Grundschule Kreuzäcker in Hall: Aus Matsch-Acker wird Multitalent

Die Kinder freuen sich über ihren neuen Schulhof in den Kreuzäckern.
Tobias Würth- Neuer Schulhof in Kreuzäckern eröffnet: Kletterparcours und Kleinfeld-Ballsportplatz.
- Gesamtkosten 145.000 Euro, davon 45.000 Euro durch den Förderverein finanziert.
- Fläche ist auch nach Schulende offen – inklusiver Treffpunkt mit Sonnenhof-Außenklassen.
- Anlass war ein matschiger, stark belasteter Hof; nun Spielen auch bei feuchter Witterung.
- Stadt lobt das Gemeinschaftsprojekt – Spenden kamen von Firmen, Banken und Familien.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Heute ist der Schulgong ausgeschaltet“, kündigt die kommissarische Schulleiterin Barbara Domisch an. Spielen ohne Limit. Da ist kein Halten mehr! Kaum hat sie ihren Satz beendet, rennen die Schülerinnen und Schüler in Richtung neuem Kletterparcours. Der ist mit Luftballons und Papierketten geschmückt. Die hölzernen Hangel-, Balancier- und Klettergeräte werden gleich an ihrem ersten Tag einem Belastungstest unterzogen. Doch die Konstruktion hält dem Ansturm der vielen Kinder stand. Einige erkunden die Weidentipis, die noch keine Blätter haben. Auch der Kleinfeld-Ballsportplatz wird gleich getestet. Kinder kicken Luftballons hin und her.
Inklusiver Ort
Den versammelten Kindern der Kreuzäckerschule samt ihrer drei Sonnenhof-Außenklassen, den Lehrern, Vertretern der Stadt und Eltern ist an diesem Montag klar: Der Schulhof der Kreuzäckerschule wurde deutlich aufgewertet. Mehr noch: Die Spielflächen dürfen auch nach Schulende von den Kindern aus der Nachbarschaft genutzt werden. Und sie bieten einen Ort der Begegnung von Schülern mit Behinderung der Sonnenhof-Außenklassen mit den Schülern der Kreuzäckerschule im Hauptgebäude.
„Heute ist ein ganz besonderer Tag für uns“, freut sich Lehrerin Domisch bei der Feier im Sonnenschein. „Wir dürfen unseren neugestalteten Schulhof einweihen!“

Fußball oder Basketball: Gespielt werden kann in Zukunft auch bei feuchter Witterung.
Tobias WürthTina Hiller aus dem Vorstand des Fördervereins erläutert den Hintergrund: „Es war immer so matschig, dass die Kinder hier oft nicht spielen konnten.“ War der Schulhof ursprünglich nur für zwei kurze Vormittagspausen konzipiert, verbringen heute täglich über 100 Kinder – rund 75 Prozent der Schülerschaft – den gesamten Nachmittag in der Betreuung vor Ort. Der alte Matsch-Acker, ein von Wurzeln durchzogener Naturraum, war dieser Dauerbelastung nicht gewachsen.
Aufwertung für Siedlung
Auch in der Siedlung gab es nur wenige Angebote. Hiller: „Man kann den Kindern ja nicht nur sagen: Häng nicht am Handy herum. Man muss ihnen doch auch eine Alternative bieten.“ Und dieses Kleinfeld ist nun so ein Ort, wo sie Fußball oder Basketball spielen können. Die dreifache Mutter Tina Hiller sagt: „Wir haben es zusammen mit der Stadt umgesetzt. Das ist vielleicht ein Weg, wie es in Zukunft funktioniert. Die Kommunen sind klamm. Aber so konnte man den Schulhof auch nicht lassen.“ Geld kam von der Baugruppe Stauch, der Parksünderkasse der Bausparkasse, von der VR-Bank und der Sparkasse sowie einzelnen Familien.

Die Sponsoren freuen sich über die gelungene Verwendung des Geldes.
Tobias WürthDie heutige Stadt- und Kreisrätin Tanja Fuchs (FWV) erläutert: „Vor vier Jahren hatte ich die Idee in einer Fördervereinssitzung. Die Kinder hatten wenig Spielmöglichkeiten bei schlechtem Wetter. Ich habe versucht, alle möglichen Fördertöpfe anzuzapfen.“ Der Deutsche Fußballbund hatte zu diesem Zeitpunkt Kleinfeldplätze gefördert. Allerdings lief das Programm aus. Daher stemmte der Förderverein die Aktion zusammen mit der Stadt selbst.
Unbeschwerte Bewegung
„Auch ich freue mich“, sagt Baubürgermeister Peter Klink bei der kleinen Zeremonie am Montag, bei der die Kinder singen, tanzen und kleine Reden vortragen. „Wir erleben bewegte Zeiten, daher ist ein Bewegungsangebot wichtig, das man sorgenfrei nutzen kann“, meint er. Er freut sich über den Impuls und das Geld aus dem Förderverein. Geradezu beispielhaft sei ein Projekt gelungen in einer Zeit, in der die Kommunen „finanziell nicht mehr so gut gepolstert sind“. Insgesamt seien 145.000 Euro verbaut worden, davon hätte der Förderverein 45.000 Euro bezahlt.
„Ein Schulhof ist heute viel mehr als nur ein Aufenthaltsort für die Pause“, erklärt die kommissarische Schulleiterin Barbara Domisch. „Er ist ein erweiterter Lernraum, in dem soziale Kompetenzen und motorische Fähigkeiten gestärkt werden.“ In kurzen Ansprachen geloben die Schüler, gut auf den Platz aufzupassen. Sie versichern: „Wir werden richtig Spaß haben!“
Bleibt nur noch ein Problem zu lösen. Von einem Bauzaun geschützt steht das vermoderte Vorgängermodell des Kletterparcours auf einer Rasenfläche. Und das wohl schon seit Langem. Doch auch darum will sich Baubürgermeister Peter Klink nun kümmern.

Lehrerin Barbara Domisch, Karl-Heinz Dorsch von der Stauch-Gruppe, Tina Hiller vom Förderverein und Baubürgermeister Peter Klink.
Tobias Würth
Die kommissarische Schulleiterin Barbara Domisch und Tina Hiller (rechts) vom Förderverein sprechen zu den Kindern der Grundschule Kreuzäcker.
Tobias Würth