sicher an. Der Kocher ist eben nicht der Nil. Wie will man sich da richtig orientieren?

So süß sind die kleinen Küken. Alle acht gelangen ans Ziel.
Tobias Würth