Rottenburg/Reutlingen · Forschung: Wissen von Wehr und Wald

Schwäbisches Tagblatt
.Die Forsthochschule Rottenburg (HFR) erhält den Zuschlag für ein 5-Millionen-Euro-Projekt zur Waldbrandprävention und -bekämpfung und bestätige somit „ihren Ruf als kleine Exzellenz-Hochschule“, wie die HFR mitteilt. Fast 500 Anträge von Universitäten, Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und von Unternehmen waren demnach beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) auf eine neue Förderlinie eingegangen, „die den Transfer neuer Erkenntnisse und Forschungsergebnisse in die Praxis fördern soll“. Das Projekt der HFR und ihres „zentralen Partners“, der Berufsfeuerwehr Reutlingen, ist eines von 20 Vorhaben, die den Zuschlag erhalten haben.
Die HFR ist nach eigener Auskunft seit fast 15 Jahren in Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main aktiv darum bemüht, „das gegenseitige Wissen von Wald und Wehr zu verbessern, um in den zunehmenden Ernstfällen brennender Wälder besser gewappnet zu sein“, wie es in der Pressemitteilung heißt. Ihre Projektidee haben die Rottenburger Professorinnen und Professoren gemeinsam mit vielen Partnern entwickelt. Der zentrale Partner in diesem Vorhaben ist jedoch die Berufsfeuerwehr Reutlingen, deren Chef Stefan Hermann sich schon in seiner früheren Funktion als Kreisbrandmeister im Zollernalb-Kreis engagiert mit dem Thema Waldbrand befasst hatte.
Reallabor für mehr Effizienz
Viele dieser Partnerorganisationen waren auch im April 2023 bei der Tagung „Brennende Wälder - drängende Probleme“ der HFR in der Rottenburger Festhalle, bei der sich über 500 Forst- und Feuerwehrleute austauschten. „Wir freuen uns sehr auf die zukünftig noch engere Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der Feuerwehren. Die haben uns in der Konzeption des Vorhabens unterstützt und mit Michael Müller von der Berufsfeuerwehr Frankfurt und Matthias Hertler von der Berufsfeuerwehr Reutlingen haben zwei von ihnen auch bei der Projektvorstellung in Berlin maßgeblich zum Erfolg beigetragen“, freut sich Prof. Dirk Wolff, der Gesamtprojektleiter an der HFR.
Ziel des Vorhabens der HFR und ihrer Partner ist die Entwicklung und Etablierung eines landesweit zentralen, bundesweit aktiven und international gut vernetzten Kompetenzzentrums zur Waldbrandprävention und Waldbrandbekämpfung. Der Projektname dieses Zentrums lautet im Antrag vollständig „FFFLab“ (ForestFireFighting TransferLaboratory), ein Reallabor zur Effizienzsteigerung der Waldbrandbekämpfung durch einen verbesserten Innovations- und Wissenstransfer zwischen Wehr und Wald.