SWP+SWP+Rottenburger Zettelkasten
: Stacheltier und Federtierchen

Zugetragen, nachgefragt und drüber gestolpert: Was sonst noch diese Woche los war.
Von
Jana Breuling
Rottenburg
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Zettelkasten oder AuswilderungskastenDieser Igel nimmt nicht nur in der Südwest-Presse viel Raum ein (wir berichteten in einer dreiteiligen Serie), sondern auch darauf. Die Igeldame sitzt, niveauvoll gebettet, in einem Auswilderungskasten im Garten bei Carmen Spohn in Bad Niedernau, bereit für die Freiheit. Ein Napf mit getrockneten Insekten zum Frühstück, dazu Zeitungslektüre. Schließlich muss sie wissen, was zwischenzeitlich so passiert ist, in Rottenburg und Umgebung. Während die Tageszeitung ihr den stacheligen Popo wärmt, blickt sie bereits neugierig in den Garten, wo in dieser Jahreszeit balzende Igelmännchen auf eine hübsche, intelligente, belesene Igelin bestimmt sehnsüchtig warten. Zuletzt befand sich die Igelfrau in tierärztlicher Behandlung in einer Igelklinik in Hochdorf, wo sie auch ihren Winterschlaf hielt. In der Phase der Auswilderung kann man Igel übrigens mit Glück bei einem Vorgang beobachten, der sich „Selbsteinspeicheln“ nennt. Dabei lecken sie an Gegenständen aus der Umgebung und schmieren sich den Speichel anschließend auf den Körper. Damit nehmen sie den Duft ihrer Umgebung an. Wissenschaftler vermuten, dass dies ihnen hilft, ihren Geruch vor Fressfeinden zu verbergen oder ihre Stacheln zu schützen.

Die Igelin sitzt auf einem wärmenden Zeitungspolster in ihrem Auswilderungskasten in Bad Niedernau

Jana Breuling