Azubi-Porträt Anlagenmechaniker
: Etwas für die Umwelt tun

Sören Weigel aus Stimpfach macht eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik und steigt manchmal aufs Dach.
Von
Claudia Linz
Obersontheim
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Sören Weigel, Auszubildender zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

Sören Weigel absolviert eine Auszubildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bei der Firma Endress GmbH in Obersontheim.

Claudia Linz
  • Ausbildung in Obersontheim: Sören Weigel lernt Anlagenmechanik für Sanitär, Heizung, Klima.
  • Er installiert Heizungen, Solaranlagen und Wärmepumpen – mit Fokus auf weniger CO₂.
  • Praktikum 2022 bei Endress überzeugte ihn, seitdem im Betrieb und im zweiten Lehrjahr.
  • Aufgaben reichen von Badsanierung bis Dacharbeit, teils mit „Tigersäge“ und Seilsicherung.
  • Berufsschule alle 14 Tage: LBT, Standardhöhen und Heizlastberechnung stehen auf dem Plan.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Schmelzende Gletscher und Eisberge, Artensterben, die Verschmutzung der Meere – für Sören Weigel stand früh fest, dass sein Beruf einer sein muss, der das Klima im Blick hat. Als Auszubildender für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sorgt der 17-Jährige etwa mit der Installation neuer Heizungsanlagen dafür, dass der CO₂-Ausstoß in Haushalten und Unternehmen sinkt und weniger Schadstoffe ausgestoßen werden. Auch baut er energieeffiziente und umweltschonende Systeme wie Solaranlagen und Wärmepumpen in Gebäude ein. „Vor allem Wärmepumpen werden seit einigen Monaten verstärkt nachgefragt“, weiß der junge Mann, der sich im Team mit den Kollegen sehr wohlfühlt.

„Jeder hilft jedem auf der Baustelle, auch die verschiedenen Gewerke unterstützen sich gegenseitig – das macht richtig Spaß“, freut sich der Azubi. Auf den Beruf aufmerksam geworden ist Sören durch seine Verwandtschaft, zu der auch drei Anlagenmechaniker zählen. Sie spornten ihn an, in diesen Beruf doch auch einmal reinzuschnuppern. Vorher hatte er, als er noch Schüler in der neunten Klasse der Realschule am Karlsberg in Crailsheim war, ein Praktikum bei einem Unternehmen für Straßenbau absolviert. Doch das war nicht so sein Ding.

Die zweite Praktikumswoche 2022, jetzt bei der Endress GmbH in Obersontheim, erwies sich dann als Volltreffer. Es hat ihm Spaß gemacht, den Kollegen auf den Baustellen über die Schulter zu schauen und an manchen Stellen selbst Hand anzulegen. Er unterschrieb den Ausbildungsvertrag und startete nach seinem Schulabschluss 2024 in den vielzitierten „Ernst des Lebens“. Inzwischen absolviert er sein zweites Lehrjahr.

Mit „Tigersäge“ unterwegs

Zu Sörens Aufgaben gehört es, Wasser- und Luftversorgungssysteme zu installieren, Heizkessel aufzustellen und Heizungssysteme zu montieren. Bei Badsanierungen werden kleinere Rohre mit der Rohrzange aufgeschraubt, größere mit der „Tigersäge“ abgesäbelt, entfernt und anschließend durch neue ersetzt. Sind die Arbeiten hinter dem Putz erledigt, gehen die Fliesenleger ans Werk. Anschließend montieren Sören und seine Kollegen Handtuchheizkörper, Duschkabinen, WCs, Waschtische und Armaturen. „Das gefällt mir ganz besonders gut, weil das Ergebnis hinterher nicht in der Wand versteckt ist, sondern man es anschauen und sich an der eigenen Arbeit erfreuen kann.“ Manchmal klettert Sören auch aufs Dach, dann nämlich, wenn zum Beispiel Solarpaneele verbunden werden müssen. „Höhenangst sollte man da besser nicht haben“, weiß der 17-Jährige, „denn wer ständig daran denkt, sich irgendwo festzuhalten, kommt mit der Arbeit nicht voran.“ Gesichert sind die Anlagenmechaniker auf dem Dach natürlich schon. Entweder ist das Gebäude eingerüstet und mit Schutznetzen versehen oder die Arbeiter sind mit Seilsicherungssystemen ausgestattet.

Heizlast berechnen

Sörens Arbeitstag beginnt zwischen 6.45 und 7 Uhr. Der Chef informiert im Betrieb dann über die anstehenden Aufträge. Dafür wird das Material hergerichtet und die schweren Werkzeugkoffer werden gecheckt. Sind die Wagen beladen, geht es los. Manchmal ist Sören an einem Tag auf mehreren Baustellen im Einsatz, manchmal ist es nur eine. Zwischen 12 und 13 Uhr ist Mittagspause, um 16 Uhr endet üblicherweise sein Arbeitstag. Doch das kann variieren. Wenn es gut läuft, wird manchmal früher Schluss gemacht. Umgekehrt kann es sein, dass die Arbeiten sich – etwa bei Tätigkeiten auf engem Raum und an schlecht zugänglichen Stellen – länger hinziehen. „Aber ich bin da flexibel.“

Sören Weigel lädt seinen Werkzeugkoffer in den Transporter.

Sören Weigel lädt seinen Werkzeugkoffer in den Transporter.

Claudia Linz

Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Alle 14 Tage besucht Sören für drei Tage in der Woche die Berufsschule in Crailsheim. Neben üblichen Schulfächern steht dort auch Berufskunde, LBT genannt, auf dem Stundenplan. LBT bedeutet „Lernfeld Berufstheorie“. „Wir lernen da beispielsweise die Standardhöhen für WCs und Waschtische kennen, aber auch, wie man die Heizlast für einen Raum berechnet“, gibt Sören einen Einblick. Diese Heizlast ist eine wichtige Grundlage, mithilfe derer die Fachleute entscheiden, wie eine Heizungsanlage ausgelegt und dimensioniert sein muss, damit sie effizient arbeitet und auch an den kältesten Tagen für wohlige Wärme sorgt.

Wer sich für den Beruf interessiert, sollte laut Sören körperliche Arbeit nicht scheuen, anpacken können, kontaktfreudig sein und sich für das Thema Sanitär interessieren. Aller Anfang sei natürlich schwer, gerade dann, wenn man erst aus der Schule kommt, das frühe Aufstehen nicht gewohnt ist und man nicht mehr so viel Freizeit hat, sagt der 17-Jährige, der in seiner Freizeit gern Motorrad fährt und beim SSV Stimpfach Fußball spielt. „Aber man gewöhnt sich schnell dran, der Kontakt mit den Kunden macht Spaß und es ist schön, nach getaner Arbeit sehen zu können, was man geleistet hat. Auch für die Umwelt.“

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