Neue Strukturen in der Diözese
: Pfarrbeauftragte (m/w) statt Priester

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart will Kirchengemeinden zusammenlegen und größere Einheiten schaffen. Deren Leitung können dann auch Leute ohne Priesterweihe übernehmen.
Von
Michael Hahn
Rottenburg
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Klaus Krämer wird neuer Bischof: ARCHIV - 07.11.2024, Baden-Württemberg, Rottenburg am Neckar: Prälat Klaus Krämer im Gespräch mit der dpa. Krämer beerbt das Amt von Bischof Fürst und wird damit im Dezember 2024 neuer Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart. (zu dpa: «Neuer Bischof von Rottenburg offen für verheiratete Priester») Foto: Christoph Schmidt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Bischof Klaus Krämer

Christoph Schmidt/dpa/ Archiv
  • Die Diözese Rottenburg-Stuttgart plant größere pastorale Einheiten durch Fusion oder Union.
  • Pfarrbeauftragte ohne Priesterweihe sollen Leitungsaufgaben übernehmen, moderierende Priester bleiben.
  • Ziel: Effiziente Verwaltung und flexible Seelsorge vor Ort, Start der Umsetzung ab 2026.
  • Beteiligung aller Gläubigen wird betont, Vertrauen und Teamarbeit sind zentral.
  • Neue Strukturen sollen kirchliches Leben stärken, nicht abbauen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am Freitag und Samstag, 27. und 28. Juni, tagte der katholische Diözesanrat im Kloster Untermarchtal. Er ist das oberste gewählte Laiengremium der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Hauptthema war der Neuordnungsprozess „Seelsorge in neuen Strukturen“. Dazu will man Kirchengemeinden zusammenlegen. Die Leitung der neuen, größeren Einheiten könnten dann auch „Pfarrbeauftragte“ übernehmen, also auch Männer (und Frauen!) ohne Priesterweihe.

Der Umstrukturierungsprozess hat noch unter dem früheren Bischof Gebhard Fürst begonnen. Unter dem neuen Bischof Klaus Krämer (seit 1. Dezember 2024) hat er an Fahrt aufgenommen. Demnach sollen „größere pastorale Räume“ entstehen – also größere Kirchengemeinden. „Die neuen Strukturen sind dabei kein Selbstzweck, sie sollen Seelsorge ermöglichen. Diese Raumschaften sollen sowohl pastoral tragfähig als auch administrativ effizient sein“, schreibt die Geschäftsstelle des Diözesanrats in einer Pressemitteilung.

Dem Diözesanrat wurden zwei Modelle vorgestellt. Erstens: eine „Vereinigung durch Union“. Dabei bleibt eine Kirchengemeinde bestehen, der sich die anderen anschließen und damit ihre Selbständigkeit verlieren. Die aufnehmende Kirchengemeinde ist dabei zugleich Pfarrsitz und gibt den Namen vor. Zweitens: eine „Vereinigung durch Fusion“. Dabei wird eine bestimmte Anzahl an Kirchengemeinden aufgelöst. Es wird eine neue Kirchengemeinde errichtet, die dann auch einen neuen Namen bekommt.

„Wir sprechen nicht über die Auflösung von kirchlichem Leben oder Gemeinde vor Ort, sondern über die Neustrukturierung der öffentlich-rechtlichen Körperschaften. Es wird weiterhin Seelsorge und Gemeindeleben vor Ort bleiben und sogar zukünftig flexibler gestaltet werden können“, betonte der Stuttgarter Stadtdekan Christian Hermes, der auch Mitglied im Steuerungskreis für die Neustrukturierung ist. Die Diözese will künftig verstärkt Pfarrbeauftragte (ohne Priesterweihe) einsetzen. Dieser (oder diese!) bekäme „alle Aufgaben eines leitenden Pfarrers übertragen, die nicht an die Weihe gebunden sind. Die Letztverantwortung würde einem moderierenden Priester übertragen. Auch wäre die Leitung mit Pfarrbeauftragtem-Team denkbar.“ Ab 2026 soll die konkrete Umsetzung in der Fläche beginnen.

Bischof Klaus Krämer sagte zum Abschluss: „Jetzt gehen wir in die Fläche, in die Dekanate und die Kirchengemeinden, um möglichst alle zu beteiligen. Der Weg in die Zukunft ist offen, jede und jeder ist eingeladen, sich mit Ideen, Anliegen und Engagement einzubringen. Klar ist, dass geteilte Verantwortung Teamfähigkeit, Vertrauen und gute Absprachen braucht.“