Haller Fall in „Aktenzeichen XY“: Angriff auf Jakobimarkt – Nach Faustschlag in Lebensgefahr

Festplatz auf den Kocherwiesen in Schwäbisch Hall-Steinbach bei Nacht.
Tobias Würth- Am 23. Juli 2023 wurde ein 24-Jähriger auf dem Jakobimarkt in Schwäbisch Hall schwer verletzt.
- Er erhielt nachts um 1 Uhr einen Faustschlag, der zu Schädelbruch und Gehirntrauma führte.
- Die Polizei sucht mit zwei Phantombildern nach dem Täter, der circa 1,80 m groß und dunkelhaarig ist.
- Der Fall wird am 11. Dezember in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ vorgestellt.
- Hinweise nimmt das Polizeirevier Schwäbisch Hall unter 0791 4000 entgegen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Für eine Stunde vor dem Vorfall und für die zwei Wochen danach fehlt mir jegliche Erinnerung“, erläutert der heute 24-Jährige am Telefon. Um kurz nach ein Uhr hat er am 23. Juli 2023, einem Sonntag, einen massiven Schlag auf den Kopf erhalten. „Stehend K.o. – Licht aus“, beschreibt er eineinhalb Jahre später die Situation nach Ende der Feiern im Festzelt des Jakobimarktes. So kann er sich zumindest die Situation rekonstruieren, an die er sich nicht erinnert.
Er sackt zu Boden, kracht auf den Fußweg, zieht sich schwere Verletzungen am Kopf zu. Eine Not-Operation rettet ihm das Leben. Kann es sein, dass der Mann aus dem Raum Crailsheim Knockout-Tropfen ins Glas geschüttet bekam? „Nein“, sagt er. Denn zuvor sei er noch bei klarem Bewusstsein gewesen. Die Erinnerungslücke sei erst im Nachhinein entstanden, wegen des brutalen Schlags gegen den Kopf.
Unbekannter schlägt 23-Jährigen unvermittelt ins Gesicht
In Schwäbisch Hall und Umgebung kennt man das größte Volksfest der Stadt. Viel Bier fließt auf dem Jakobimarkt. Immer mehr Security-Mitarbeiter sorgen auf dem Festgelände für Sicherheit. Denn Schnäpse werden gekippt. Der eine beleidigt den anderen. Schnell kommt es mal zu einem Kinnhaken oder einem Schlag. Doch weder die Polizei noch das Opfer beschreiben den Ablauf in diesem Schema. „Ich war gar nicht in besonderem Maße alkoholisiert“, sagt der junge Mann, der auf eine Aufklärung des Falls hofft.
In der Nacht vom 22. Juli 2023 feiert der damals 22-jährige Student mit seinen Freunden im Festzelt des Jakobimarktes in Schwäbisch Hall. Gegen 1 Uhr verlässt er mit einem Kumpel das Festzelt, um an der Steinbacher Straße auf die anderen Freunde zu warten. Gegen 1.15 Uhr kommt es auf dem Fußweg neben der Steinbacher Straße etwa auf Höhe des Festzeltes zu dem folgenreichen Vorfall.
Plötzlich werden die beiden von einem unbekannten Mann angesprochen: Er behauptet, der 22-Jährige hätte ihn angerempelt. Das Opfer ist sich keiner Schuld bewusst, doch der Fremde diskutiert nicht weiter und schlägt seinem Gegenüber mit der Faust ins Gesicht, dieser geht sofort bewusstlos zu Boden.
Opfer leidet bis heute an den Folgen der Verletzungen
Glücklicherweise führen Zeugen sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen aus, schreibt die Polizei. Es geht ins Krankenhaus. Schädelbruch, Schädel-Hirn-Trauma, Blutung zwischen Schädelknochen und der harten Hirnhaut.
Das epidurale Hämatom ist eine der bedrohlichsten medizinischen Diagnosen, die einem Menschen gestellt werden können. Wird nicht sofort chirurgisch eingegriffen, kann die Person sterben. Eine bleibende Behinderung droht. „Der Geschädigte erlitt einen Schädelbruch und befand sich vorübergehend in akuter Lebensgefahr“, bestätigt das Polizeipräsidium Aalen.
Doch der heute 24-Jährige trifft wohl auf die richtigen Ärzte, die beherzt und professionell vorgehen. „Teile von meinem Kopf wurden aufgesägt“, sagt er. Etwa eine Woche nach der Tat meldet die Polizei: Der Geschädigte ist mittlerweile außer Lebensgefahr, wurde aber im Laufe der Woche mehrfach zurück auf die Intensivstation verlegt.
Geht es ihm heute wieder gut? Diese Frage kann er nicht mit einem eindeutigen Ja beantworten. Ein Schlag, wie aus dem Nichts nach einem fröhlichen Abend, der den Tod zur Folge hätte haben können? Das macht etwas mit einem. „Psychisch ist es ein Ding“, sagt der 24-Jährige.
Folgen des Schädelbruchs seien noch vorhanden. Auch Schwindelattacken belasten den Mann.

Wer kennt diesen Mann? Zweites Phantombild des potenziellen Täters vom Jakobimarkt 2023.
Grafik PolizeiAktenzeichen XY: Polizei hofft auf Hinweise
Mithilfe eines Zeugen konnte ein Phantombild von dem potenziellen Täter erstellt werden. Das wurde Anfang August 2023 veröffentlicht. Ein zweites Phantombild folgte. Der Mann, der den Schlag ausgeführt haben könnte, wird als circa 1,80 Meter groß, mit einer normalen Statur beschrieben. Er hatte schwarze, kurze Haare und sprach Deutsch.
Vor der Ausstrahlung der Sendung „Aktenzeichen XY“ veröffentlicht die Zweigstelle Schwäbisch Hall der Staatsanwaltschaft Heilbronn zusammen mit Polizeipräsidiums Aalen eine weitere Pressemitteilung. Darin wird auf die beiden Phantombilder verwiesen.
Die Polizei ermittele seitdem, sucht weiterhin Hinweise auf den immer noch unbekannten Täter. Der Fall wird am Mittwoch, 11. Dezember, ab 20.15 Uhr in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY“ im ZDF vorgestellt. Das Polizeirevier Schwäbisch Hall erhofft sich durch die Ausstrahlung neue Erkenntnisse.
Auch der Geschädigte setzt große Hoffnung auf die Aufmerksamkeit, die Moderator Rudi Cerne erhält. „Es kann doch viele aus der Region geben, die das sehen.“ Eine Aufklärung würde ihm sehr weiterhelfen.
Hinweise nimmt das Polizeirevier Schwäbisch Hall unter der Telefonnummer 0791 4000 entgegen, während der Ausstrahlung der Sendung wird ein Hinweistelefon unter der Telefonnummer 0791 400-333 geschaltet sein.

Erstes Phantombild des potenziellen Täters: Schlag auf Kopf bei Jakobimarkt 2023.
Grafik PolizeiWeiter Fälle in der Sendung
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