Next Step-Ausbildungsporträt: Der auf den Zahn fühlt

In einer speziellen Spülmaschine reinigt Maximilian die Instrumente.
Claudia Linz- Ein 18-Jähriger absolviert im ZIM Gaildorf die Ausbildung zum zahnmed. Fachangestellten.
- Er ist einer von wenigen Männern in seiner Berufsschulklasse und im Praxisteam aktiv.
- Aufgaben: Patienten begleiten, Assistenz, Dokumentation, Aufbereitung von Instrumenten.
- Besonders interessiert ihn die Chirurgie – inklusive Aufbereitung eigener Zähne für Knochenaufbau.
- Arbeitszeiten im Schichtsystem; Berufsschule freitags und alle vierzehn Tage montags.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Maximilian Geist boxt gerne – und schreddert mit Leidenschaft Zähne. Beides hat nichts miteinander zu tun. Das erste ist Freizeitsport, das zweite eine seiner Lieblingstätigkeiten im Zentrum für Implantologie & Mundgesundheit, Dr. Missy, Kotsaridis & Kollegen, in Gaildorf. Nach der Mittleren Reife an der Gesamtschule in Schorndorf absolviert der 18-Jährige dort seine Ausbildung zum Zahnmedizinischen Fachangestellten. Ja, richtig gelesen! Zusammen mit einem weiteren Azubi in der Berufsschulklasse ist Maximilian ein männliches „Ausnahmetalent“. Aber das, würde Karlsson vom Dach sagen, „stört keinen großen Geist“. Die Ausbildung bereitet ihm so viel Spaß, dass er erwägt, sich später in Dentalhygiene fortzubilden oder sogar Zahnmedizin zu studieren. Aber der Reihe nach!
Eigentlich hat Maximilians Vater den Berufswunsch seines Sohnes befördert. „Er war ein typischer Angstpatient“, erzählt Maximilian. „Ursache war ein Zahnarzttrauma in der Kindheit“, schiebt der junge Mann die Erklärung hinterher. Erst in der Praxis in Gaildorf verlor sich dieses Trauma nach und nach. Mehr noch, es entwickelte sich eine Freundschaft zwischen ihm und Dr. Thomas Missy. Nach einem ersten Praktikum bei einem Schreiner hat das Maximilian bewogen, Zahnarztpraxisluft zu schnuppern. Dann bewarb er sich um den Ausbildungsplatz und wurde prompt eingestellt.
Fit im Zahnarzttalk
Inzwischen im zweiten Lehrjahr, kennt er sich schon ganz gut aus im Zahnarzttalk. Das Gebiss wird in vier Bereiche, sogenannte Quadranten, eingeteilt. Der erste Quadrant ist der Oberkiefer rechts, der zweite der Oberkiefer links, und so weiter – betrachtet gegen den Uhrzeigersinn aus der Sicht des Patienten. „Mesial“ und „distal“ bezeichnen die Stellen zur Mitte des Zahnbogens hin und davon weg, „okklusal“ bedeutet auf der Kaufläche und „palatinal“ zum Gaumen hin am Oberkiefer. Die Fachbegriffe muss Maximilian kennen, will er die Befunde während der Kontrolluntersuchung am PC in die digitale Patientenakte eingeben. Zu seinen weiteren Aufgaben gehört es, den Patienten in das Behandlungszimmer zu begleiten, den Papierlatz umzulegen und dem Arzt bei der Behandlung zu assistieren. Maximilian reicht Dr. Missy den Spiegel oder die Sonde, mit der Karies ertastet wird, und bereitet Füllungen vor. Seinen Chef beschreibt der 18-Jährige als sehr gut und anspruchsvoll. „Man lernt viel. Wir haben aber auch Spaß, zum Beispiel bei den Reels, die regelmäßig gedreht werden.“ Sie sind auf Instagram unter @zim_gaildorf zu sehen und geben informative und lustige Einblicke in die Praxis und die Zahngesundheit.
Hat Maximilian Frühschicht, beginnt sein Arbeitstag um 6.30 Uhr und endet um 14.30 Uhr. In der Praxis wechselt er zunächst die Kleidung und zieht seine weiße Arzthelferhose und sein schwarzes Poloshirt mit Praxisaufdruck an. Danach bereitet er die Behandlungszimmer vor und ergänzt fehlende Materialien, etwa Kunststoff für die Füllungen, Instrumente, Halter für die Röntgenbilder, Bohrer oder Handschuhe. Bevor die ersten Patienten um sieben Uhr eintreffen, bespricht er mit dem Arzt, welche Behandlungen geplant sind. Mittags trägt er die Instrumente nach oben, räumt sie in eine spezielle Spülmaschine und schaltet sie an. Später säubert er die Behandlungszimmer. Zu seinen speziellen Aufgaben in der Praxis gehört es, die Modelle für den Zahnersatz zu archivieren. Hat Maximilian Spätschicht, arbeitet er von 12 bis 19.30 Uhr.
Besonders spannend findet der 18-Jährige die Chirurgie. Dann kann es zu seinen Aufgaben gehören, Zähne erst zu beschleifen und danach zu „schreddern“. Echt jetzt? Das sei eine Methode, bei der eigene, aber nicht mehr erhaltenswerte Zähne des Patienten gezogen und in einer speziellen Maschine zu feinen Partikeln verarbeitet werden, erklärt der Azubi. Dieses körpereigene Ersatzmaterial soll den Kieferknochen an der Stelle aufbauen, an der das Implantat eingesetzt wird.
Drei Jahre dauert die duale Ausbildung. Immer freitags und alle vierzehn Tage montags besucht er die Berufsschule in Schorndorf, wo neben „normalen“ Fächern zum Beispiel die unterschiedlichen Behandlungen wie Füllungen, Wurzelbehandlungen und Chirurgie auf dem Stundenplan stehen. In seiner Freizeit macht Maximilian Kraft- und Ausdauertraining, geht schwimmen, boxt ein bisschen – und er gibt besser auf seine Zahnhygiene acht als früher. „Die Zahnzwischenräume reinige ich jetzt besonders gründlich mit kleinen Bürsten.“
Alle Infos zum Magazin Next Step
Zweimal jährlich – einmal im März und nochmal im Juli – veröffentlicht die SÜDWEST PRESSE Hohenlohe das Magazin Next Step, das sich an junge Menschen richtet, die auf der Suche nach ihrem beruflichen Werdegang sind. Darin enthalten sind Berufsporträts von Azubis und Studierenden aus der Region, Geschichten von Machern und viel Wissen zu Bewerbung und Co. Jede Ausgabe ziert zudem eine andere prominente Persönlichkeit die Titelseite und steht im großen Next Step-Interview Rede und Antwort.
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