Ausbildung in der Industrie
: Alles andere als eintönig

Die Produktionshalle ist ihre Wirkungsstätte: Sophia Jung berichtet im Azubi-Magazin Next Step von ihrer Ausbildung zur Industriemechanikerin bei EBM-Papst.
Von
Alisa Grün
Mulfingen
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Sophia Jung, Azubi bei EBM-Papst

Umfassender Einblick: Sophia Jung lernt während ihrer Ausbildung bei EBM-Papst vier Standorte kennen.

Alisa Grün
  • Sophia Jung absolviert seit September 2023 eine Ausbildung zur Industriemechanikerin bei EBM-Papst.
  • Sie erlernt handwerkliche Grundlagen, Maschinenbedienung und Arbeitssicherheit in Theorie und Praxis.
  • Die Ausbildung umfasst vier Standorte mit unterschiedlichen Produkten und Abteilungen, u. a. Qualitätssicherung.
  • Berufsschule vertieft Wissen in Fächern wie Pneumatik, Zeichnungen und Werkstattarbeit.
  • Das Azubi-Magazin „Next Step“ informiert junge Menschen über Berufe, Studiengänge und Bewerbungen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Geruch von Metall und Öl liegt in der Luft. Riesige Maschinenanlagen bearbeiten in Windeseile die Produkte. Dazwischen transportieren Gabelstaplerfahrer Ventilatoren mit bis zu zwei Metern Durchmesser von A nach B. In der Produktionshalle von EBM-Papst in Hollenbach herrscht geschäftiges Treiben. Und mittendrin befindet sich – in Arbeitskleidung, mit Schutzbrille und Sicherheitsschuhen ausgestattet – Sophia Jung. Die 20-Jährige lässt sich dort seit September 2023 zur Industriemechanikerin ausbilden.

Welche Eigenschaften sollte man mitbringen?

Wer Industriemechaniker werden möchte, sollte laut Azubi Sophia über handwerkliches Geschick und gutes räumliches Denken verfügen. Außerdem sind oftmals mathematische und physikalische Kenntnisse gefragt. Teamfähigkeit und körperliche Fitness sind ebenfalls vorteilhaft.

Dass sie ausgerechnet diesen Beruf ergreifen möchte, war Sophia zu Beginn ihrer Ausbildungssuche noch nicht so klar. „Ich habe verschiedene Praktika gemacht – im sozialen Bereich, aber auch im Büro. Da habe ich aber schnell gemerkt, dass beides nichts für mich ist“, erzählt sie. Sie wünschte sich einen Beruf, bei dem sie anpacken kann und am Ende des Tages sieht, was sie geleistet hat. Die Berufsberatung in der Schule und mehrere Besuche auf Azubi-Messen machten sie auf die Ausbildung zur Industriemechanikerin aufmerksam. „Ich habe mich etwas mehr darüber informiert und festgestellt, dass das ganz gut zu mir passen könnte.“ Das Unternehmen EBM-Papst war Sophia, die aus Weikersheim-Laudenbach kommt, dabei ebenfalls aufgefallen. Kurzerhand absolvierte sie dort ein Praktikum, das sie in ihrer Berufswahl bestätigte, bewarb sich und erhielt die Zusage.

Inzwischen steckt sie mitten im zweiten Lehrjahr und hat sich schon sehr viel Fachwissen angeeignet. So viel, dass sie auch schon sehr eigenständig ihre Aufgaben erfüllen kann. Doch was beinhaltet die Ausbildung eigentlich alles? „Zu Beginn habe ich erstmal die Grundlagen wie feilen, meißeln, bohren oder handsägen gelernt. Man lernt also zunächst, mit allen Werkzeugen richtig umzugehen“, berichtet Sophia. Erst als sie wusste, wie sie den Werkstoff von Hand richtig bearbeitet, um beispielsweise eine Gewindeschraube herzustellen, die exakt an die vorgesehene Stelle am Produkt passen muss, ging es an die größeren Maschinen.

Jeder Arbeitsschritt wird genau analysiert

Da absolvierte sie dann ihr erstes Projekt: Die Azubine musste einen Metallblock so bearbeiten, dass am Ende ein Stiftehalter entsteht. „Dabei habe ich den Umgang mit Fräs- oder Drehmaschinen gelernt. Meine Ausbilder haben mich genau unterwiesen, damit ich jeden einzelnen Schritt, den die Maschinen später mitunter automatisch durchführen, genau nachvollziehen kann.“ Wie spanne ich das Werkstück ein? Worauf muss ich beim Achsenverfahren achten? Was ist eigentlich ein Fräskopf? Das alles weiß Sophia inzwischen ganz genau und betont: „Man muss sich durch die vielen unterschiedlichen Maschinen und Bearbeitungsverfahren ganz schön viel merken können.“ Das sei aber auch enorm wichtig, denn die Arbeitssicherheit in der Produktion habe jederzeit Priorität.

Was Sophia nicht im Betrieb lernt, bekommt sie an der Berufsschule beigebracht. Etwa eineinhalb Tage pro Woche ist sie hierfür in Künzelsau, um neben Fächern wie Deutsch oder Gemeinschaftskunde ihr Wissen in der Berufstheorie zu vertiefen. Dort werden ganz unterschiedliche Dinge behandelt: „Wir lernen beispielsweise Produkt-Zeichnungen zu lesen, die wir dann später im Beruf anfertigen müssen. Oder wir üben in der Werkstatt das Fräsen und lernen im Labor vieles über Pneumatik und Hydraulik.“ Das Wissen kann sie dann wiederum direkt im Ausbildungsbetrieb umsetzen – und das sogar an allen Standorten von EBM-Papst.

Das erste Lehrjahr hat Sophia größtenteils in Mulfingen verbracht, wo auch die Lehrwerkstatt angesiedelt ist. Aber sie lernt auch die Werke in Hollenbach, Niederstetten und Osterburken kennen. „An jedem Standort stehen andere Produkte im Fokus – in Hollenbach beispielsweise unsere größten Ventilatoren, in Osterburken werden hingegen Schutzgitter hergestellt. So lerne ich eben auch das gesamte Produkt-Portfolio von EBM-Papst von Grund auf kennen.“ Außerdem durchläuft sie dabei die unterschiedlichsten Abteilungen, wie zum Beispiel Schlosserei, Instandhaltung, Staplerwerkstatt oder die Produktion. „Besonders freue ich mich auf die Qualitätssicherung. Das kann ich mir auch gut für meine Zukunft vorstellen, denn man hat eine hohe Verantwortung, muss sehr genau arbeiten und das Wichtigste für mich: Es ist alles andere als eintönig!“

Alle Infos zum Magazin „Next Step“

Zweimal jährlich – einmal im März und nochmal im Juli – veröffentlicht die SÜDWEST PRESSE Hohenlohe das Magazin „Next Step“, das sich an junge Menschen richtet, die auf der Suche nach ihrem beruflichen Werdegang sind. Darin enthalten sind zahlreiche Berufsporträts von Azubis und Studierenden aus der Region, Geschichten von echten Machern, die bereits die Karriereleiter nach oben gestiegen sind, und viel Wissen zu Ausbildung, Studium, Bewerbung und Co. Jede Ausgabe ziert zudem eine andere prominente Persönlichkeit das Cover und steht im großen Next Step-Interview Rede und Antwort.

Das Magazin gibt es als gedruckte Variante oder kann kostenlos in der Online-Ausgabe gelesen werden.