Feuerwehr-Kindergruppe Stimpfach
: Kleine Helden mit nassen Füßen

Kids im Grundschulalter für die Feuerwehr begeistern – das ist das Ziel von Kindergruppen. Wie das gelingt, zeigt die Wehr in Stimpfach mit den „Löschlöwen“.
Von
Eileen Schirle
Stimpfach
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Kinderwehr Löschlöwen: Kinderfeuerwehr Löschlöwen in Stimpfach 
Magazin Brandaktuell 2026

Das Interesse an der Kindergruppe in Stimpfach ist groß: Rund 20 Kids im Alter zwischen sechs und neun lernen bei den Treffen im zweiwöchigen Rhythmus die Feuerwehr kennen.

Eileen Schirle
  • In Stimpfach lernen rund 20 Kinder von sechs bis neun die Feuerwehr kennen – Treffen alle zwei Wochen.
  • Übungen mit Löschangriffen und Fahrzeugkunde stehen im Fokus, dazu Ausflüge zu THW und Polizei.
  • Die Nachfrage ist hoch, es gibt eine Warteliste. Ein Team aus zehn Betreuern leitet die Gruppe.
  • 2017 gegründet, wechseln viele mit zehn in die Jugendfeuerwehr. Erstes Eigengewächs wird aktiv.
  • Wallhausen plant eine Kinderwehr namens „Feuerflitzer“, Betreuerinnen und Betreuer werden noch gesucht.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Kann ich schon aufdrehen?“ Ungeduldig wartet einer der „Löschlöwen“ auf seinen Einsatz. Er steht ganz vorn beim fiktiven Einsatz auf dem Gelände vor dem Feuerwehrhaus in Stimpfach und darf das Strahlrohr am Ende des Löschwasserschlauchs bedienen. „Noch nicht“, antwortet Thomas Schenker, einer der Betreuer. „Erst, wenn du das Zeichen vom Gruppenführer bekommst.“ Und da kommt es schon: „Wasser Marsch!“ hallt es über den Hof – und das Wasser spritzt nach dem Öffnen des Strahlrohrs aus dem Schlauch.

Die Kindergruppe „Löschlöwen“ der Feuerwehr Stimpfach trifft sich alle zwei Wochen mittwochs. Rund 20 Kinder im Alter zwischen sechs und neun Jahren nehmen an den Treffen teil. „Die Nachfrage ist riesig“, erläutert Alexandra Ottenwälder, die Leiterin der Gruppe. „Wir können leider gar nicht alle interessierten Kinder aufnehmen und haben eine Warteliste.“ Rund eineinhalb Stunden dauern die Treffen. Auf spielerische Art und Weise lernen die Kids Feuerwehrbegriffe, Vorgehensweisen, Fahrzeuge und andere Blaulichtorganisationen kennen.

Löschen macht hungrig

Ein Team aus zehn Betreuern – eine Mischung aus aktiven Feuerwehrleuten und Zivilpersonen – bereiten die Treffen vor und sorgen für einen geregelten, aber spaßigen und lehrreichen Nachmittag. An diesem Mittwoch Anfang März steht ein Löschangriff auf dem Plan. Doch bevor sich die kleinen Feuerwehrleute ans Werk machen, kommen sie im Versammlungsraum im Magazin zusammen – passend gekleidet in ihren braunen Löschlöwen-T-Shirts, die von der Firma Köhnlein Türen gesponsort wurden. Simon Schenk, Betreuer der Gruppe und stellvertretender Gesamtkommandant der Feuerwehr, kontrolliert die Anwesenheit und erklärt, wie der Nachmittag ablaufen wird: Ein Teil der Gruppe geht nach draußen und trainiert den besagten Löschangriff, die restlichen Kids bereiten derweil Pizzabrötchen vor. Nach rund 25 Minuten wird getauscht.

Und schon geht es los: Die Betreuer fahren das Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 vor und die Kinder steigen ein. Wer welche Rolle bei diesem Einsatz einnimmt, gibt die Sitzposition vor. Egal ob Maschinist, Gruppenführer, Melder, Wasser-, Schlauch- oder Angriffstrupp: Die Kinder wissen schon ganz genau, was sie in ihrer jeweiligen Funktion zu tun haben. „Solche Löschangriffe machen wir immer wieder, deswegen kennen sich die Kinder auch schon so gut aus“, erklärt Mia Hollmer, Feuerwehrfrau und Betreuerin der Kindergruppe. Vor allem die älteren Kinder seien geübt. Die „Fahrt“ ist kurz – das Feuerwehrauto bewegt sich nicht – und schon strömen die Kids aus und machen sich ans Werk. Schläuche werden abgewickelt und an den naheliegenden Hydranten angeschlossen. So wird die Wasserversorgung sichergestellt. Die Kinder agieren selbstständig, doch die Betreuer haben immer ein wachsames Auge und korrigieren die Handgriffe, wenn nötig.

Nur wenige Minuten später fließt Wasser aus den Schläuchen und der „Brand“ wird gelöscht. Zusätzlich baut eine Dreiergruppe ein Hydroschild auf, das angrenzende Gebäude vor den Flammen schützen soll. Ein echtes Feuer gibt es natürlich nicht – die Flammen sind der Fantasie der Kids überlassen. Der Angriffstrupp gibt kurze Zeit später ein Zeichen: Das Feuer ist aus. Nun muss die Einsatzstelle noch erkundet werden. Wurde alles gelöscht? Gibt es noch Glutnester? Der Gruppenführer gibt Entwarnung. Der Einsatz wurde erfolgreich beendet. Und schon wuselt es auf dem Hof wieder: Die zwei Gruppen tauschen die Aktivitäten. Am Ende sitzen alle glücklich, etwas nass – aber das gehört zu einer Übung dazu – in der Magazinküche und essen ihre selbstgemachten Pizzabrötchen.

  • Kinderwehr Löschlöwen: Kinderfeuerwehr Löschlöwen in Stimpfach 
Magazin Brandaktuell 2026

    Die Kindergruppe „Löschlöwen“ in Stimpfach trifft sich alle zwei Wochen. Hier lernen die Kids die Feuerwehr auf spielerische Art und Weise kennen.

    Eileen Schirle
  • Kinderwehr Löschlöwen: Kinderfeuerwehr Löschlöwen in Stimpfach 
Magazin Brandaktuell 2026

    Die Kindergruppe „Löschlöwen“ in Stimpfach trifft sich alle zwei Wochen. Hier lernen die Kids die Feuerwehr auf spielerische Art und Weise kennen.

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    Die Kindergruppe „Löschlöwen“ in Stimpfach trifft sich alle zwei Wochen. Hier lernen die Kids die Feuerwehr auf spielerische Art und Weise kennen.

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    Die Kindergruppe „Löschlöwen“ in Stimpfach trifft sich alle zwei Wochen. Hier lernen die Kids die Feuerwehr auf spielerische Art und Weise kennen.

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Magazin Brandaktuell 2026

    Die Kindergruppe „Löschlöwen“ in Stimpfach trifft sich alle zwei Wochen. Hier lernen die Kids die Feuerwehr auf spielerische Art und Weise kennen.

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Erfolgreiche Eigengewächse

Die Kindergruppe in Stimpfach wurde 2017 gegründet mit dem Ziel, Kids schon frühzeitig an die Feuerwehr zu binden. Erst mit zehn Jahren können Kinder der Jugendfeuerwehr beitreten – das sei recht spät. „In diesem Alter haben Kinder bereits ihre Hobbys gefunden: Fußball, Tanzen, Instrumente spielen. Für die Feuerwehr ist da oft kein Platz mehr“, weiß Mia Hollmer. Die Kindergruppe schafft hier Abhilfe. Mit Erfolg: Viele der Kinder bleiben der Wehr treu und wechseln mit zehn Jahren in die Jugendfeuerwehr. „In diesem Jahr können wir sogar den ersten Jugendlichen, der 2017 bei den Löschlöwen anfing, bei den aktiven Einsatzkräften begrüßen“, freut sich die Feuerwehrfrau.

Auch Laurin und Florian, zwei kleine Löschlöwen, möchten später einmal bei den „Großen“ mitmachen und Brände bekämpfen. Die beiden Neunjährigen haben von Freunden in der Schule und der Familie davon erfahren, dass es die Kindergruppe in Stimpfach gibt. „Mir gefallen vor allem die Übungen mit Wasser“, sagt Florian mit einem Lächeln auf dem Gesicht. „Man lernt hier ganz viel Neues, das ist richtig cool“, ergänzt Laurin.

Die Kinderwehren im Landkreis

14 Kindergruppen gibt es bei den Feuerwehren im Landkreis Schwäbisch Hall – in Bühlerzell, Frankenhardt, Fichtenberg, Ilshofen, Gerabronn, Mainhardt, Langenburg, Oberrot, Obersontheim, Rot am See, Satteldorf, Schrozberg, Stimpfach und Vellberg.

Die Betreuer denken sich dafür alle zwei Wochen ein neues Programm aus. „Der Spaß steht im Vordergrund“, sagt Mia Hollmer, „doch die Kinder sollen natürlich die Feuerwehr besser kennenlernen.“ Mit Spielen oder einem Quiz werden die Kids mit Fahrzeugen und Fachbegriffen vertraut gemacht. Die Gruppe unternimmt Ausflüge, um andere Rettungsorganisationen kennenzulernen: Besuche beim THW, der Integrierten Leitstelle oder der Autobahnpolizei standen bereits auf dem Plan. Solche Unternehmungen mit 20 Kindern sind nicht einfach zu händeln – „deswegen ist es enorm wichtig, ein gutes Team an Betreuern zu haben“, so Hollmer.

Das erfolgreiche Konzept der Kindergruppen kommt bei den Wehren an. Auch in Wallhausen soll es in naher Zukunft eine Kinderwehr geben. Markus Haslauer und Tom Scholz von der Feuerwehr Wallhausen sind an diesem Mittwochnachmittag in Stimpfach zu Gast, um sich das Treffen der Kindergruppe anzusehen, Ideen zu sammeln und sich mit den Betreuern auszutauschen. „Auch wir haben festgestellt, dass die Jugendfeuerwehr für viele Kinder zu spät kommt und möchten deshalb eine Kindergruppe gründen.“ Die Vorbereitungen dafür laufen, es werden noch weitere Betreuer gesucht. Eines steht jedoch schon fest – der Name: die „Feuerflitzer“.

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Einmal jährlich erscheint Brandaktuell als Jahresmagazin des Kreisfeuerwehrverbands Schwäbisch Hall in Zusammenarbeit mit der SÜDWEST PRESSE Hohenlohe. Darin enthalten sind aktuelle Themen, die die Feuerwehren im Landkreis beschäftigen, sowie ein umfassender Rückblick aller Wehren auf das Vorjahr. Die aktuelle Ausgabe von Brandaktuell gibt's hier kostenlos zu lesen.