KI-Zentrum in Heilbronn
: Merz: „IPAI kann führende KI-Plattform in Europa werden“

Beim Spatenstich für den Innovation Park Artificial Intelligence (IPAI) nahmen neben Bundeskanzler Friedrich Merz unter anderem Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Bundesforschungsministerin Dorothee Bär sowie rund 250 weitere hochrangige Gäste teil.
Von
Antonio De Mitri
Heilbronn
Jetzt in der App anhören
Großer Bahnhof. Den symbolischen Spatenstich übernahmen (v.l.) Architekt Jacob van Rejs, Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel, Bundesdigitalminister Karsten Wildberger, Bundesforschungsministerin Dorothee Bär, Reinhold Geilsdörfer, Geschäftsführer der Schwarz-Stiftung, Bundeskanzler Friedrich Merz, Gerd Chrzanowski, Leiter der Schwarz-Gruppe, Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut, Innenminister Thomas Strobl und IPAI-Chef Moritz Gräter.

Großer Bahnhof: Den symbolischen Spatenstich übernahmen (v.l.) Architekt Jacob van Rejs, Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel, Bundesdigitalminister Karsten Wildberger, Bundesforschungsministerin Dorothee Bär, Reinhold Geilsdörfer, Geschäftsführer der Schwarz-Stiftung, Bundeskanzler Friedrich Merz, Gerd Chrzanowski, Leiter der Schwarz-Gruppe, Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut, Innenminister Thomas Strobl und IPAI-Chef Moritz Gräter.

Antonio De Mitri
  • Spatenstich für den Innovation Park Artificial Intelligence (IPAI) in Heilbronn erfolgt.
  • Bundeskanzler Merz betont das Potenzial des IPAI als führende KI-Plattform in Europa.
  • 30 Hektar großer Campus soll ab 2027 über 5000 Fachkräfte beherbergen.
  • IPAI wird von der Dieter-Schwarz-Stiftung und dem Land mit je 50 Mio. Euro gefördert.
  • Modernes KI-Ökosystem mit DAX-Konzernen und Mittelständlern fördert Innovation und Arbeitsplätze.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Für Friedrich Merz hatte das Ganze irgendwie etwas vom Tag der Glühbirne. Im launigen Auftakt seiner Rede im Festpavillon verglich er die Bedeutung des IPAI mit Menlo Park in New Jersey, USA. Dort hatte auf den Tag genau vor 146 Jahren Thomas Alva Edinson seine bahnbrechende Erfindung präsentiert. „In Menlo Park begann die Elektrifizierung der Welt“, so der Bundeskanzler. „Im Innovation Park entsteht etwas in einer ganz neuen Dimension für die vierte industrielle Revolution.“

„Signal über die Grenzen des Landes hinaus“

Merz nannte den Bau des neuen Campus am Steinäcker im Norden Heilbronns eine „großartige Wette auf die Zukunft“. Das geplante, 30 Hektar große Areal stehe für „Public-Private-Partnership der Extraklasse“ und setze ein breites Signal „weit über die Grenzen unseres Landes hinaus“. Der Ansatz des IPAI, technologischen Fortschritt in Wachstumspotenziale für die Industrie umzusetzen, fördere Wohlstand und Wachstum in der Bundesrepublik. „Der IPAI hat das Potenzial, die führende KI-Plattform in Europa zu werden.“ Merz sah darin auch einen direkten Beitrag zur Strategie der Bundesregierung, Deutschland zu einer führenden KI-Nation zu machen. Mit einem Anteil von 5,7 Prozent am Bruttoinlandsprodukt läge Baden-Württemberg allerdings weit über den 3,1 Prozent des Bundes bei den Investitionen in Forschung und Entwicklung.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann nannte Künstliche Intelligenz das „Betriebssystem unserer Wirtschaft.“ Der IPAI werde „die gesamte Wertschöpfungskette der KI abbilden.“ Zumindest im geschäftlichen Bereich habe der Campus damit die Chance, „in der Champions League zu spielen“.  Der Dieter-Schwarz-Stiftung, einem der Hauptgeldgeber für das Großprojekt, bescheinigte Kretschmann „großartiges Mäzenatentum“. Stiftung und Land steuern jeweils 50 Millionen Euro zum Aufbau des IPAI in mehreren Tranchen bei.

  • Bundeskanzler Merz und Ministerpräsident Kretschmann tragen sich ins Goldene Buch der Stadt Heilbronn ein. Links im Bild OB Harry Mergel

    Bundeskanzler Merz und Ministerpräsident Kretschmann tragen sich ins Goldene Buch der Stadt Heilbronn ein. Links im Bild OB Harry Mergel.

    Antonio De Mitri
  • IPAI-Geschäftsführer Moritz Gräter (links) empfängt Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut.

    IPAI-Geschäftsführer Moritz Gräter (links) empfängt Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut.

    Antonio De Mitri
  • IPAI-Geschäftsführer Moritz Gräter (rechts) mit Innenminister Strobl über dem Modell des späteren Campus.

    IPAI-Geschäftsführer Moritz Gräter (rechts) mit Innenminister Strobl über dem Modell des späteren Campus.

    Antonio De Mitri
  • Hoher Besuch: Schwere Staatskarossen zeugen von der Aufmerksamkeit, die dem Spatenstich zuteil wurde.

    Hoher Besuch: Schwere Staatskarossen zeugen von der Aufmerksamkeit, die dem Spatenstich zuteil wurde.

    Antonio De Mitri
  • Kaum vorstellbar: Ab 2027 sollen hier die ersten Gebäude bezugsfertig sein. Im Hintergrund das Heilbronner Heizkraftwerk.

    Kaum vorstellbar: Ab 2027 sollen hier die ersten Gebäude bezugsfertig sein. Im Hintergrund das Heilbronner Heizkraftwerk.

    Antonio De Mitri
1 / 5

Auch DAX-Konzerne sind heute Teil des IPAI

Der Spatenstich schlägt das nächste Kapitel einer Erfolgsstory auf, die 2022 mit dem Aufbau der Innovationsplattform begann und an der sich heute zahlreiche Unternehmen beteiligen – darunter DAX-Konzerne wie Telekom, Audi und SAP sowie Mittelständler wie Fischer, EBM-Papst und Gemü. Mit modernen Arbeits- und Innovationsräumen, Co-Creation-Projekten und Matchmaking-Formaten unterstützt der IPAI Unternehmen dabei, Potenziale Künstlicher Intelligenz zu identifizieren und in konkrete Anwendungen zu überführen. Ergänzt wird das Angebot durch Qualifizierungsprogramme, spezialisierte KI-Infrastruktur-Services sowie den Zugang zu einem Netzwerk aus Partnern und Mitgliedern.

„Mit dem IPAI entsteht in Heilbronn das größte KI-Ökosystem in Deutschland“, betonte Kirsten Hirschmann, Präsidentin der IHK Heilbronn-Franken. Die maßgeblich von der Dieter-Schwarz-Stiftung vorangetriebene Investition verschaffe dem Mittelstand beim Einsatz von KI einen im Wettbewerb entscheidenden Vorsprung. Hirschmann: „Der KI-Campus katapultiert Heilbronn-Franken ins Zentrum der Zukunftstechnologien, lockt Forscherinnen und Forscher sowie Investoren an, sodass auch jenseits des IPAI neue Arbeitsplätze entstehen.“ Die IHK Heilbronn-Franken ist Partner des IPAI und bringt mit dem KI-Transferoffice Kito mittelständische Unternehmen mit KI-Anwendern und KI-Entwicklern zusammen. „Damit gewährleisten wir, dass unsere Mitgliedsunternehmen schnell und gezielt die richtigen KI-Partner finden und somit Teil des Ökosystems werden“, hebt Kirsten Hirschmann hervor.

EBM-Chef Geißdörfer: „Historische Chance“

Klaus Geißdörfer, Chef des Mulfinger Ventilatorenbauers EBM-Papst, kommentierte: „Es ist ein Glücksfall, ein KI-Zentrum mit dieser Strahlkraft direkt vor der Haustür zu haben.“ Der IPAI-Campus beeindrucke weltweit. Wir haben damit die Chance, vorne mit dabei zu sein, aber die Zeit läuft.“ EBM-Papst ist seit rund zwei Jahren Mitglied des IPAI und gehört zu den ersten Unternehmen, die sich im schnell wachsenden Heilbronner Ökosystem engagiert haben. Geißdörfer: „Ich glaube fest daran, dass Europa gerade eine historische Chance hat. Mit KI und Digitalisierung können wir wieder in eine Führungsrolle kommen – wenn wir unsere Stärken bündeln: exzellente Forschung, tolle Talente, starke Werte.“ Der IPAI sei herausragender Baustein in der Strategie, die die Dieter-Schwarz-Stiftung und die Schwarz-Gruppe mit Unterstützung von Land, Bund und EU verfolge.  In Heilbronn entstehe derzeit ein einzigartiges Ökosystem mit Akteuren aus der Chip- und KI-Entwicklung bis zu den Mittelständlern, die sich in der Welt neu positionieren. „Mit dem IPAI zeigen wir, dass wir in Deutschland in großen Dimensionen denken und bauen können. Das ist das richtige Signal für den Aufbruch.“

  • Ufo in Heilbronn: 30 Hektar umfasst der neue Campus des IPAI, der schon ab 2027 in Betrieb gehen soll

    Ufo in Heilbronn: 30 Hektar umfasst der neue Campus des IPAI, der schon ab 2027 in Betrieb gehen soll

    IPAI (Rendering)
  • Auf 66.000 Quadratmetern wird der Mobility Hub unter anderem als Logistikzentrum den gesamten Campus versorgen.

    Auf 66.000 Quadratmetern wird der Mobility Hub unter anderem als Logistikzentrum den gesamten Campus versorgen.

    IPAI (Rendering)
  • Das Kommunikationszentrum wird auf 20.000 Quadratmetern reichlich Platz für Seminare, Konferenzen und Ausstellungen bieten.

    Das Kommunikationszentrum wird auf 20.000 Quadratmetern reichlich Platz für Seminare, Konferenzen und Ausstellungen bieten.

    IPAI (Rendering)
  • Im Reallabor werden künftig auf knapp 10.000 Quadratmetern neue KI-Entwicklungen unter Echtheitsbedingungen getestet.

    Im Reallabor werden künftig auf knapp 10.000 Quadratmetern neue KI-Entwicklungen unter Echtheitsbedingungen getestet.

    IPAI (Rendering)
1 / 4

Ab 2027: Standort für mehr als 5000 Menschen

Auf einer Fläche von 30 Hektar entsteht ab Ende dieses Jahres auf dem Areal Steinäcker ein Standort für mehr als 5000 Menschen, die an der Entwicklung und Anwendung Künstlicher Intelligenz arbeiten werden. Herzstück des Campus bildet das Kommunikationszentrum – ein über 60 Meter hohes Gebäude mit acht Etagen und mehr als 20.000 Quadratmetern Gesamtfläche.

Das Reallabor mit rund 10.000 Quadratmetern Fläche bietet Raum für die Erprobung von KI-Anwendungen unter realen Bedingungen – inklusive Werkstätten, Schulungsräumen und einem zertifizierten Beta-Rechenzentrum. Flexible Raumstrukturen, transparente Fassaden, technische Sichtbezüge und eine Bauweise, die eine modulare Nutzung der Halle ermöglicht, erlauben schnelle Anpassungen an unterschiedliche Nutzungsszenarien.

Mit seiner Holzfassade im Stil dreier zusammenstehender Satteldachgebäude, verglastem Dach und tragender Holzstruktur setzt das rund 6500 Quadratmetern große „Start-Up & Innovation Center“ auf nachhaltige Bauweise. Die Kombination aus Arbeits-, Besprechungs- und Gemeinschaftsflächen schafft ein funktionales Umfeld für Start-ups und Projektteams. Die Entwürfe stammen vom international renommierten Architekturbüro MVRDV. Die ersten Gebäude sollen Ende 2027 bezugsfertig errichtet sein.