„Hier sind wir zu Hause“ in Braunsbach
: Seit 50 Jahren in der Gemeinde – „Wir haben alles, was man braucht“

Margit und Manfred Hörauf stammen nicht gebürtig aus der Region, haben sich im Kochertal aber schnell heimisch gefühlt. Nach all der Zeit finden sie Braunsbach noch immer lebenswert.
Von
Jessica Wolf
Braunsbach
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Manfred und Margit Hörauf leben in der Panoramastraße in Braunsbach. Der Straßenname kommt nicht von ungefähr: Die Eheleute können Tag für Tag auf ihrem Balkon die herrliche Aussicht über den Ort und auf die grüne Natur genießen.

Manfred und Margit Hörauf leben in der Panoramastraße in Braunsbach. Der Straßenname kommt nicht von ungefähr: Die Eheleute können Tag für Tag auf ihrem Balkon die herrliche Aussicht über den Ort und auf die grüne Natur genießen.

Jessica Wolf
  • Seit 50 Jahren lebt das Ehepaar Hörauf in Braunsbach und fühlt sich dort zuhause.
  • Sie wohnten 30 Jahre in Döttingen, seit 20 Jahren leben sie in der Panoramastraße.
  • Margit arbeitete 34 Jahre in den Kindergärten, Manfred war 26 Jahre Hausmeister der Gemeinde.
  • Sie schätzen Natur, Vereine, kurze Wege und Ärzte – eine Apotheke fehlt seit Ende 2023.
  • Teilnahme an vielen Vereinen und Hilfe bei Festen prägen ihr Engagement im Ort.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Blick wandert über das Dorf, über Häuserdächer, Gärten und Straßen. Links sind die Türme der Kirchen St. Sebastian und St. Bonifatius zu sehen. Im Hintergrund erstrecken sich bewaldete Hänge, darüber der strahlend blaue Himmel mit malerischen Wolken, und in der Ferne thront die Kochertalbrücke. Wer auf dem Balkon von Margit und Manfred Hörauf in der Braunsbacher Panoramastraße steht, kann auf diese Aussicht schnell neidisch werden.

Seit genau 20 Jahren leben die Eheleute in diesem Haus. Davor haben sie rund 30 Jahre lang in Döttingen gewohnt. Seit fünf Jahrzehnten ist die Gemeinde Braunsbach also ihr Lebensmittelpunkt. Dabei kommen beide gebürtig aus anderen Teilen Deutschlands: Manfred Hör­auf ist im mittelfränkischen Georgensgmünd aufgewachsen. Seine Ehefrau wurde als Margit Franz in der Stadt Lehesten im Thüringer Wald geboren. Nach einer Station in Oberfranken verschlug es ihre Familie nach Schwäbisch Hall, als Margit Hörauf etwa zehn Jahre alt war. Bis zu ihrem 16. Lebensjahr blieben sie dort, dann zog die Familie nach Braunsbach, wo die Eltern die Dachdeckerfirma Werner Franz führten.

In Schwäbisch Hall lernten sie sich kennen

Ihren heutigen Ehemann lernte Margit Hörauf auf einer Hochzeit in Hall kennen: Sie war wegen einer Freundin dort, er kannte den Bräutigam von der Bundeswehr, wo er in dieser Zeit tätig war. Das muss 1966 oder ein Jahr später gewesen sein, ordnen die beiden ein. Der Liebe wegen zieht es Manfred Hörauf nach Braunsbach: „Und dann sind wir hängengeblieben.“ Am 25. Mai 1968 folgte die Hochzeit, im selben Jahr kam ihre Tochter Kerstin auf die Welt. Die Familie lebte gemeinsam im Teilort Döttingen. „Wir sind als Reingschmeckte gut aufgenommen worden“, blickt Margit Hörauf zurück. Schnell waren sie Teil der Dorfgemeinschaft, noch heute hängen Kunstwerke von damaligen Nachbarn an ihren Wänden.

Verwunderlich ist das nicht, immerhin brachten sich die Eheleute sogar beruflich ins Dorfleben ein. Margit Hörauf arbeitete im Kindergarten in Döttingen. Den Beruf der Kindergärtnerin, so die damalige Bezeichnung, lernte sie, nachdem sie schon als Bauzeichnerin tätig gewesen war. Später wechselte sie in den Braunsbacher Kindergarten und betreute so insgesamt 34 Jahre lang den Gemeindenachwuchs. Ihr Mann machte nach seiner Zeit beim Bund ebenfalls eine zweite Ausbildung zum Koch, zuvor lernte er den Metzgerberuf. Ein paar Jahre kochte er, wechselte dann zur Firma seiner Schwiegereltern und fing anschließend als Hausmeister bei der Gemeinde an. Diesem Job ging er 26 Jahre lang nach, bis die Eheleute 2012 in Rente gingen.

Sechs Jahre zuvor zogen Margit und Manfred Hörauf in den Braunsbacher Kernort. Grund hierfür war, dass der Döttinger Kindergarten geschlossen wurde und die Erzieherin nach Braunsbach wechselte. Außerdem sollte das Gebäude verkauft werden, in dem sie lebten. In ihrem Haus in der Panoramastraße haben sie es sich in einer von zwei Wohnungen gemütlich gemacht. Eine Zeit lang lebte ihre Tochter in der anderen Etage. Um Kinder großzuziehen, sei die Gemeinde mit Kindergarten und Grundschule geeignet, finden die Höraufs. Nur der Weg in die weiterführenden Schulen sei recht lang, da geht es etwa nach Gerabronn, Hall oder Kupferzell. „Aber man muss auch Abstriche machen“, findet die 77-Jährige.

Natur, Nahversorgung und Freizeitmöglichkeiten

Die positiven Seiten ihres Wohnorts überwiegen für die beiden jedoch eindeutig: Auch nach rund 50 Jahren ist die Kochertalgemeinde für sie noch ein lebenswertes Fleckchen Erde. „Man hat hier viel Natur und wunderbare Rad- und Wanderwege“, bekräftigt Margit Hörauf. „Wir haben viele Vereine, Läden, Ärzte – alles, was man braucht.“ Insbesondere, dass im Kernort alles fußläufig zu erreichen ist, finden sie praktisch – „von der Physiopraxis bis zum Autohaus“, bringt es der 79-Jährige auf den Punkt. Wobei die hügelige Landschaft die ein oder andere Verschnaufpause fordert, vor allem, wenn es wieder nach oben in die Panoramastraße geht.

Bewerten Sie die Gemeinde Braunsbach

Beteiligen Sie sich an der Aktion „Hier sind wir zu Hause“ und vergeben Sie Schulnoten für die Gemeinde auf dem Frage-Coupon, der am heutigen Samstag (18. Juli) als Flyer dem Haller Tagblatt beiliegt. Am Montag wird dieser an alle Resthaushalte in Braunsbach verteilt. Auf dem Flyer finden Sie auch einen Verzehrgutschein, den Sie am Donnerstag (23. Juli) beim HT-Leserfest (Beginn 18 Uhr) auf dem Marktplatz einlösen können.

Online ist es ebenfalls möglich, an der Befragung teilzunehmen – unter www.swp.de/hallertagblatt/umfrage. Zudem haben Sie beim Vor-Ort-Termin am Donnerstag noch einmal Gelegenheit, anonym Ihre Noten zu vergeben. Die Ergebnisse der Befragung werden anschließend im Haller Tagblatt veröffentlicht.

Manfred Hörauf merkt aber auch an: „Eine Apotheke vermissen wir.“ Die am Marktplatz hat zum Ende des Jahres 2023 zugemacht. Auch der Mangel an Parkplätzen sei so eine Sache in Braunsbach. „Aber das haben andere Gemeinden auch“, zeigt sich der Rentner diplomatisch, der kommende Woche seine 417. Braunsbacher Gemeinderatssitzung besuchen wird. Die Restaurants kann man ja zur Not auch ohne Auto aufsuchen. „Der Marktplatz ist manchmal ein Mekka für die Radfahrer“, sagt er mit sprachlichem Augenzwinkern.

Aktive Vereinslandschaft

Bis heute bringen sich die Eheleute ins Gemeindeleben ein. Sie sind in so vielen Vereinen Mitglied, dass es sicherlich schwierig würde, alle aufzuzählen. Albverein, Landfrauen, der 1.-FC-Nürnberg-Fanclub „FrankenPower Kochertal“, den Manfred Hörauf 2009 mitgegründet hat, und und und. Sie finden: Alle Vereine und jeder Teilort sind aktiv. So seien auch die Feste im Gemeindegebiet immer einen Besuch wert. Nicht selten trifft man die Höraufs als Helfer an. Auch das kulturelle Angebot in Braunsbach heben sie hervor, nennen etwa die Wintergespräche.

Die Gemeinde habe sich „so toll“ entwickelt, sagen die beiden alteingesessenen Bewohner. Guten Gewissens könnten sie es anderen empfehlen, nach Braunsbach oder in einen Teilort zu ziehen. „Und die Leute bleiben auch gerne hier“, merkt Margit Hörauf an. „Viele Junge bauen hier und bleiben auch.“

Wohnen in der Gemeinde Braunsbach – Daten und Fakten

Einwohnerzahl: 2599 (Stand Juli 2026), Gemeindegröße: 52,87 km²

Teilorte: Braunsbach mit Schaalhof; Geislingen am Kocher mit Bühlerzimmern und Hergershof; Arnsdorf mit Braunoldswiesen, Herdtlingshagen, Reisachshof, Rückertsbronn und Rückertshausen; Döttingen; Jungholzhausen mit Zottishofen und Dörrhof; Orlach mit Elzhausen; Steinkirchen mit Sommerberg, Tierberg, Weilersbach und Winterberg

Freie Bauplätze: Die Gemeinde verfügt derzeit nur über einen kommunalen Bauplatz in Braunsbach, allerdings in sehr steiler Lage. Die Kommune beschäftigt sich mit Überlegungen zur Erschließung weiterer Neubaugebiete. Es gibt noch mehrere private Bauplätze, unter anderem in Bühlerzimmern und im Bereich des Zeilwegs in Braunsbach. Eine vollständige Übersicht liegt der Verwaltung aber nicht vor.

Medizinische Versorgung: zwei Hausarztpraxen, Zahnarztpraxis, Praxis für Osteopathie und Physiotherapie, zwei Hebammen, „Diakonie Daheim“, Pflegedienst Krimmer

Nahversorgung: D’Schwarz Lebensmittel, Bäckerei- und Wurstwaren (Braunsbach), Blumengeschäft Sonnenblume samt Postfiliale (Braunsbach), Filiale VR-Bank Heilbronn Schwäbisch Hall (Braunsbach), Däuber’s Hofladen (Jungholzhausen)