Falschen Polizisten geleimt
: 91-Jähriger aus dem Kreis Hall legt Betrüger aufs Kreuz

Er hat den Spieß einfach umgedreht: Ein cleverer Senior aus dem Landkreis Schwäbisch Hall hat der Polizei geholfen, einen mutmaßlichen Telefonbetrüger dingfest zu machen. Sein Trick war ebenso einfach wie clever.
Von
Kerstin Auernhammer
Kreis Schwäbisch Hall
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Das verunsicherte Opfer schenkte dem Kriminellen Glauben, holte auf Anweisung des Betrügers mehrere tausend Euro Bargeld auf der Bank ab und übergab es später an einen Komplizen der Anrufer.

ARCHIV - ILLUSTRATION - Ein Mann hält am 09.09.2015 in Hannover (Niedersachsen) einen Telefonhörer in der Hand. Sie geben sich am Telefon als Polizisten aus und erbeuten so Millionen: In Bayern kam es dieses Jahr schon zu über 1500 solcher Betrugsfälle. (zu dpa «Betrug durch falsche Polizeibeamte steigt rapide an» vom 21.05.2017) Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Ein 91-Jähriger aus dem Kreis Schwäbisch Hall hat eine Betrugsmasche durchschaut. Er legte einen falschen Polizisten herein und sorgte so dafür, dass bei einem 26-Jährigen die Handschellen klickten. (Symbolfoto)

Julian Stratenschulte/dpa
  • Ein 91-Jähriger im Kreis Schwäbisch Hall entlarvte einen falschen Polizisten.
  • Der Täter wollte Wertgegenstände abholen – der Senior forderte einen Dienstausweis.
  • Er ließ sich das Handy durchs Fenster geben und schloss, der Betrüger floh ohne Beute.
  • Die Polizei nutzte das Smartphone und fand einen 26-Jährigen in Hessen – Festnahme Anfang Mai.
  • Verdacht auf versuchten gewerbsmäßigen Bandenbetrug, U-Haft seit dem 11. Mai.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein 91-jähriger Mann aus dem Kreis Schwäbisch Hall hat der Polizei geholfen, einen Betrüger dingfest zu machen. Der Senior luchste einem falschen Polizisten dessen Handy ab, so kam die Polizei dem 26 Jahre alten Betrüger auf die Spur.

Der betagte Mann hatte bereits am 14. April einen Anruf erhalten. Der Anrufer gab sich als Polizist aus. Man ermittle wegen einer Einbrecherbande in seiner Nachbarschaft, sagte er dem Rentner. Dies ist eine bekannte Betrugsmasche. Kriminelle erzeugen ein Gefühl von Unsicherheit und geben vor, die Polizei komme vorbei und helfe dabei, Wertgegenstände in Sicherheit zu bringen. Die echte Polizei warnt immer wieder vor solchen Methoden.

Betrüger will Gold von Opfer abholen

Davon hatte offenbar auch der 91-Jährige gehört. Denn auf die Frage, ob er Wertgegenstände zu Hause habe, erzählte er dem Anrufer, er besitze eine größere Menge Gold. Und ja, das würde er natürlich der Polizei übergeben, damit die darauf aufpasse.

Kurze Zeit später stand dann tatsächlich ein angeblicher Polizist vor der Tür des Seniors. Dieser gab sich misstrauisch, er wolle einen Dienstausweis sehen, sagte er. Ins Haus ließ er den Betrüger wohlweislich nicht. Dieser entgegnete, er habe seinen Dienstausweis auf seinem Mobiltelefon gespeichert - wohl in der Hoffnung, dass sein Opfer ihn hereinlassen würde. Doch der 91-Jährige reagierte cool. Er ließ sich vom falschen Polizisten das Smartphone durchs Fenster reichen - um dem Betrüger dann das Fenster vor der Nase zuzuschlagen.

Handy führt zu Verdächtigem in Hessen

Der überrumpelte Betrüger suchte das Weite - ohne Beute und ohne sein Mobiltelefon. Als dann die echte Polizei eintraf, übergab der Senior den Beamten das Smartphone. Dieses führte die Ermittler zu einem 26-Jährigen, der in Hessen lebt. Der mutmaßliche Betrüger wurde Anfang Mai festgenommen. Seit dem 11. Mai sitzt er wegen des Verdachts auf versuchten gewerbsmäßigen Bandenbetrugs in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen gegen ihn laufen noch, die Kripo Waiblingen und die Staatsanwaltschaft Heilbronn prüfen, ob er weitere Betrugsdelikte begangen hat.

Lob von der Polizei

Die Polizei sprach dem toughen Rentner ein Lob aus. „Das hat er sehr gut gemacht“, sagte der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Aalen, Jonas Ilg. „Er hat sich zwar in ein gewisses Risiko begeben, indem er eigenverantwortlich eine Übergabe bei sich zu Hause vereinbart hat.“ Der Mann habe aber viel richtig gemacht. „Er hat uns sehr geholfen.“

So schützen Sie sich vor Betrügern

Kriminelle nutzen oft das Vertrauen der Menschen in Behörden, wie etwa der Polizei, aus. Hier ein paar Tipps, wie man sich verhalten sollte, wenn man Kontakt mit vermeintlichen Polizeibeamten hat:

  • Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in Ihre Wohnung.
  • Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis.
  • Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt. Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde selbst heraus oder lassen Sie sich diese durch die Telefonauskunft geben. Wichtig: Lassen Sie den Besucher währenddessen vor der abgesperrten Tür warten.
  • Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten.
  • Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf.
  • Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.

Mehr Infos, wie Sie sich vor gängigen Betrugsmaschen schützen können, finden Sie online bei der Polizei Baden-Württemberg.