Rottenburger Bürgermedaillen
: „Das belebt einfach das Herz“

Melanie Ulmer hat eine Superkraft: Ihre Begeisterung auf andere übertragen. Die quirlige Vorsitzende des Musikvereins Weiler wurde für ihr Engagement dieses Jahr ausgezeichnet.
Von
Benjamin Breitmaier
Rottenburg
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Schafferin mit Herz und Witz Melanie Ulmer

Thomas Kiehl
  • Melanie Ulmer wurde dieses Jahr mit der Rottenburger Bürgermedaille ausgezeichnet.
  • Sie ist seit 2008 Vorsitzende des Musikvereins Weiler und engagiert sich seit fast 30 Jahren.
  • Neben Beruf und Musikverein ist sie in der Kirchengemeinde und im SV Weiler aktiv.
  • Ulmer begeistert mit ihrer Energie und verbindet Tradition und Moderne in der Blasmusik.
  • Elf Ehrenamtliche erhielten dieses Jahr die Bürgermedaille – eine Serie stellt sie vor.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Man muss sich da voll drauf einlassen, das ist schwer zu erklären“, sagt Melanie Ulmer am Telefon. „Manchmal hast du so einen Montag, einen richtigen Manic Monday und eigentlich gar keine Lust auf Probe, dann sitzt du da drin, spielst die erste tolle Polka, den Böhmischen Traum oder so. Wenn du die Harmonie hörst, dann weißt du, warum du gegangen bist. Das belebt einfach das Herz.“

Es scheint nahezu unmöglich, sich nicht von der energetischen 49-Jährigen mitreißen zu lassen. Seit fast drei Jahrzehnten ist Melanie Ulmer die treibende Kraft im Musikverein Weiler. Dafür wurde sie in diesem Jahr mit der Bürgermedaille der Stadt Rottenburg ausgezeichnet.

Nicht nur für den unermüdlichen Einsatz am Tenorhorn, sondern vor allem dafür, was hinter den Kulissen der Spielsonntage passiert.

Vier Jahre Beisitzerin, acht Jahre Jugendvorstand und seit 2008 ist sie die Vorsitzende beziehungsweise Musikvorstand. Wenn es irgendwo etwas zu schaffen gibt, dann ist sie da. „Der Musikverein ist schon so bisschen mein Baby“, erklärt sie. Wohlgemerkt neben ihrem anstrengenden Beruf als Erzieherin und weiteren Ehrenämtern.

Neben der Arbeit im Musikverein ist Ulmer in der Kirchengemeinde aktiv, übernahm schon im Kirchengemeinderat Verantwortung und organisiert seit Jahrzehnten die Sternsinger. Sie ist Lektorin und leistet auch als „Teilzeit-Mesnerin“ wertvolle Dienste. Selbst der SV Weiler würde nur ungern auf ihre Einsätze verzichten.

Gibt es da nicht irgendwann Ehrenamt-Burnout? „Man muss auf jeden Fall gut organisiert sein. Wenn man etwas von Herzen macht, dann findet man ein Zeitfenster“, sagt sie. Gerade renoviert der Musikverein sein Zuhause. „Da gibt's jeden Samstag Arbeitseinsatz“, so Ulmer. „Wir fangen früh an und machen um 1 Schluss, damit jeder noch was vom Wochenende hat.“

Natürlich gebe es auch Zeiten, in denen „alles zu viel wird“, in denen man Pause braucht, um Kraft zu tanken. „Aber wenn es dann wieder losgeht, dann hat man wieder eine Riesenfreude daran.“

Ulmers Superkraft ist wohl, diese Freude auf andere zu übertragen. So begeistert sie in der Blasmusik vor allem die Verbindung von Tradition und Moderne. „Unser Dirigent Marvin Vollmer hat da ein gutes Händchen bei der Songauswahl. Wenn sie Africa von Toto im Bariton spielen, das fetzt so richtig raus. Das ist nicht nur uffda uffda.“

Und wenn irgendwo „Not am Mann“ ist, dann ist Melanie Ulmer da. So ist sie zu ihrem Instrument, dem Tenorhorn, gekommen. Eigentlich ist sie Querflötistin, aber im Hornsatz wurde jemand gebraucht. „Ich hab dann Unterricht genommen und mich durchgekämpft. Ich denke, es läuft ganz gut.“

Für ihr Engagement geehrt

Elf ehrenamtlich Engagierte erhielten dieses Jahr die Rottenburger Bürgermedaille. Wir stellen die Geehrten in einer kleinen Serie vor.