Dauerregen im Limpurger Land: Das Wasser steigt, die Lage bleibt entspannt

Hochwasser in Gaildorf: Die Kocheraue ist mittlerweile komplett überschwemmt.
Richard FärberNachdem es auch am Samstagnachmittag zum Teil heftig geregnet hat, sind die Pegel von Rot und Kocher weiter gestiegen. Die Flussauen sind größtenteils überschwemmt, in Gaildorf schwappt das Wasser bereits in den Schlosspark. Gefährdungen oder Schäden werden nicht gemeldet. Feuerwehr und Bauhof seien aber in Bereitschaft, berichtet der Gaildorfer Stadtsprecher Daniel Kuhn. Zwei Keller habe man bisher auspumpen müssen. Die Fluttore wurden bereits am Vormittag eingebaut.
Stausee in Fichtenberg bei vier Meter
Auch die Fichtenberger Rotaue ist inzwischen großflächig überschwemmt. Die Feuerwehr sei im Dauereinsatz, um die Pumpen zu kontrollieren, berichtet Bürgermeister Ralf Glenk. Auch hier werden bisher keine Schäden gemeldet. Die Pegel am Fichtenberger Diebach-Stausee und am Gnadentaler Stausee lägen mittlerweile bei vier Meter. Eine kritische Situation wäre allerdings erst bei sieben Meter erreicht. Erst dann müssten die Schieber weiter geöffnet und die Regelabgabe erhöht werden. Die beiden Regenrückhaltebecken von Diebach und Bibers gehören in Zuständigkeitsbereich des Wasserverbands Fichtenberger Rot.
Der Sulzbacher Bauhof hat mittlerweile bei Wengen die Hochwassersperren eingebaut. Das Wasser staue sich dort bereits leicht an, berichtet Bürgermeister Markus Bock. Bei Kohlwald sei der Hofsee, er als Löschteich dient, über das Ufer getreten, die Situation sei aber nicht dramatisch. Außerdem sei an einer Stelle die B 19 am Rand überflutet gewesen. Eine Gefährdung habe nicht bestanden.
Aus Gschwend liegen bislang keine Nachrichten vor. Aus Oberrot werden keine besonderen Vorkommnisse gemeldet. Die Feuerwehr sei in Bereitschaft, sagt Bürgermeister Peter Keilhofer. Das Sommerfest in Hausen sei nicht gefährdet.
Marke für fünfjähriges Hochwasser fast erreicht
Zwischen 11 und 13 Uhr hatte der Regen etwas nachgelassen. Danach stiegen die Niederschläge wieder an. Zwischen 13 und 15 Uhr wurden fast 10 Liter pro Quadratmeter gemessen. Seit null Uhr waren es fast 47 Liter. Der Kocherpegel in der Eschenau liegt mittlerweile bei 4,6 Meter und damit über dem Wert eines zweijährigen Hochwassers. Das fünfjährige Hochwasser ist bei 4,88 Meter erreicht. Der Rotpegel bei Mittelrot liegt mittlerweile bei 2,8 Meter und damit knapp unter dem fünfjährigen Hochwasser. Allerdings liegen von dort nur Rohdaten vor. Das Hauptsystem ist derzeit nicht in Betrieb.

Anhaltender Regen lässt den Kocher bei Gaildorf anschwellen. Das Bild zeigt die Behelfsbrücke der B 19 bei Gaildorf-Münster.
Richard Färber