Unfallbericht 2025
: Weniger tödliche Unfälle im Kreis Tübingen

Obwohl es mehr Unfälle als 2024 gab, wurden weniger Menschen verletzt. Das Polizeipräsidium Reutlingen legt die Statistik vor.
Von
Sabine Lohr
Tübingen
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Unfall auf der Tübinger Neckarbrücke. Eine Radfahrerin ist in ein Auto gefahren.

Anfang Mai 2025 verunglückte eine Radfahrerin auf der Neckarbrücke in Tübingen. Sie stieß mit einem Auto zusammen. Sie war eine 267 Radfahrern, die im Jahr 2025 in einen Verkehrsunfall verwickelt waren.

Stefanie Jakob/Archiv
  • 2025: 5577 Unfälle im Kreis Tübingen, 4 Tote, 88 Schwer-, 555 Leichtverletzte.
  • Trotz 32 mehr Unfällen als 2024: 57 weniger Verletzte, weniger Todesfälle.
  • Häufige Ursachen: Abbiege-/Wendefehler, Vorfahrt, Tempo; Tempoverstöße 49.100.
  • Alkoholunfälle sanken auf 59; Drogenunfälle nach Anstieg 2025 um 8 Fälle weniger.
  • Radfahrer-Unfälle 301→267; E‑Scooter-Verunglückte 29, ein Todesfall in Rottenburg.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Auf den Straßen im Landkreis Tübingen kam es im vergangenen Jahr  5577 Mal zu Verkehrsunfällen. Dabei kamen vier Menschen ums Leben, 88 wurden schwer verletzt und 555 leicht. Obwohl es im Vergleich zum Vorjahr 32 Unfälle mehr gab, wurden dabei insgesamt deutlich weniger Personen verletzt: 57 Personen und damit 8 Prozent weniger als 2024 kamen bei Unfällen zu Schaden. Und es gab auch weniger Todesfälle: 2024 starben sieben Menschen bei Verkehrsunfällen. Im Jahr 2025 kamen vier Menschen bei Unfällen ums Leben.

Einer davon starb, weil Alkohol im Blut war. Außerdem verunglückten ein E-Scooter-Fahrer, ein Radfahrer und ein Pedelec-Fahrer tödlich. Auch ein Fußgänger starb nach einem Unfall an seinen Verletzungen.

Viele Unfälle beim Abbiegen und Wenden

Nach wie vor kracht es am häufigsten, wenn Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren gemacht werden. Aus der Statistik, die das Polizeipräsidium Reutlingen am Donnerstag vorlegte, geht hervor, dass die Zahl dieser Unfälle exorbitant zurückging – von 649 im Jahr 2024 auf 439 im Jahr 2025. Das sei aber, so das Polizeipräsidium, darauf zurückzuführen, dass Unfälle wegen eines zu geringen Seitenabstands zum Beispiel zu einem Fahrrad, extra gewertet wurden.

An zweiter Stelle der Ursachen steht die  Missachtung der Vorfahrt. 292 Mal verunglückten dabei Menschen (2024: 297 Mal). Wegen überhöhter Geschwindigkeit kam es im vergangenen Jahr zu 85 Unfällen im Landkreis Tübingen. Das sind 24 und damit 22 Prozent weniger als 2024. Das Präsidium schreibt, dass bei Geschwindigkeitskontrollen im Bezirk des Präsidiums, zu dem neben dem Landkreis Tübingen auch die Landkreise Reutlingen, Esslingen und Zollernalb gehören, die Polizei über 49.100 Verstöße registrierte. Für knapp 1100 Verkehrsteilnehmer hatte das ein ein- oder mehrmonatiges Fahrverbot zur Folge.

Weitere Ursachen waren ein zu geringer Abstand (119), Verkehrsuntüchtigkeit (90), Fehler beim Überholen (59) und Ablenkung (12).

Weniger Unfälle unter Alkohol

Die alkoholbedingten Unfälle sind nach einer Steigerung im Vorjahr auf 71 im Jahr 2025 um zwölf Fälle auf 59 zurückgegangen. Dasselbe gilt für Unfälle unter dem Einfluss von Drogen: Sie stiegen im Jahr 2024 von elf auf 18 und nahmen im Jahr 2025 um acht Fälle ab.

Motorisierte Zweiräder – also neben Motorrädern auch Leichtkrafträder – waren 91 Mal an Unfällen beteiligt, in 56 Fällen alleine, also ohne ein zweites Fahrzeug oder einen Fußgänger. Das sind 19 Fälle weniger als im Vorjahr. 17 Zweiradfahrer wurden bei den Unfällen schwer, 53 leicht verletzt. 56 Motorradfahrer sind ohne Fremdbeteiligung verunglückt. Mit E-Scootern verunglückten im vergangenen Jahr im Landkreis Tübingen 29 Menschen – neun mehr als im Vorjahr. Der Trend ist dabei seit Jahren steigend. Ein E-Scooter-Fahrer verlor sein Leben bei einem Unfall: Er kam nach dem Zusammenprall mit einem Auto in Rottenburg ums Leben.

Rückläufig war die Zahl der verunglückten Radfahrer: Sie sank von 301 im Jahr 2024 auf 267. Zwei der Radfahrer starben an den Folgen des Unfalls, 34 wurden schwer, 196 leicht verletzt. In diesen Zahlen enthalten sind die Pedelec-Fahrer. 88 von ihnen verunglückten vergangenes Jahr, einer starb an den Folgen, 15 wurden schwer, 60 leicht verletzt.

Fast alle verunglückten Fußgänger  trugen Verletzungen davon. Von den 53 betroffenen Personen im Landkreis starb einer, sechs wurden schwer, 42 leicht verletzt, nur drei blieben unverletzt.

Autofahrer waren im vergangenen Jahr 1614 Mal in Unfälle verwickelt, das sind 37 weniger als im Vorjahr. Neben den beiden oben genannten tödlich Verletzten erlitten 49 schwere und 358 leichte Verletzungen. Zudem gab es 160 Lastwagenunfälle, acht weniger als im Jahr davor. Schwer verletzt wurden dabei elf Fahrer, leicht verletzt 31.

Schulwegunfälle nahmen zu

Unter allen Verunglückten im Landkreis Tübingen waren 460 Senioren, 350 junge Erwachsene und 35 Kinder. Die Unfälle auf Schulwegen nahmen um zwei auf sechs zu. Alle Betroffenen waren zwischen sechs und 17 Jahre alt und wurden leicht verletzt.

Das ganze Jahr über kontrolliert die Polizei im Bereich des Polizeipräsidiums Geschwindigkeit und Fahrtüchtigkeit. Im vergangenen Jahr deckten die Beamten dabei mehr als 20.000 Verstöße auf, bei denen die Nutzung von Mobiltelefonen während der Fahrt den größten Anteil ausmachte (rund 10.400), dicht gefolgt von dem Nichtanlegen des Sicherheitsgurts (knapp 8800). Dabei wurden über 900 Verstöße gegen die Sicherungspflicht von Kindern zur Anzeige gebracht.

Statistik im Internet

Der Verkehrsunfallbericht des Polizeipräsidiums Reutlingen ist unter https://ppreutlingen.polizei-bw.de/statistiken/ zu finden. In der Statistik werden die Landkreise  Tübingen, Reutlingen, Esslingen und Zollernalb einzeln betrachtet. Außerdem ist auf der Seite die Kriminalitätsstatistik von 2024 zu finden. Die aus dem vergangenen Jahr liegt noch nicht vor.