Schwäbisch Hall im Rückblick: Haller im Seidenraupenfieber

Seidenraupenkokons auf der Landesgartenschau in Heidenheim (Symbolfoto).
Landesgartenschau Heidenheim- Schwäbisch Hall gründete 1831 den ersten Gewerbeverein in Württemberg.
- Ziel war die Förderung des Gemeinwohls und der Gewerbe in Hall und Umgebung.
- Der Verein setzte auf Seidenbau: Maulbeerbäume, Raupeneier und Beratung aus Hohenheim.
- Man erwartete hohe Erträge, doch die Seidenraupenzucht scheiterte und wurde aufgegeben.
- Einige Maulbeerbäume stehen noch, etwa in der Oberen Herrngasse – später gepflanzt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Hall war die erste württembergische Kleinstadt, die 1831 einen Gewerbeverein gründete, der auch sofort in Aktion trat und dessen erklärter Zweck die „Beförderung alles Gemeinnützigen und insbesondere der Gewerbe in Hall und in der Umgegend“ war.
Der Verein entfaltete von der ersten Stunde seiner Existenz an große Aktivitäten: Er förderte mit Nachdruck den sogenannten Seidenbau, wobei alle Gartenbesitzer aufgerufen waren, „zur Emporbringung dieses Industriezweiges alles Mögliche beizutragen“. Ein Pfarrer (Hanberger) stellte seinen Krautgarten (beim ersten Gradierhaus) dem Verein kostenlos zur Verfügung. Man machte sich immense Vorstellungen von den Gewinnen aus diesem Unternehmen.
Das schreibt Kuno Ulshöfer in einem Aufsatz über die Industrie in Schwäbisch Hall. Er war von 1965 bis 1984 als wissenschaftlicher Archivar und Leiter am Stadtarchiv Schwäbisch Hall tätig.
2000 Euro pro Baum Gewinn
600 Maulbeerbäume und eine 900 Schuh lange Maulbeerhecke sollten die Grundlage für die neue Industrie sein. Die Anlage, so rechnete man aus, würde ein Kapital von 24.000 Gulden verzinsen! Bei einem Ertrag von 10 Pfund Blättern pro Baum konnte man 5 Lot Raupeneier aussetzen, die 200 Pfund Cocons beziehungsweise 20 Pfund abgehaspelte Seide zu 200 Gulden ergaben. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts, also etwas später, entsprach ein Gulden in der Kaufkraft etwa 10 Euro.
In der damaligen Zeit war Seide offensichtlich ein heiß begehrtes Luxusgut.
Der comburgische Oberforstmeister, Graf von Üxkuell, stiftete dem Verein 1.000 Maulbeerbäume gratis, der Stuttgarter Extraprobator (außerplanmäßiger Beamter) Pfeiffer überließ ihm 500 Seidenraupeneier. 22 Bürger pflanzten Maulbeerbäume in ihren Gärten an. Trotz der Beratung durch das Landwirtschaftliche Institut zu Hohenheim und der Hilfe der Stadt Hall hatte der Gewerbeverein wenig Erfolg in der Seidenraupenzucht. Er gab sie auf, schreibt Kuno Ulshöfer.
Noch heute stehen wenige Maulbeerbäume in Schwäbisch Hall. Einer davon in einem Garten in der Oberen Herrngasse. Dieser Baum wurde allerdings viel später angepflanzt.
