Brand in Schwäbisch Hall: Feuer in Mehrfamilienhaus: Toter könnte der 74-jährige Bewohner sein

Beamte der Spurensicherung gehen an dem Fenster vorbei, das die Feuerwehr in der Nacht bei den Löscharbeiten eingeschlagen hat. In der Wohnung wurde ein Mann tot aufgefunden.
Thumilan Selvakumaran- Brand in Schwäbisch Hall: Feuer in Mehrfamilienhaus fordert ein Todesopfer.
- Feuerwehr fand die verstorbene Person in der betroffenen Wohnung.
- Brandursache und Identität der Person sind noch ungeklärt.
- Einsatzkräfte mit zehn Fahrzeugen und 38 Feuerwehrleuten vor Ort.
- Übrige Bewohner konnten nach dem Löschen in ihre Wohnungen zurückkehren.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Vom Gehweg aus scheint an diesem Montagmorgen, 1. September, alles ruhig zu sein. Doch das täuscht. Erst kurz vor der Haustür am Mehrfamilienhaus im Beethovenweg werden die Spuren der Nacht sichtbar. Im Erdgeschoss ist eine Scheibe eingeschlagen, die mit Ruß belegt ist. Im Zimmer dahinter sind angeschmorte hölzerne Möbel und Lampen zu erkennen. Beißender Geruch dringt nach außen. Gegen 2 Uhr kam es dort am Montagmorgen zu einem Großeinsatz. Die Feuerwehr Schwäbisch Hall war nach Angaben der Polizei mit zehn Fahrzeugen und 38 Einsatzkräften vor Ort, auch der Rettungsdienst war mit drei Fahrzeugen ausgerückt. Zwar konnten die Einsatzkräfte die Gefahr relativ schnell eindämmen und den Brandherd lokalisieren. Doch dann machten sie eine grausige Entdeckung: Eine männliche Person lag tot in dem Raum.
Einige Stunden später, gegen 8 Uhr, rücken vier Beamten der Spurensicherung an, die sich weiße Overalls und Füßlinge überziehen. Mit Koffern, Geräten und Atemschutz gehen sie in die Räume. Sie fotografieren die Szenerie, sichern Spuren und dokumentieren. Nur kurz darauf rückt auch ein Haller Bestattungsunternehmen an, das den Leichnam in einer Trage abtransportiert.
Identifizierung ohne Obduktion nicht möglich
Die Identifizierung des Opfers erweist sich als schwierig, berichtet am Mittag Polizeisprecher Jonas Ilg vom Präsidium Aalen. Die Folgen des Brandes ließen jedenfalls keinen direkten optischen Abgleich zu. „Es lässt sich vermutlich erst durch eine Obduktion feststellen, um wen es sich handelt“, so Ilg. Einen entsprechenden Auftrag müsse die Staatsanwaltschaft nun erteilen. Bis dann ein rechtsmedizinisches Ergebnis vorliegt, könne es noch einige Tage dauern. „Der Verdacht liegt aber nahe, dass es sich um den Bewohner der Wohnung handelt. Das muss aber erst zweifelsfrei geklärt werden.“ Dann wäre das Opfer ein Mann im Alter von 74 Jahren.
Ein Nachbar berichtet, dass der Bewohner als Hausmeister in dem Komplex am Hagenbacher Ring diente. „Der saß auf dem Rasenmäher und tauschte defekte Lampen aus“, so der Anwohner. „Man hat sich wochenlang nicht gesehen und dann erfährt man, dass es den anderen nicht mehr gibt. Das muss man erstmal verarbeiten.“ Erst so nach und nach realisierten die Anwohner, was in der Nacht passiert ist.
Der Nachbar sei am frühen Morgen aufgeschreckt, als es direkt unter ihm in der Wohnung zweimal geklingelt habe. „Erst habe ich gedacht, das ist der Bote, der eine Zustellung nicht in den Briefkasten bekommt.“ Wegen der frühen Uhrzeit habe er sich dann doch Gedanken gemacht und sei ins Treppenhaus gegangen. Dort sei ein anderer Nachbar vor jener Haustür im Erdgeschoss gestanden. „Der hatte das Piepsen des Rauchmelders in der Wohnung gehört und wollte nachsehen.“ Doch der Mann in der Brandwohnung habe auf das Klingeln nicht reagiert. „Wir sind dann raus. Die Jalousie an dem Fenster war durch die Hitze nach außen gewölbt. Ein Feuer haben wir nicht gesehen, nur bemerkt, dass es brenzlig riecht.“ Sie hatten den Notruf gewählt. Die Feuerwehr sei schnell angerückt und habe dann die Jalousie entfernt, die Scheibe eingeschlagen. „Auch da war kein Feuer zu sehen“, so der Anwohner.

Ein Team des Haller Bestattungsunternehmens Heigold vor dem Mehrfamilienhaus.
Thumilan SelvakumaranEine andere Anwohnerin des Mehrfamilienhauses berichtet, dass sie am frühen Morgen von der Feuerwehr herausgeklingelt wurden. Alle mussten mitten in der Nacht das mehrgeschossige Haus verlassen. „Die waren sehr gut organisiert“, lobt die Rentnerin. Mit Fahrzeugen der Feuerwehr seien sie ins nahegelegene Gemeindehaus der Lukaskirche gefahren worden. „Da kamen sogar Notfallseelsorger. Die haben wir aber gar nicht gebraucht.“ Nach Gesprächen und Tee hätten sie gegen 4.30 Uhr wieder zurück in ihre Wohnungen gedurft. Da war der Feuerwehreinsatz beendet. Die Arbeiter der Ermittler folgte dann aber erst.
Bewohner war im Komplex als Hausmeister aktiv
Über den Zustand des Mannes, der vermutlich das Opfer ist, berichtet eine Nachbarin im Vorbeigehen. „Der sah die letzten Tage nicht mehr so gut aus. Ich habe ihm noch zugewunken, als er letztens auf seinem Rasenmäher saß. Als er wieder ins Haus ging, musste er sich aber hier abstützen.“
Gegen Mittag stehen noch immer Kripobeamte vor dem Gebäudekomplex. Die offene Scheibe ist direkt neben der Eingangstür. Die Beamten müssen den Bereich sichern, „damit da keiner reingeht“, sagt einer der Kripobeamten einer Bewohnerin, die sich über die Einsatzkräfte wundert. Die Scheibe werde demnächst ordentlich verschlossen. Welche Untersuchungen noch nötig werden, sei unklar, teilt indes Sprecher Jonas Ilg mit. „Die Brandursache ist noch nicht geklärt. Aktuell gibt es aber keine Erkenntnisse für eine Fremdeinwirkung.“ Unklar ist damit auch, ob der Mann durch Feuer oder Rauchgase gestorben ist oder ob es davor schon einen – möglicherweise medizinischen – Vorfall gab.

Ein Polizeibeamter steht am Montagmorgen vor dem Mehrfamilienhaus am Hagenbacher Ring.
Thumilan SelvakumaranDas war die Ursprungsmeldung am Montagmorgen, gegen 6.20 Uhr:
Bei einem Brand in Schwäbisch Hall ist am frühen Montagmorgen (1.9.) eine Person ums Leben gekommen. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Aalen waren die Einsatzkräfte gegen 2 Uhr zu einem Mehrfamilienhaus in den Beethovenweg gerufen worden. Die Feuerwehr stellte vor Ort fest, dass der Brand auf eine Wohnung begrenzt war.
Beim Betreten der betroffenen Wohnung fanden die Feuerwehrkräfte eine Person tot vor. Nachdem das Feuer gelöscht war, konnten die restlichen Bewohner in ihre Wohnungen zurückkehren. Es wurde niemand verletzt.

Ein Beamter der Spurensicherung sowie Vertreter eines Haller Bestattungsunternehmens vor dem Brandhaus.
Thumilan SelvakumaranIdentität der toten Person noch unklar
Die Identität der verstorbenen Person und die Ursache des Feuers sind noch nicht geklärt. Die Kripo hat die Ermittlungen aufgenommen.
Die Feuerwehr Schwäbisch Hall war nach Angaben der Polizei mit zehn Fahrzeugen und 38 Einsatzkräften vor Ort, auch der Rettungsdienst war mit drei Fahrzeugen ausgerückt.
