Personal der Stadt Schwäbisch Hall: Neustart in der Kita-Verwaltung

Alle Hände an Deck: Die Kita-Verwaltung wird neu strukturiert.
epdMit 17 städtischen Kindertageseinrichtungen und insgesamt 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ist der Fachbereich Frühkindliche Bildung, Schulen und Sport der größte in der Stadtverwaltung. Und es stehen dort riesige Aufgaben an. Der Mangel an Erzieherinnen und Erziehern zwang die Stadtverwaltung in den letzten Jahren dazu, die Angebote eher einzuschränken, anstatt sie auszuweiten. Zuletzt machte das umstrittene Gewaltschutzkonzept Schlagzeilen. Die Verwaltung hat bereits angekündigt, das Thema Kita-Gebührenerhöhung wieder in den Gemeinderat einzubringen, nachdem die Beiträge über Jahre stabil geblieben waren.
Fachbereichsleiter geht
Kürzlich hatte der zuständige Fachbereichsleiter Christoph Klenk angekündigt, die Verwaltung zu verlassen. „Es ist natürlich immer schwierig, wenn die Stadtverwaltung einen Mitarbeiter verliert“, sagt Oberbürgermeister Daniel Bullinger. „Aber es ist auch eine Chance.“ So könne die Struktur überprüft werden.
Daniel Bullinger und der neue Sozialbürgermeister Marcel Miara, der offiziell am 1. Januar sein Amt antritt, wollen die Zuständigkeiten verändern. Die Aufgaben für Schule und Sport werden in den Fachbereich 51 „Soziales“ verschoben, den Patrick Domberg verantwortet. Domberg ist bereits jetzt auch für das Thema Jugend zuständig, sodass die Bereiche Schule und Sport zu dem Aufgabenfeld passen.
Präzisere Stellenausschreibung
Ganz konkret bedeutet das: Ein bald von weiteren Aufgaben befreiter Fachbereich 50 kümmert sich einzig um die Kindertagesstätten. „Wir versprechen uns davon eine Konzentration auf die frühkindliche Bildung“, sagt Bullinger. Das habe auch Vorteile für die Stellenausschreibung. Ein Experte rein für die frühkindliche Bildung sei sicherlich einfacher zu finden, als jemand, der sich nebenbei auch noch um den großen Bereich der Ganztagsangebote an Schulen kümmern müsse. „Wir haben jetzt ein attraktives Berufsfeld geschaffen“, ist sich Bullinger sicher.
„Es geht um den Fokus auf frühkindliche Bildung“, präzisiert Marcel Miara, der die Ernennungsurkunde als Bürgermeister und damit dritter Haller Dezernatsleiter, bereits erhalten hat, aber sein Amt erst im neuen Jahr offiziell antritt. Auch die innere Struktur des Fachbereichs werde geändert. So soll es zwei Bereichsverantwortliche geben für die Kindergärten, aufgeteilt in Ost und West. Auch diese beiden Stellen werden jetzt ausgeschrieben. Ein neues Führungsteam der Kitas soll „Power in diesen Bereich“ bringen, wie es Miara formuliert. Die Zusammenarbeit der Einrichtungsleiterinnen mit der zentralen Kita-Verwaltung soll verbessert werden. Bullinger: „Wir erwarten eine Stabilisierung bei allen Themen der Kindergärten.“ Der Gemeinderat habe den Änderungen bereits zugestimmt.
Schlagkraft entwickeln
Oberbürgermeister Daniel Bullinger hat in einem Interview die Verwaltungsreform als ein zentrales Anliegen genannt. Über die Erweiterung der Verwaltung von zwei auf drei Dezernate werden nun weitere Verästelungen umgesetzt. „Diese Reform ist richtig. Wir haben eine riesige Vielfalt an Angeboten in der Stadt. Wir haben viele städtische Tochterunternehmen und stadtnahe Vereine.“ Eine angemessene Verwaltungsstruktur, so wie sie jetzt geschaffen wurde, sei absolut nötig. „Wir haben die Verwaltung jetzt gut aufgestellt“, sagt Bullinger abschließend. Wenn im Laufe des nächsten Jahres alle neuen Mitarbeiter an Bord sind, dann „sind wir schlagkräftiger als zuvor“.
Änderungen im Fachbereich Personal und Recht
Rainer Wunderlich ist ein Unikum in der Stadtverwaltung. Er leitet in Personalunion den Fachbereich Personal/Recht und ist zudem Abteilungsleiter Recht. Der Beamte wird aber gegen Ende des Jahres 2026 in den Ruhestand gehen. Er wird nicht eins zu eins ersetzt. „Wir werden die Aufgaben Recht und Personal trennen“, sagt Oberbürgermeister Daniel Bullinger.
Zudem hat Mathias Waack, bisheriger Leiter des Fachbereichs Organisation und IT, auf eigenen Wunsch die Stadtverwaltung verlassen. Sein Posten wird ebenfalls nicht eins zu eins nachbesetzt. „Wir haben bei der IT eine so gut organisierte Abteilung, sodass wir zwei Fachbereiche guten Gewissens zusammenfassen können“, sagt Oberbürgermeister Daniel Bullinger. Eine Fachbereichsleiterstelle wird zwar eingespart, die Stelle eines Juristen aber neu geschaffen.
Die beiden Fachbereiche Organisation/Digitalisierung und Personal/Recht werden künftig vereint. Der neue Fachbereich trägt den Namen „Personal, Organisation und Digitalisierung“. Die Änderung tritt in Kraft, sobald die Leitung des Fachbereichs Personal, Organisation und Digitalisierung besetzt ist.
Die bisherige Abteilung Recht wird dann als Stabsstelle Recht geführt, die beim Oberbürgermeister angesiedelt ist. Diese Änderung tritt in Kraft, sobald die Stelle des Referenten Recht besetzt ist. Dafür soll es Übergangszeiten geben, damit die neuen Mitarbeiter gut eingearbeitet werden können.
