Sängerin Loi
: Mit Mut und Offenheit zu mehr Selbstliebe

InterviewDie junge Künstlerin spricht im Interview für das Azubi-Magazin Next Step über ihren Werdegang, wie sie mit Anfeindungen im Netz umgeht und ihre große Live-Tour 2026.
Von
Eileen Schirle
Landkreis
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Sängerin Loi aus Mannheim, Coverstar Juli-Ausgabe 2025 von Next Step

Sängerin Loi ist Cover-Star der Juli-Ausgabe des Azubi-Magazins Next Step der SÜDWEST PRESSE Hohenlohe.

Philipp Gladsome

Liebe Loi, in unserem Magazin stellen wir dieses Mal Industrieberufe vor. Erdbeerjoghurt, Concealer oder Kaffeemaschine – gäbe es die Industrie nicht, würde unser Leben ganz anders aussehen. Auf welches Produkt könntest du nicht verzichten?

Auf meine Zahnbürste! Wenn man einen frisch geputzten Mund hat, fühlt man sich einfach gleich viel besser. Auf mein Handy könnte ich ebenfalls nicht verzichten. Und auf das Klavier.

In der Maschinenhalle arbeiten, Produkte herstellen und verkaufen – wäre das auch etwas für dich gewesen, wenn es mit der Musikkarriere doch nicht geklappt hätte?

Eher nicht. Ich liebe Tiere und vermutlich hätte ich einen Beruf gewählt, bei dem man mit Tieren zu tun hat. Aber ich ziehe vor jedem den Hut, der sich für Mathematik und Physik begeistern kann.

Deine Karriere startete damals bei „The Voice Kids“. Wie war diese Zeit für dich und was nimmst du davon mit?

Damals bin ich zum ersten Mal auf einer großen Bühne gestanden. Ich habe die Zeit wirklich sehr genossen. Meine Mama hat mich immer angefeuert – gleichzeitig war sie aber sehr achtsam und hat mir immer versichert, dass es gar nicht so schlimm ist, sollte ich jetzt aus der Show fliegen. Insgesamt war es einfach eine super schöne Erfahrung, für die ich sehr dankbar bin. Die Zeit bei „The Voice“ hat mich in meinem Wunsch, Sängerin zu werden, nochmals bestärkt.

Welche Künstler haben dich in deiner Jugend inspiriert?

Ganz klar Adele. Meine erste CD war von ihr. James Arthur und Ed Sheeran haben mir auch schon immer gefallen. Ich stehe einfach auf die klassischen Singer-Songwriter.

Neben deiner Coverversion von „Blinding Lights“ von TheWeekend ging auch ein von dir gesungenes Pancake-Rezept auf Tiktok viral. Wie bist du auf die Idee gekommen?

Ich hatte einfach Spaß daran, mich mittags nach der Schule vor die Kamera zu setzen und Songs zu covern. Das wurde dann Schritt für Schritt immer professioneller. Unter einem der Videos hat jemand kommentiert, ich könnte alles singen und es würde sich wunderschön anhören. Das wollte ich ausprobieren und habe ein Pancake-Rezept vorgesungen. Das kam ja super an, was mich wirklich überrascht hat. Man kann zwar vieles beeinflussen, aber ob ein Clip erfolgreich ist, kann man nie so genau sagen.

Hast du das Rezept eigentlich mal ausprobiert?

Nein, aber ich kann es in- und auswendig. Ich könnte also jederzeit Pancakes backen (lacht).

Sängerin Loi aus Mannheim

Mit Covern auf Social Media ist Loi berühmt geworden – jetzt steht sie mit ihren eigenen Songs auf den ganz großen Bühnen.

Philipp Gladsome

Das ist Loi

Loi (bürgerlich Leonie Greiner) ist 2002 in Mannheim geboren und aufgewachsen. Schon in jungen Jahren nahm sie an Musikwettbewerben teil, unter anderem 2017 an der Castingshow „The Voice Kids“, bei der sie bis ins Finale kam. Mit ihrer Single „Gold“ gelang ihr 2022 der Durchbruch im Musikbusiness. Es folgten weitere Hits wie „Am I Enough“ und „Left in your Love“ – diesen Titel trägt auch ihr Debütalbum, das Anfang dieses Jahres erschien. Übrigens: Der Künstlername Loi basiert auf ihrem früheren Spitznamen „Leonie Löwenherz“. Er ist an die poetische Form „leu“ für Löwe angelehnt.

Tickets für die Tour gibt es online: chimperator-tickets.de/loi/.

Wie wichtig ist Social Media für dich?

Eigentlich ist Social Media aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken. Auf Instagram und Tiktok komme ich mit meinen Followern in Kontakt und kann meine Musik präsentieren. Aber natürlich erzeugt das auch Druck. Was ist gerade angesagt? Was poste ich als nächstes? Wie sehen meine Followerzahlen aus? Diese Fragen beschäftigen mich.

Das klingt ganz schön professionell …

Das ist es auch. Durch die vielen Cover, die ich hochgeladen habe, konnte ich auch international meine Reichweite vergrößern. Das heißt, ich muss nicht mehr nur den deutschen Markt bedienen, sondern muss auch wissen, was beispielsweise in Brasilien gerade im Trend liegt.

Wie gehst du mit Hate um?

Leider begleitet mich Hate schon mein ganzes Leben. Ich habe ein relativ großes Muttermal im Gesicht, weswegen mich schon immer viele Menschen komisch angeschaut haben. Ich musste also schon früh lernen, damit umzugehen. Mein Umfeld hat mir dabei sehr geholfen. Oft reicht eine einzige Person aus, die einem zuhört und unterstützt. Darüber reden hilft sehr.

Du setzt dich auch für Bodypositivity ein. Was bedeutet Bodypositivity für dich persönlich und was möchtest du deinen Fans in Bezug auf Selbstliebe mitgeben?

Mein Körper und mein Selbstbild waren schon immer ein sehr großes Thema für mich. Ich hatte lange mit mir zu kämpfen, konnte mich nicht richtig akzeptieren. Daraus ist der Song „Am I Enough“ entstanden. Das Feedback dazu hat mich sehr gerührt. Zum ersten Mal wurde mir bewusst, dass es anderen Leuten auch so geht. Ich empfehle allen, die mit ihrem Körper struggeln, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Gerade das Schreiben des Songs hat mir zum Beispiel sehr geholfen, meine Gedanken zu ordnen und mit mir ins Reine zu kommen.

Nächstes Jahr startet deine große „Left in your Love“- Tour. Was dürfen deine Fans erwarten?

Eine tolle Show mit ganz vielen Songs! Ich werde einige Geschichten zu den Liedern erzählen und gemeinsam werden wir einfach schöne Abende verbringen.

Und wie sehen deine kommenden Monate aus?

Es stehen noch einige Festivals an. Und ich werde natürlich neue Musik veröffentlichen. Mit Interviews, Drehs und Social Media wird mir ganz sicher nicht langweilig!

Alle Infos zum Magazin „Next Step“

Zweimal jährlich – einmal im März und nochmal im Juli – veröffentlicht die SÜDWEST PRESSE Hohenlohe das Magazin „Next Step“, das sich an junge Menschen richtet, die auf der Suche nach ihrem beruflichen Werdegang sind. Darin enthalten sind zahlreiche Berufsporträts von Azubis und Studierenden aus der Region, Geschichten von echten Machern, die bereits die Karriereleiter nach oben gestiegen sind, und viel Wissen zu Ausbildung, Studium, Bewerbung und Co. Jede Ausgabe ziert zudem eine andere prominente Persönlichkeit das Cover und steht im großen Next Step-Interview Rede und Antwort.

Das Magazin gibt es als gedruckte Variante oder kann kostenlos in der Online-Ausgabe gelesen werden.