Frauenklinik in Schwäbisch Hall
: Neue Räume und Methoden bescheren mehr Patientinnen

Die Frauenklinik am Diak in Hall zeigt am Samstag, 21. September, beim Tag der offenen Tür das neue Konzept: Die Ambulanz verfügt nun über ein besseres Raumangebot und modernste Geräte.
Von
Tobias Würth
Schwäbisch Hall
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Die Ambulanz der Frauenklinik im Diakoneo Diak Klinikum in Hall bezieht neue Räume (von links): Oberärztin Dr. med. Miriam Bräuer, Chefarzt der Frauenklinik Prof. Dr. med. Stefan Kommoss, Chefarztsekretärin Lena Müller, Hebamme Adelheid Jehle.

Die Ambulanz der Frauenklinik im Diakoneo Diak Klinikum in Hall bietet für Patientinnen neue Räume (von links): Oberärztin Dr. med. Miriam Bräuer, Chefarzt der Frauenklinik Prof. Dr. med. Stefan Kommoss, Chefarztsekretärin Lena Müller und Hebamme Adelheid Jehle.

Tobias Würth

Gerade drückt Chefarztsekretärin Lena Müller auf den Schalter, schon durchflutet helles Licht den Untersuchungsraum. Im Mai dieses Jahres haben die fast 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zur Frauenklinik gehören, die neuen Räume bezogen. Wer die einstigen Zimmer der Gynäkologie-Ambulanz im verwinkelten Waldhaus kennt, wird staunen. Statt eines kleinen Untersuchungskämmerchens bietet der neue Standort der Ambulanz im Hochhaus jetzt weit mehr.  „Früher hatten wir nur einen Raum, heute haben wir ein Dutzend Räume“, freut sich Chefarzt Prof. Dr. med. Stefan Kommoss, der vor genau einem Jahr den Chefarztposten angetreten hat.

Alles an einer Stelle gebündelt

Im ersten Stock des Hochhauses werden Patientinnen empfangen, die in der Regel von ihren Frauenärztinnen an die Klinik überwiesen wurden. Dort befindet sich aus Datenschutzgründen hinter einer Tür der Empfangstresen. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter praktisch: Nahtlos schließt sich das Backoffice mit Computer-Arbeitsplätzen an. Für privatversicherte Chefarztpatientinnen verfügt die Abteilung über ein eigenes Empfangszimmer mit Sekretariat. Davon profitieren letztlich auch die Kassenpatienten, denn die Anmeldung und der Wartebereich verteilen sich auf mehrere Räume, argumentiert Kommoss.

Neuerdings gibt es einen eigenen Raum für Blut- und Urinentnahmen samt Rohrpoststelle. Für den Klinikalltag bedeutet das: Es muss nicht mehr ein Mitarbeiter eine der Proben durch das ganze Gebäude tragen. Die Kapsel benötigt nur wenige Sekunden in der Rohrpoströhre bis zum Bestimmungsort.

„Wir sind voll ausgestattet“, berichtet Kommoss über die Aufwertung des Ambulanzbereichs. An der ein oder anderen Stelle sind zwar noch die alten Fliesen zu sehen, die den lange leerstehenden Trackt des Hochhauses weiterhin zieren. Der Chefarzt verweist aber auf die modernen Möbel und medizinischen Geräte, auf die es ankomme. Er sei sehr froh, dass die Klinik so viel in das alte Gebäude investiert habe. Eine Dauer-Ausstellung mit Bildern der Malerin Inge Zelewitz würde demnächst die Abteilung optisch aufwerten.

Zwei Räume erhöhen Flexibilität

Im ersten Untersuchungsraum geht es um alle Themen rund um die Gesundheit der Frau und vor allem um die Krebserkennungen. Modernste Geräte zum Brustkrebs- oder Gebärmutterhalsscreening stünden zur Verfügung. Im zweiten Behandlungsraum steht die Vorsorge vor der Geburt im Vordergrund. Dort können die Herztöne abgehört und per Ultraschalle die Größe des Babys im Bauch kontrolliert werden.

Während Professor Stefan Kommoss eigens wegen seiner Erfahrung bei der Diagnose und Therapie von Krebs ans Diak berufen wurde, deckt Oberärztin Dr. med. Miriam Bräuer als Leiterin der Geburtshilfe die Begleitung von Schwangeren ab.

Einst sei die Ambulanz auf einen behandelnden Arzt zugeschnitten gewesen. Jetzt habe sich der Ansatz nun geöffnet. „Wir können jetzt in einem interprofessionellen Team arbeiten“, sagt Miriam Bräuer. Für die Patientin bedeutet das: Sie kommt zu einem Termin und wird nacheinander von der Ärztin oder dem Arzt und der Hebamme untersucht, trifft auf das Verwaltungspersonal oder einer Pflegerin. Die Absprachen zwischen Arzt, Hebamme, Pfleger und Sekretariat verliefen dabei auf kurzem Weg.

Obwohl sich die Kreißsäle und Operationsräume zwei Stockwerke weiter oben im Hochhaus befinden, seien die Wege innerhalb der Frauenklinik dennoch viel kürzer geworden. Jetzt reicht eine Fahrt mit dem Aufzug. Die einstige Odyssee durch mehrere verwinkelte Gebäudeteile fällt weg.

Beim Tag der offenen Tür wollen die Mitarbeiter zeigen, dass viele, einst gefährliche Krankheiten, viel besser zu behandeln sind. Die Sterberate bei Brustkrebs habe sich um ein Vielfaches im Vergleich zu früher verringert. Dennoch gibt es auch in der Frauenklinik Befunde, die für Patientinnen erschreckend sind, da sie ihr Leben bedrohen. Für ernste Gespräche abseits der Behandlungsräume bietet die Frauenklinik-Ambulanz nun auch Räume.

Zahl der Operationen steigt

Im Mai wurden die neuen Räume bezogen. Durch die beiden Untersuchungsräume verdoppeln sie bei der Diagnose die Kapazitäten. Das und der offensichtlich gute Ruf von Chefarzt Kommoss haben zu einer deutlichen Erhöhung der Fallzahlen geführt. Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten würden angeboten, die ansonsten nur an Unikliniken zu finden seien. Der Krebs-Spezialist mit Erfahrungen aus Nordamerika freut sich über die Entwicklung der Frauenklinik. Bereits im August lagen die Zahlen der Operationen über denen des gesamten Vorjahres.

Auch von der aus politischen Gründen auf der Kippe stehenden Level-1-Versorgung gebe es gute Nachrichten. So seien allein in den vergangenen Wochen acht Mini-Frühchen im Diak auf die Welt gekommen. Das sind Fallzahlen, die dringend vorgewiesen werden müssen, um dieses Versorgungslevel dauerhaft in Schwäbisch Hall anbieten zu dürfen.

Stefan Kommoss freut sich über eine Begegnung mit seinem Vorvorgänger. Der 88-jährige Dr. Richard Klink komme zum Gespräch am Tag der offenen Tür. Interessant werden auch die Einblicke, die eine Krebspatientin geben will. Sie werde alle Aspekte der Erkrankung aus einer sehr persönlichen Sicht schildern.

Tag der offenen Tür der Frauenklinik in Hall

Die Frauenklinik am Diakonie Klinikum im Hochhaus auf dem Stammgelände in Schwäbisch Hall öffnet ihre Türen. Besucher dürfen einen Blick hinter die Kulissen werfen und mit dem Team plaudern. Der Termin ist am Samstag, 21. September, 10 bis 15 Uhr.

Geboten wird ein abwechslungsreiches Programm, samt OP-Führungen und eine Teddy-Klinik.

Kurzvorträge:

11 Uhr: Individuell & sicher – Die  Geburtshilfe stellt sich vor

12.30 Uhr: Brustkrebs – Eine Patientin erzählt

14 Uhr: Frauenheilkunde gestern & heute  – Ehrengast Dr. Richard Klink

Rahmenprogramm von 10 bis 15 Uhr: Gesundheitsmesse mit 15 Ausstellern. Hebammen:  Gut begleitet von Anfang an. Thema Versorgung der Allerkleinsten. Besichtigung der neuen Ambulanz mit Kunstausstellung. OP-Simulator: Besucher können einmal Arzt oder Ärztin spielen. Kinderprogramm: Riesentrampolin, Speisen und Getränke.