ICE fährt durch den Landkreis
: Kein Halt in Hall

Oberbürgermeister Daniel Bullinger setzt sich für einen ICE-Stopp in Hessental ein. Doch das positive Signal aus dem Berliner Verkehrsministerium bleibt bisher aus.
Von
Tobias Würth
Schwäbisch Hall
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Neuer Fahrplan der Deutschen Bahn: ARCHIV - 22.09.2025, Niedersachsen, Sorsum: Ein ICE der Deutschen Bahn fährt in den Tunnel Escherberg im Landkreis Hildesheim auf der Strecke Göttingen - Hannover - Hamburg (Aufnahme mit Drohne). (zu dpa: «Neuer Fahrplan: Mehr Sprinter, weniger Züge in der Fläche») Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein ICE der Deutschen Bahn fährt durch einen Tunnel.

Julian Stratenschulte/dpa
  • ICE-Sprinter Berlin–Stuttgart rauscht durch Hessental, ohne Halt in Hohenlohe.
  • OB Daniel Bullinger fordert ICE-Stopp in Schwäbisch Hall/Hessental.
  • Schreiben an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder: Halt + zweigleisige Murrbahn.
  • Landrat Bauer: Es geht um vier Minuten, Halt „derzeit nicht zu bekommen“.
  • Neuer Sprinter seit Dezember 2025, 1× täglich je Richtung via Murrbahn; Zustieg in Stuttgart/Nürnberg.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zweimal am Tag rauscht ein ICE durch Hessental. Doch er macht auf der Strecke Berlin-Stuttgart, die in der Rekordzeit von 4:45 Stunden absolviert, nicht Halt in Hohenlohe. Schwäbisch Hall bekommt den Kronjuwel des Fernverkehrs nur zu sehen. Nutzen können ihn die Bewohner der Region im Verkehrsschatten der Republik nicht.

Haltlose Region

Das will Oberbürgermeister Daniel Bullinger ändern: „Schwäbisch Hall als Mittelzentrum mit großem Einzugsbereich und als zweitgrößte Stadt in Heilbronn-Franken verfügt bislang über keinen Fernverkehr-Halt. Ein Stopp des ICE-Sprinters in Schwäbisch Hall wäre für Schwäbisch Hall und die gesamte Region von großem Vorteil.“ Das schreibt er in einer Mitteilung. „Schwäbisch Hall leistet als starker Wirtschaftsstandort einen essenziellen Beitrag für die gesamte Wirtschaftskraft im Landkreis und in Baden-Württemberg.“ Aktuell böten die Pläne der Bahn ohne Fernverkehrshalt keinerlei Mehrwert für die Stadt und Hohenlohe – im Gegenteil. Pendlerinnen und Pendler müssten deutliche Verspätungen hinnehmen, damit der Sprinter fahren kann.

Bullinger richtet sich zudem in einem aktuellen Schreiben direkt an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, in dem er die Notwendigkeit des zweigleisigen Ausbaus der Murrbahn sowie einen Fernverkehrshalt in Schwäbisch Hall anregt.

Zuletzt hatten die nicht mehr zur Wahl angetretene FDP-Landtagsabgeordnete Silvia Hapke-Lenz sowie der FDP-Kreisrat Friedrich Bullinger auf einen Halt in der Region gepocht.

Auch Landrat Gerhard Bauer ist das Thema Haltestelle in Hohenlohe ein Anliegen: „Ich bin ständig dran. Es geht um vier Minuten für einen zusätzlichen Halt im Landkreis Schwäbisch Hall, aber der Halt ist derzeit nicht zu bekommen.“

Zustieg in Nürnberg

Der Hintergrund: Um eine kürzere Fahrtzeit zwischen Stuttgart und Berlin zu erzielen, führte die Deutsche Bahn im Dezember 2025 einen neuen ICE-Sprinter ein. Diese Verbindung zeichnet sich durch weniger Zwischenhalte und eine höhere Geschwindigkeit aus. Der neue Sprinter verkehrt einmal pro Tag und Richtung auf der kürzesten Route über die Murrbahn via Backnang und Hall-Hessental.

Daher müssen die Schwäbisch Haller nun nach Nürnberg oder Stuttgart reisen, um von der schnellen Verbindung in die Bundeshauptstadt zu profitieren. Die neue Verbindung hat folgende Abfahrtszeiten: morgens von Stuttgart (7.03 Uhr) via Nürnberg (8.57 Uhr) nach Berlin (11.47 Uhr) und abends von Berlin (16.12 Uhr) via Nürnberg (19.01 Uhr) nach Stuttgart (20.57 Uhr).