Next Step-Porträt: DH-Studium „Personalisierte Ernährung“: Mit Mut und einem großen Wissensdurst

Julia Gunnesch hat durch verschiedene Erlebnisse ihre Affinität für Ernährung und Bewegung entdeckt. Nun legt sie auch beruflich den Fokus darauf.
Alisa Grün- Julia Gunnesch studiert „Personalisierte Ernährung“ dual an der DHBW Heilbronn und bei MensSana.
- Auslöser waren ihre Affinität zu Ernährung und Sport sowie die Diabetes-Diagnose der Mutter.
- Sie fand MensSana per Initiativbewerbung – das Unternehmen stellt Nahrungsergänzung her.
- Studium kombiniert Humanernährung, Medizin, Naturwissenschaften und Technik mit Programmieren.
- Berufsfelder reichen von Diagnostik und Beratung bis Health Tech und betrieblicher Gesundheit.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Einfach mal die Initiative ergreifen und sich das Partnerunternehmen fürs duale Studium selbst suchen? Funktioniert! Julia Gunnesch aus Waldenburg hat es vorgemacht. Sie studiert seit Oktober an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Heilbronn das Fach „Personalisierte Ernährung“ und bei MensSana in Forchtenberg. Das Unternehmen ist auf Nahrungsergänzungsmittel spezialisiert.
„Ich kannte MensSana schon, da ich mich dort für ein Praktikum interessierte. Das kam leider nicht zustande, weil es bei mir zeitlich nicht hinhaute“, erinnert sich die 19-Jährige. Dass sie beruflich in die Gesundheits- und Ernährungsbranche eintauchen möchte, kristallisierte sich nach ihrem Abitur aber immer mehr heraus. „Ich hatte schon immer eine Affinität für Bewegung und Ernährung, wollte eigentlich auch mal zur Polizei, aber dafür sind meine Augen leider zu schlecht.“ Als dann vor einiger Zeit ihre Mutter mit Typ-2-Diabetes diagnostiziert wurde, fuchsten sich Julia und ihre Mutter so richtig in die Thematik rein. „Da wurde bei uns zu Hause erstmal die gesamte Ernährung umgekrempelt.“
Neuer Studiengang zum richtigen Zeitpunkt
Dabei habe sie erstmals so richtig gemerkt, welchen Einfluss Nahrung in Kombination mit Sport auf die Gesundheit habe – nicht nur, wenn bereits ein Leiden vorliegt, sondern vor allem präventiv. „Da wollte ich unbedingt dranbleiben und habe mich in die Recherche gestürzt“, erinnert sich Julia. Zeitgleich ist ihre Mutter über den neuen Studiengang „Personalisierte Ernährung“ gestolpert – der entstand aus einem Forschungsprojekt heraus und wird erst seit Oktober 2025 angeboten. „Ich habe mir die Inhalte durchgelesen und relativ schnell gewusst, dass er das Beste aus allen Bereichen enthält, die mich interessieren.“ Nun musste nur noch der passende duale Partner her.
Viele Betriebe waren entweder zu weit weg oder aus Branchen, die Julia nicht zusagten. Was also tun? „Dann kam mir MensSana in den Kopf, zu denen ich ja bereits mal Kontakt hatte.“ Julia schrieb ganz mutig eine Initiativbewerbung und hatte Erfolg. „Das kann ich jedem empfehlen, dem es vielleicht ähnlich geht wie mir damals.“
Überraschung: Sie entdeckt das Coden für sich
Ab Oktober drückte sie innerhalb ihrer ersten Theoriephase, die jeweils zwölf Wochen dauern, mit nur neun weiteren Kommilitonen die „Hörsaal-Bank“ in Heilbronn. Der Lehrplan enthielt zunächst einmal die Grundlagen in der Humanernährung, medizinisches Wissen zur Anatomie der menschlichen Organe sowie naturwissenschaftliche Grundlagen rund um anorganische und organische Chemie und Physik. „Was mir überraschenderweise besonders Spaß macht, ist der technische Part meines Studiums“, berichtet Julia. Dabei stehen Ernährungs-Apps, Wearables oder Künstliche Intelligenz (KI) im Fokus. Die Studierenden lernen außerdem nach und nach das Programmieren.
Gut zu wissen: Jobperspektiven nach Abschluss
Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs „Personalisierte Ernährung“ sind später beispielsweise in der Diagnostik, Therapie und Beratung tätig und beschäftigen sich dort mit der Prävention von ernährungsbedingten Erkrankungen sowie mit der Gesundheitsförderung von bereits erkrankten oder gefährdeten Personen. Sie nutzen hierfür digitale Technologien zur individuellen Analyse und Beratung. Weitere Einsatzbereiche: Leistungssport und Fitness, Gemeinschaftsverpflegung, Hotellerie und Gastronomie, Health Tech, Betriebliche Gesundheitsförderung oder Delivery-/To-go-Handel.
Informatik und Ernährung – wie soll das denn nun aber zusammenpassen? „Ganz einfach: Die Ernährung der Zukunft ist nicht ohne Technik denkbar. Sie wird sehr personalisiert, etwa über Datenmessungen per Smartwatch oder den Einsatz von KI, betrachtet.“ Sobald sie den Bachelor- of-Science-Grad erreicht haben, sollen die Studierenden also das Handwerkszeug erlernt haben, um diese Daten ideal zu nutzen – „zum Beispiel, indem wir eine App dafür entwickeln können.“
Fast jeder Tag bringt einen Aha-Moment
Insgesamt sechs Semester umfasst das Studium in Heilbronn. Ergänzt wird das durch sechs Praxisphasen beim Partnerunternehmen. Aktuell ist Julia bei MensSana für das Erstellen diverser Blog-Artikel zuständig. „Ich schreibe für unseren Online- Auftritt viele Artikel rund um die Mikronährstoffe, die auch in unseren Produkten enthalten sind. Dafür recherchiere ich zunächst gründlich, wälze wissenschaftliche Studien – und bin immer wieder erstaunt, was ich da Neues lerne.“ Deshalb postet sie nun auch innerhalb des MensSana-Teams einen „Fakt der Woche“, um ihre Erkenntnisse zu teilen. „Ein Beispiel: Manche Menschen haben Gelüste auf Asche, Kalk oder Eiswürfel, was auf einen sehr starken Eisenmangel hindeuten kann – das muss aber natürlich durch einen Arzt abgeklärt werden.“
Julia wird während ihren Praxisphasen aber auch noch andere Bereiche kennenlernen, wie etwa das Marketing oder den Außendienst. Sie hat außerdem eine Betreuerin, die sie regelmäßig anleitet oder ihr Neues beibringt. „Ich bin wirklich jeden Tag begeistert, was ich lernen darf!“ Wer sich für den Studiengang interessiert, sollte Julia zufolge vor allem ganz viel Wissensdurst auf Ernährung, Gesundheit, aber auch Naturwissenschaften und Technik mitbringen. „Ich bin mir sicher, dass es nach dem Abschluss später für jeden Charaktertypen ein passendes Berufsfeld gibt“, unterstreicht sie.
Alle Infos zum Magazin Next Step
Zweimal jährlich – einmal im März und nochmal im Juli – veröffentlicht die SÜDWEST PRESSE Hohenlohe das Magazin Next Step, das sich an junge Menschen richtet, die auf der Suche nach ihrem beruflichen Werdegang sind. Darin enthalten sind Berufsporträts von Azubis und Studierenden aus der Region, Geschichten von Machern und viel Wissen zu Bewerbung und Co. Jede Ausgabe ziert zudem eine andere prominente Persönlichkeit die Titelseite und steht im großen Next Step-Interview Rede und Antwort.
Hier entlang zur Online-Ausgabe von Next Step.