Junge Landwirtin aus Ilshofen: Auch in den Sommerferien packt die 19-Jährige im Stall mit an

Josie Stapf aus Ilshofen ist in den Sommerferien morgens meistens im Kuhstall auf dem Landhof Müller in Weldingsfelden anzutreffen.
Andreas Scholz- Junge Landwirtin Josie Stapf arbeitet in den Ferien im Kuhstall in Weldingsfelden.
- Sie macht an der ALH Kupferzell eine zweijährige Weiterbildung zur Technikerin.
- Aufgaben: Betreuung von rund 80 Fleckvieh-Rindern und Hilfe bei der Eisproduktion.
- Hitze und Trockenheit drücken die Futterlage – zugleich steigt die Eiskundennachfrage.
- Abschluss ist für den Sommer 2027 geplant, der Lehrgang hat noch wenige freie Plätze.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Endlich Ferien. Kein Unterricht. Aber für Josie Stapf aus Ilshofen bedeutet das nicht, dass sie jetzt bis Mitte September jeden Morgen ausschlafen und sich die Zeit so einteilen kann, wie sie will. „Auch im Sommer ruft die Pflicht im Stall, der ich aber gerne nachkomme.“ Die 19-Jährige hat 2025 an der Akademie für Landbau und Hauswirtschaft (ALH) in Kupferzell die zweijährige Weiterbildung zur Staatlich geprüften Technikerin für Landwirtschaft begonnen.
An diesem warmen Augusttag ist Josie Stapf mit einem Besen mit dichten Borsten im Kuhstall von Landwirt Armin Müller in Weldingsfelden zu Gange. „Der Umgang mit den Kühen im Stall macht mir Spaß“, sagt sie gut gelaunt. Auch ihrem Chef ist nicht entgangen, dass die junge Frau ein Händchen für das Fleckvieh, eine europäische Rinderrasse, hat. „Josie ist einfühlsam, geht umsichtig vor und ist zuverlässig“, lobt er.
Schaut nach den Rindern
Einmal in der Woche während des Lehrbetriebs an der ALH und in den kompletten Sommerferien arbeitet Josie Stapf auf dem Milchviehbetrieb von Armin Müller. Der Landhof ist einer von rund 25 Kooperationsbetrieben der ALH Kupferzell. Josie sieht nach den 80 Fleckvieh-Rindern im Stall und achtet darauf, dass diese immer genug zum Fressen haben und sich wohlfühlen. „Ich unterstütze auch Jens bei der Speiseeisproduktion“, ergänzt sie. Jens ist der Sohn von Armin Müller.
Jens Müller kam eines Tages mit der Idee um die Ecke, Milcheis aus frischer Milch vom Hof zu produzieren und es regional zu vermarkten – zum Beispiel in den LBV-Raiffeisenmärkten in Gerabronn, Schrozberg oder Rot am See.
„Das warme Wetter und die Trockenheit sind für uns Landwirte eigentlich schlecht. Es wächst kaum was auf den Grünlandflächen und wir müssen im Stall schon zu einem unfassbar frühen Zeitpunkt zufüttern. Aber bei dem heißen Sommer kommen wir andererseits mit der Eisproduktion kaum noch hinterher. Die Nachfrage ist groß. Da sind wir froh über zupackende Mitarbeiterinnen wie Josie“, betont Jens Müller.
Ob Haselnuss, Malaga, Stracciatella, Vanille oder Eissorbet mit Erdbeer-, Mango- oder Zitronengeschmack: Josie Stapf sitzt im Sommer direkt an der Quelle für eiskalte und fruchtige Erfrischungen. „Ich gehe kaum noch in die Eisdiele“, scherzt sie.
Obwohl sich Josie Stapf als Teamplayer versteht: Die junge Frau scheut sich nicht davor, dem Auszubildenden Tim Oberndörfer auch Arbeitsanweisungen und Tipps zu geben. „Das gehört auch zu meinem Aufgabenprofil“, sagt sie selbstbewusst.
Leidenschaft für Landwirtschaft
In ihrer zweijährigen Weiterbildung zur Technikerin für Landwirtschaft durchläuft die gelernte Landwirtin auch eine Ausbildereignungsprüfung. Christine Heinke, Schulleiterin der ALH, freut sich über die Leidenschaft von Josie Stapf für die Landwirtschaft und hebt das pädagogische Geschick ihrer Absolventin hervor. „Josie erlangt durch die erfolgreiche Ausbildereignungsprüfung die Kompetenz, auch Lehrlinge ausbilden zu können.“
Mit der zweijährigen Weiterbildung zur Technikerin für Landwirtschaft stünden Josie Stapf viele Türen offen. „Josie gehört zu den ersten Absolventinnen des neuen Lehrgangs, den wir seit dem vergangenen Jahr anbieten. Im Sommer 2027 wird Josie die Weiterbildung abschließen. Der Lehrgang gestaltet sich abwechslungsreich. Neben Betriebswirtschaftslehre, Englisch oder Mathematik und Informationstechnik vertiefen wir auch praktischere Fächer wie Agrarpolitik, Agrartechnik und Marktlehre oder Pflanzliche und Tierische Produktion.“
Einblick in Getreideproduktion
Einen praxisnahen Einblick in die Getreideproduktion und Pflanzenschutz erhalten Josie Stapf und ihre Lehrgangskollegen und -kolleginnen auch auf dem zentralen Versuchsfeld der Landwirtschaftsämter des Hohenlohekreises und des Landkreises Schwäbisch Hall in Kupferzell-Füßbach. „Wir haben mit einer Winterweizensorte experimentiert und sind schon gespannt auf die Ergebnisse, die aktuell noch ausgewertet werden.“
Josie Stapf hat sich noch nicht festgelegt, in welchem Feld ihr Arbeitsschwerpunkt nach der Weiterbildung liegen wird. Klar ist für die junge Landwirtin aber, dass in den nächsten Jahren ihre berufliche Erfüllung nicht in einem eigenen Betrieb liegen wird. „Meine Eltern haben die eigene Landwirtschaft schon vor Jahren aufgegeben und gehen jetzt anderen Berufen nach.“
Viel Engagement und Herzblut
Ihre Eltern seien am Anfang von ihren Plänen, einen landwirtschaftlichen Karriereweg einzuschlagen, nicht sofort begeistert gewesen. „Aber sie haben gesehen, wie viel Engagement und Herzblut ich hineinstecke. Sie unterstützen mich, wo sie nur können“, freut sie sich.
Der Sommer wird Josie Stapf aber nicht nur viel Arbeit im Stall und in der Eisproduktion bescheren, bevor am 14. September wieder der Theorieunterricht an der ALH in das zweite Jahr geht. „Ich habe in den nächsten Wochen auch noch Zeit für meine Hobbys“, betont sie. Josie Stapf fährt gerne Fahrrad und trifft sich regelmäßig mit ihren Mädels von den „Dünsbacher Schdägeles Dräwer“: Die Gruppe tanzt mit einem Stab zu aktuellen Chart-Hits sowie Pop- und Rockklassikern.
Kurzentschlossene können noch einsteigen
Christine Heinke sieht für Josie Stapf gute Zukunftschancen. „Als Technikerin für Landwirtschaft bringt Josie die besten Voraussetzungen mit, um einen landwirtschaftlichen Betrieb führen zu können oder im vor- und nachgelagerten Bereich zu arbeiten.“
Für Heinke beginnt der Schulbetrieb an der ALH wieder am 14. September. Beim Lehrgang „Techniker/in für Landwirtschaft“ seien noch wenige Plätze für Kurzentschlossene frei – egal ob mit oder ohne eigenen landwirtschaftlichen Betrieb. Die Weiterbildung „Wirtschafter/-in“ mit Schwerpunkt auf der Führung eines landwirtschaftlichen Betriebs sei mit 30 Anmeldungen ausgebucht.
Weitere Informationen gibt es unter www.akademie-kupferzell.de
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