Theater Hammerschmiede in Rottenburg
: Von veganen Matineen bis zu Orwells Farm der Tiere

Musik aus aller Welt, ein ziemlich unbesinnlicher Advent und Theater über Liebe und Diktatur: Das Theater Hammerschmiede hat für die kommenden Monate einiges vor. Auch Kinder und Jugendliche sollen wieder auf der Bühne stehen.
Von
Benjamin Breitmaier
Rottenburg
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Von Harfenklängen bis zur turbulenten Weihnachtskomödie: Das Theater Hammerschmiede bietet in den kommenden Monaten ein vielfältiges Programm. Oben links Hans Förster (Harfe) und Kim Pauer (Gesang), die am 7. November auftreten, daneben Gitarrist Oliver Jaeger (15. November). Unten links Marianne Seidel im Stück „Käse. Kotze. Kunstblutbeutel.“, rechts Angela von Gündell und Sabine Niethammer als Ochse und Esel in der gleichnamigen Weihnachtskomödie.

Von Harfenklängen bis zur turbulenten Weihnachtskomödie: Das Theater Hammerschmiede bietet in den kommenden Monaten ein vielfältiges Programm. Oben links Hans Förster (Harfe) und Kim Pauer (Gesang), die am 7. November auftreten, daneben Gitarrist Oliver Jaeger (15. November). Unten links Marianne Seidel im Stück „Käse. Kotze. Kunstblutbeutel.“, rechts Angela von Gündell und Sabine Niethammer als Ochse und Esel in der gleichnamigen Weihnachtskomödie.

Theater Hammerschmiede
  • Theater Hammerschmiede plant Programm mit Musik, Theater, Humor und Projekten für Jugendliche.
  • Neu ist „Kultur & Klima“: Sonntagsmatineen mit veganem Buffet und Fokus auf Nachhaltigkeit.
  • Advent mit „Ox & Esel“ für Kinder ab sechs Jahren sowie „Weihnacht’ lacht“ mit schwarzem Humor.
  • Februar bringt Jazz-Funk-Soul mit „So What“ und „Schatz&Schatz“ über Liebe und Eifersucht.
  • Geplant sind „Bookpink“, „Farm der Tiere“ und „Als die Welt uns gehörte“ – Mitwirkende gesucht.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Was haben ein hungriger Ochse, eine vegane Sonntagsmatinee und die Schweine aus George Orwells „Farm der Tiere“ gemeinsam? Sie alle gehören zum Programm, mit dem das Theater Hammerschmiede am Hammerwasen in die kommenden Monate geht. Angela von Gündell und Sabine Niethammer setzen auf eine Mischung aus Musik, Schauspiel, Humor und Theaterprojekten mit jungen Menschen. Das neue Programm zeigt die große Bandbreite des außergewöhnlichen Kulturortes am Hammerwasen.

Neu ist die Konzertreihe „Kultur & Klima“. Sie verbindet musikalische Matineen am Sonntagvormittag mit einem anschließenden veganen Buffet. Die Idee dahinter: Musik genießen, miteinander ins Gespräch kommen und zugleich den Blick auf Nachhaltigkeit richten. „Veganismus soll dabei nicht als Verzicht, sondern als Einladung verstanden werden, neue Geschmackserlebnisse kennenzulernen“, sagt Angela von Gündell.

Den Auftakt macht am Sonntag, 15. November, um 11 Uhr Oliver Jaeger mit seinem Soloprogramm „Sternenklang über dem Atlantik“. Der Musiker nimmt das Publikum mit auf eine Klangreise zwischen Europa und Südamerika. „Flamenco, Tango, Fado und Choro gehören ebenso dazu wie eine Habanera und Melodien aus Mali. Zu hören ist auch die Symphonetta, ein heute selten gespieltes Instrument“, wie aus der Ankündigung hervorgeht.

Am Sonntag, 31. Januar, folgt um 11 Uhr das Trio Hammerschmiede mit „Klangspiele und Melodienzauber“. Sabine Joss am Klavier, Johannes Steinert an der Violine und Angela von Gündell am Violoncello spielen Werke unter anderem von Felix Mendelssohn Bartholdy, Elena Kats-Chernin, Ludovico Einaudi, Dora Pejačević und Astor Piazzolla.

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Weihnachten mit schwarzem Humor

Im Advent definiert das Theater Besinnlichkeit neu. Am Sonntag, 29. November, und nochmals am 20. Dezember, jeweils um 18 Uhr, steht „Ox & Esel“ von Norbert Ebel auf dem Spielplan. Angela von Gündell spielt den Ochsen, Sabine Niethammer den Esel. Die beiden finden in ihrer Futterkrippe ein schreiendes Menschenkind, dessen Eltern verschwunden sind. Nun müssen sie sich um das Baby kümmern und es vor den Soldaten des Herrn Rodes beschützen. Eine turbulente Krippengeschichte für Kinder ab sechs Jahren und Erwachsene.

Weniger besinnlich wird es am Freitag, 11. Dezember, um 20 Uhr. „Weihnacht’ lacht“ richtet sich an alle, die von Lichterketten und vorweihnachtlicher Rührseligkeit genug haben. Mit schwarzem Humor und Ironie geht es durch Texte von Kurt Tucholsky, Erich Kästner, Robert Gernhardt, Gerhard Polt, Tomi Ungerer und David Sedaris. Für die musikalischen Zwischentöne sorgt Pianist und Opernsänger Reiner Hiby.

Außerdem gibt es am Sonntag, 22. November, um 18 Uhr eine musikalische Weinprobe mit dem französischen Winzer Denis Robert, veganen Snacks und Musik des Duos Hammerschmiede. Wer lieber tanzt, kann das am Samstag, 5. Dezember, ab 20 Uhr beim nächsten Schwof „Dance in the neighbourhood“ mit DJThoms tun.

Von Jazz bis Beziehungstheater

Im Februar geht es mit zwei sehr unterschiedlichen Abenden weiter. Die achtköpfige Stuttgarter Band „So What“ bringt am Samstag, 13. Februar, um 20 Uhr Jazz, Funk und Soul in die Hammerschmiede. Auf dem Programm stehen eigene Arrangements der Musik unter anderem von Miles Davis, Herbie Hancock, Stevie Wonder und Jamiroquai.

Am 19. und 20. Februar, jeweils um 20 Uhr, folgt „Schatz&Schatz“. In dem 45-minütigen Physical-Theatre-Stück setzen sich Alexandra Entenmann und Fine Kroke mit Liebe, Polyamorie, Eifersucht, Streit und der Angst vor dem Alleinsein auseinander. Die Figuren versuchen, ihren eigenen Idealen gerecht zu werden, doch immer wieder brechen Wut und Leidenschaft hervor. Das Stück wurde 2026 mit dem Folkwang-Preis in der Kategorie Darstellende Kunst ausgezeichnet.

Neues auf der Bühne, Mitwirkende gesucht

Weitere Produktionen sind in Vorbereitung. Mit „Bookpink“ von Caren Jeß steht ein Stück voller skurriler Tierfiguren, Sprachwitz und gesellschaftlicher Fragen auf der Liste. Außerdem will Sabine Niethammer mit der Mehrgenerationengruppe „Die Rohlinge“ George Orwells „Farm der Tiere“ auf die Bühne bringen. In der politischen Fabel befreien sich Tiere von ihrem ausbeuterischen Besitzer, nur um anschließend unter der Herrschaft der Schweine in eine neue Diktatur zu geraten.

Hinzu kommen die regelmäßigen Projekte mit Schulen und Kindergärten. So entwickelt die Hammerschmiede jährlich ein Theaterstück mit einer siebten Klasse von St. Klara. Beim von der Baden-Württemberg-Stiftung geförderten Projekt „Drunter und Drüber – Die Vielfalt macht’s“ verbinden Kinder Naturwissenschaft, Schauspiel, Musik und bildende Kunst.

An Ideen und Vorhaben mangelt es dem Theater also nicht. Dabei ist seine finanzielle Zukunft weiterhin ungewiss: Die Stadt Rottenburg will die jährliche Förderung von derzeit 30.000 Euro im kommenden Jahr auf 27.000 Euro senken und ab 2028 ganz streichen.

Mitwirkende gesucht

Besonders ambitioniert ist die geplante Bühnenfassung des Romans „Als die Welt uns gehörte“ von Liz Kessler. Darin geht es um die drei befreundeten Kinder Leo, Elsa und Max, deren Lebenswege zwischen 1936 und 1944 durch den Nationalsozialismus auseinandergerissen werden. Während Elsa und Leo als Juden verfolgt werden, gerät Max als Sohn eines SS-Mannes auf die Seite der Täter. Angela von Gündell hat den Roman mit Erlaubnis der Autorin bereits für die Bühne bearbeitet. Nun sucht das Theater junge Menschen, die bei der Inszenierung mitmachen möchten. Ein erstes Treffen ist für Samstag, 14. November, von 15 bis 17 Uhr in der Hammerschmiede geplant. Interessierte können sich per E-Mail anmelden an info@theater-hammerschmiede.de.