Next Step Berufsporträt: Ausbildung zur Kosmetikerin
: Sie freut sich über jedes neue Gesicht

Emma Lang macht bei Silke Schwing in Künzelsau eine dreijährige Ausbildung zur Kosmetikerin. Im Fokus steht dabei hauptsächlich die gesunde Haut.
Von
Alisa Grün
Künzelsau
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Kosmetikerin-Azubine Emma Lang freut sich jeden Tag darauf, ihre Kunden auf dem Weg zu gesunder Haut zu begleiten.

Kosmetikerin-Azubine Emma Lang freut sich jeden Tag darauf, ihre Kunden auf dem Weg zu gesunder Haut zu begleiten.

privat
  • Ausbildung zur Kosmetikerin in Künzelsau: Emma Lang ist im zweiten Lehrjahr bei Silke Schwing.
  • Fokus ist gesunde Haut, nicht Schminke – sie berät, behandelt und baut Kundenstamm auf.
  • Zusatzzertifikat NiSV: erlaubt Laser- und Ultraschallanwendungen wie Haarentfernung.
  • Berufsschule in Stuttgart vermittelt Theorie, Kundenumgang und Verkauf – ein- bis zweimal wöchentlich.
  • Anforderungen laut Emma: körperliche Fitness, keine Berührungsangst und Empathie für Kunden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wann fasst man schon mal einer anderen Person ins Gesicht? Daran habe ich mich natürlich erstmal gewöhnen müssen!“, sagt Emma Lang und lacht. Aktuell ist die 22-Jährige im zweiten Lehrjahr im Kosmetikstudio von Silke Schwing in Künzelsau. Dass sie genau diesen beruflichen Weg einschlägt, hätte die gebürtige Hallerin lange selbst nicht gedacht. „Ich wollte eigentlich Grundschullehrerin werden, aber irgendwann habe ich gemerkt, dass ich nicht fürs Studieren gemacht bin.“ Die Erkenntnis kam, als sie nach ihrem Fachabitur ein FSJ in diesem Bereich machte – der Spaß sei zwar dagewesen, aber sie spürte, dass ihr Herz für das Praktische schlägt. Bei einem Praktikum in einem Hotel begleitete sie dann die Kosmetikerin. „Da hat es für mich ‚Klick‘ gemacht“, erinnert sich Emma.

Über die Berufsschule in Stuttgart kam sie in Kontakt mit Silke Schwing. „Es gibt nicht viele Kosmetikstudios, die eine dreijährige Ausbildung anbieten“, erklärt die Auszubildende. Die schulische Ausbildung, die nur ein Jahr geht, sei verbreiteter. „Ich bin allerdings froh, die duale Ausbildung absolvieren zu können – so lerne ich den Beruf nochmal viel tiefer kennen.“ Während in der rein schulischen Ausbildung lediglich die eigenen Schulkameraden als „Übungsobjekte“ zur Verfügung stehen, hat sich Emma inzwischen schon einen kleinen Kundenstamm aufbauen können. „Zu Beginn meiner Ausbildung habe ich natürlich erstmal nur zugesehen und mir von den Kollegen alles in Ruhe zeigen lassen. Außerdem haben sich meine Freundinnen als Modelle, etwa für die Nagelmodellage, zur Verfügung gestellt.“

Führerschein für Laser und Ultraschallgeräte

Kosmetikerin = Schickimicki, schminken und lange Krallen? „Nein, das Bild entspricht nicht der Realität“, macht Emma deutlich. Im Fokus steht vor allem die gesunde Haut. „Ich habe zusätzlich noch die NiSV-Ausbildung gemacht, das ist quasi ein Führerschein für Laser- und Ultraschallgeräte.“ So darf sie nun auch Haarentfernungen vornehmen, was üblicherweise nicht Teil der regulären Ausbildung ist. „Ich finde es aber gut, dass es hierfür eine gesonderte Qualifikation gibt – immerhin arbeiten wir mit dem größten Organ des Menschen, der Haut, und Geräten, die falsch angewendet auch großen Schaden verursachen können – da muss man genau wissen, was man tut.“

Generell geht sie nun mit dem Wissen, das sie in der Ausbildung vermittelt bekommen hat, ganz anders durchs Leben. „Für meine Freunde bin ich inzwischen die ‚Sonnencreme-Polizei‘ – ich erinnere sie immer daran, genügend Sonnenschutz aufzutragen, und sie wissen genau, dass ich immer eine Reisegröße Sonnencreme in der Handtasche habe“, sagt Emma. Denn der UV-Schutz sei enorm wichtig. Die Hintergründe dafür lernt sie an der Berufsschule in Stuttgart, die sie ein- bis zweimal wöchentlich besucht.

Ganzheitlicher Ansatz fürs Wohlbefinden

Neben Englisch und Wirtschaft steht Berufstheorie auf ihrem Stundenplan. Dort erfährt die 22-Jährige etwa, wie der Körper funktioniere. „Welche Anwendungen wirken entspannend? Wann ist der Parasympathikus aktiv? All das lerne ich, um meine Kunden später mit fundiertem Wissen betreuen zu können.“ Genauso behandeln die Azubis den Umgang mit Kunden, Warenwirtschaft und Verkauf. Das neue Wissen wendet sie dann umgehend an – ihre Kunden sind größtenteils weiblich, aber auch immer mehr Männer suchen die Expertinnen im Kosmetikstudio auf. „Viele sind einfach überfordert mit der eigenen Haut oder den zig Produkten und Angeboten auf dem Markt.“ Deshalb führt sie je nach Kundenwunsch eine Hautanalyse durch, bespricht anschließend die Ergebnisse und zeigt einen Behandlungsplan samt individuell passender Pflegeprodukte auf.

„Für mich ist es das Schönste, wenn ich denjenigen helfen kann, die einen großen Leidensdruck verspüren – sei es durch unreine oder entzündete Haut im Gesicht oder bei anderen Themen“, unterstreicht Emma. Wer sich ebenfalls für die Ausbildung interessiert, sollte laut ihr körperlich fit sein, keine Berührungsängste haben und empathisch sein. „Wir verbringen sehr viel Zeit mit unseren Kunden, teilen Freud und Leid – wem andere Menschen am Herzen liegen, ist in diesem Berufsbild genau richtig.“

Alle Infos zum Magazin Next Step

Zweimal jährlich – einmal im März und nochmal im Juli – veröffentlicht die SÜDWEST PRESSE Hohenlohe das Magazin Next Step, das sich an junge Menschen richtet, die auf der Suche nach ihrem beruflichen Werdegang sind. Darin enthalten sind Berufsporträts von Azubis und Studierenden aus der Region, Geschichten von Machern und viel Wissen zu Bewerbung und Co. Jede Ausgabe ziert zudem eine andere prominente Persönlichkeit die Titelseite und steht im großen Next Step-Interview Rede und Antwort.

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