Kämmerer im Porträt
: Meister der Zahlen

Lukas Hack ist Kämmerer. In der Gemeinde Wolpertshausen behält er den Überblick über Einnahmen, Ausgaben und den Haushalt. Im Azubi-Magazin Next Step gibt er Einblicke in seinen Arbeitsalltag.
Von
Eileen Schirle
Wolpertshausen
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Lukas Hack, Kämmerer bei der Gemeinde Wolpertshausen

Mit 23 Jahren wurde Lukas Hack Kämmerer in Wolpertshausen – ein echter Traumjob für ihn.

Eileen Schirle
  • Porträt: Lukas Hack ist Kämmerer in Wolpertshausen und steuert die Gemeindefinanzen.
  • Er prüft Einnahmen und Ausgaben, erstellt den Haushalt und bereitet Sitzungen vor.
  • Ausbildung über Public Management mit Praxisphasen, Schwerpunkt Finanzverwaltung.
  • Mit 23 ins Amt gekommen – nach überraschender Leitungsübernahme „ins kalte Wasser“.
  • Engpässe zwingen zu Prioritäten: Pflichtaufgaben vor freiwilligen Projekten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Mittagessen im Kindergarten, ein neues Fahrzeug für die Feuerwehr, Fördermittel für Gewerbetreibende und Privatpersonen: Lukas Hack muss sich in den verschiedensten Themenbereichen auskennen. Der 27-Jährige ist Kämmerer in Wolpertshausen und damit für die Finanzmittel der Gemeinde zuständig. Er weiß, wie viel die Gemeinde eingenommen hat – und damit auch, was die Gemeinde überhaupt ausgeben kann, ohne Schulden zu machen. Wenn Erzieher, Lehrer, Bauhofmitarbeiter oder andere bei der Gemeinde angestellte Personen Wünsche für neue Beschaffungen haben, laufen die Anträge über Lukas‘ Schreibtisch.

Dass ihm Finanz-, Wirtschafts- und Rechtsthemen liegen, hat er auf dem Wirtschaftsgymnasium entdeckt. 2018 machte er in Schwäbisch Hall Abitur. Anschließend studierte er Public Management an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg. Das Studium startet mit einem sechsmonatigen Einführungspraktikum bei einer Behörde, um sich mit den Aufgaben und der Arbeitsweise der Verwaltung vertraut zu machen und dabei erste Kenntnisse und Fähigkeiten zu erwerben. Lukas absolvierte das Praktikum beim Landratsamt in Schwäbisch Hall und lernte dort neben dem Personalwesen und dem Amt für Migration auch die Kämmerei kennen – „das war mein erster Berührungspunkt mit diesem Fachgebiet und es hat mir schon damals auf Anhieb gefallen“, erzählt er. An das Einführungspraktikum schließt sich das dreisemestrige Grundlagenstudium an. Zahlreiche Module zu den Themen Verwaltungs- und Zivilrecht, Rechnungswesen, BWL, aber auch Psychologie, Soziologie sowie Personalmanagement stehen auf dem Stundenplan.

Um das erlernte Wissen zu vertiefen und Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln, startet anschließend die 14-monatige Praxisphase. Vier verschiedene Stationen à drei bis fünf Monate müssen die Studierenden dafür besuchen. Lukas Hack war beim Bauamt, bei der Arbeiterwohlfahrt – beides in Schwäbisch Hall –, bei der Stadt Vellberg und abschließend erneut beim Landratsamt Schwäbisch Hall tätig. Dadurch bekam er einen tollen Einblick in die verschiedenen Verwaltungstätigkeiten: „In Vellberg durfte ich die damalige Bürgermeisterin Ute Zoll begleiten, das war sehr spannend. Und im Landratsamt war ich nochmals in der Kämmerei. Das hat mir gezeigt: Das ist das Richtige für mich“, resümiert der 27-Jährige.

Ins kalte Wasser geworfen

Zurück an der Hochschule wählte er deshalb den Schwerpunkt Finanzverwaltung und mit der Bachelorarbeit beendete er sein Studium im Jahr 2022 erfolgreich. Passenderweise wurde zu diesem Zeitpunkt die Stelle als stellvertretender Kämmerer in der Gemeinde Wolpertshausen ausgeschrieben – Lukas bewarb sich und wurde angenommen. Doch wenige Wochen vor Dienstbeginn kam ein überraschender Anruf von Bürgermeister Jürgen Silberzahn: Die leitende Kämmerin wechselt ihre Dienststelle. Ihre Position wäre somit offen. Kann Lukas sich vorstellen, gleich die Leitung der Kämmerei in Wolpertshausen zu übernehmen? „Ich war natürlich überrumpelt, so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Aber warum nicht? Man wächst ja mit seinen Aufgaben.“

Gesagt, getan: Lukas wurde ins kalte Wasser geworfen. Seine Vorgängerin konnte ihn noch einige Wochen einarbeiten, dann war er auf sich allein gestellt. „Ich habe die Entscheidung bis heute nie bereut, sondern bin froh, dass ich mich getraut habe. Der Beruf, gerade in einer kleineren Gemeinde, ist wahnsinnig abwechslungsreich und verantwortungsvoll“, sagt er.

Doch was macht ein Kämmerer nun eigentlich genau? „Er behält den Überblick über die Finanzen einer Kommune“, erläutert Lukas. Er überwacht die Einnahmen der Gemeinde – Gewerbesteuern und Fördermittel beispielsweise – und achtet darauf, wie viel und wofür sie Geld ausgibt beziehungsweise ausgeben kann. Dafür muss der Wolpertshausener viele Gespräche führen: mit Kollegen im Rathaus, mit Angestellten des Bauhofs, im Kindergarten oder in der Schule, mit Unternehmern und Gewerbetreibenden sowie mit anderen Behörden und Kommunen. Einmal im Jahr steht das Großprojekt Haushaltsplanung an. Der Kämmerer muss ein Dokument erstellen – ein Werk mit rund 500 Seiten –, das alle Einnahmen und Ausgaben der Gemeinde für das Folgejahr auflistet. So wird sichtbar, wo es Spielraum bei Projekten gibt und wo nicht. Der Haushalt muss vom Gemeinderat beschlossen und schließlich von der Kommunalaufsicht genehmigt werden.

Manche Wünsche bleiben unerfüllt

Diese Aufgabe wird allerdings immer schwieriger: Die wirtschaftliche Situation ist angespannt, Gewerbesteuereinnahmen brechen weg und damit nimmt auch die Gemeinde weniger Geld ein. Trotzdem sollte der Haushalt ausgeglichen sein, es darf nicht mehr ausgegeben werden, als man einnimmt. „Da muss man schon Prioritäten setzen und leider auch manchmal Träume platzen lassen.“ Es gilt zuerst, alle Pflichtaufgaben zu erfüllen: die Infrastruktur sowie Bildungs- und Betreuungsangebote zu erhalten, die Feuerwehr, Friedhöfe und die Bauleitplanung. Wenn dann noch finanzieller Spielraum gegeben ist, können freiwillige Aufgaben angegangen werden: Neubeschaffungen von Fahrzeugen, Sanierungen oder kulturelle Angebote. „Die vergangenen Haushaltsjahre in Wolpertshausen verliefen erfreulicherweise besser als geplant, sodass verhältnismäßig viel investiert werden konnte. Damit wird in Zukunft nicht mehr zu rechnen sein“, merkt Lukas an.

Sein Alltag besteht aus vielen Gesprächen, dem Vorbereiten von Gemeinderatsitzungen, dem Unterschreiben von Rechnungen und dem Abstimmen verschiedener Anliegen mit Privatleuten, Firmen, Behörden, dem Regierungspräsidium, Förderstellen oder der Landesverwaltung. Kein Tag sei wie der andere, betont der Kämmerer. Er fühlt sich auf der Gemeindeverwaltung sehr wohl und kann sich vorstellen, hier „noch viele, viele Jahre“ als Kämmerer zu arbeiten. Und ein Bürgermeisteramt – reizt ihn das? „Ich möchte das nicht ausschließen, wenn sich in der Zukunft eine gute Gelegenheit bietet“, sagt er mit einem Lächeln.