Handwerk in der Region
: Starzacher Schreinerin ist „Lehrling des Monats“

Jeanette Straub aus Horb macht die Ausbildung zur Schreinerin bei der Schreinerei Bernhard Volk in Starzach. Die Handwerkskammer Reutlingen hat die junge Frau als „Lehrling des Monats“ September ausgezeichnet.
Von
red/jut
Starzach
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Jeanette Straub aus Horb ist „Lehrling des Monats“ September. Die 21-Jährige macht eine Ausbildung zur Schreinerin in Starzach.

Handwerkskammer Reutlingen
  • Jeanette Straub ist „Lehrling des Monats“ September der Handwerkskammer Reutlingen.
  • Die 21-Jährige lernt Schreinerin bei Bernhard Volk in Starzach und arbeitet an der CNC.
  • Sie programmierte nach interner Schulung, fertigt Bauteile und begleitet Montagen – Präzision zählt.
  • In Schule und ÜBA liegt ihr Schnitt im Eins-Komma-Bereich, trotz unliebsamer Aufgaben motiviert.
  • Nach dem Gesellinnenbrief will sie Berufserfahrung sammeln; Betrieb setzt auf regionale Hölzer.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wer Schreinerinnen und Schreiner fragt, was ihr Interesse an ihrem Beruf zuerst geweckt hat, merkt schnell, es muss etwas mit dem Material zu haben. Das ist auch bei Jeanette Straub nicht anders. Die 21-Jährige kommt aus Horb und macht eine Ausbildung zur Schreinerin bei Bernhard Volk in Starzach. „Mir gefällt die Arbeit mit Holz“, sagt sie. „Es gibt so viele Möglichkeiten, diesen Werkstoff zu verarbeiten.“

Für die Entscheidungsfindung nahm sich die vielseitig interessierte Abiturientin Zeit. Straub schaute sich mehrere Ausbildungswege in verschiedenen Bereichen an, machte Praktika bei einem bundesweit tätigen Bauunternehmen, bei der Polizei, in einer Tierarztpraxis und schließlich bei ihrem heutigen Ausbildungsbetrieb. „Das hat mir geholfen, herauszufinden, was wirklich zu mir passt“, sagt Straub. Und passen tut es anscheinend super, denn die Handwerkskammer Reutlingen hat die junge Schreinerin als „Lehrling des Monats“ September ausgezeichnet.

Sie sei ein echtes Nachwuchstalent, sagt Schreinermeister Bernhard Volk über seine Auszubildende. „Von Beginn an war sichtbar, dass Jeanette die Leidenschaft und das Verständnis für die Bearbeitung von Holz mitbringt.“ Und sie sei modernen Verarbeitungstechniken gegenüber aufgeschlossen, betont Volk.

„Man sieht, was man geschaffen hat“

Mittlerweile im zweiten Ausbildungsjahr angekommen, arbeitet Straub häufig an der CNC-Maschine und fertigt Bauelemente für Küchen, Schränke und Objekteinrichtungen. Das Programmieren hat sie auf einer internen Schulung gelernt. „Das gefällt mir sehr gut, die gefrästen Teile in mehreren Schritten bis hin zum Endprodukt weiterzuverarbeiten“, sagt Straub.

Volk schätzt die Präzision und Sorgfalt, mit der seine Auszubildende dabei zu Werke geht. „Jeanette hat ein gutes Auge für glatte Oberflächen, sei es beim Fräsen oder beim Verputzen.“ Und sie entwickele kreative Lösungen, wenn es mal knifflig werde, ergänzt er. Im Betrieb arbeitet Straub bereits an vielen Aufträgen mit, programmiert, fräst, verleimt, baut, montiert und begleitet ihre Kollegen bei der Montage. Letzteres könnte ruhig noch häufiger der Fall sein, findet sie. „Das Ergebnis beim Kunden zu sehen, das ist schon toll, zumal jedes Stück ein wenig anders ist. Man sieht, was man geschaffen hat.“

Mit Eifer dabei, auch bei unliebsamen Aufgaben

Straub ist mit Eifer bei der Sache. Das gilt auch für die Arbeiten, die ihr eigentlich nicht so gefallen. Das Verputzen von Haustüren, „eine langwierige und sehr staubige Angelegenheit“, wie sie findet, gehört in diese Kategorie. Auf ihre Motivation oder ihre Leistungen hat das aber keinen Einfluss. Mit einem Durchschnitt im Eins-Komma-Bereich an Berufsschule und in der Überbetrieblichen Ausbildung gehört Straub zu den Besten ihres Jahrgangs.

In der Freizeit ist Straub, die aus einer Bauernfamilie stammt, auf mehreren Gebieten unterwegs. Sie reitet gerne und führt Pferdegespanne. Den erforderlichen Kutschenführerschein hat sie schon in jungen Jahren erworben. Ein weiteres Hobby ist das Ballett, und im Musikverein „Harmonie Betra“ spielt sie Klarinette.

Nach dem Gesellinnenbrief erst mal Erfahrung sammeln

Wenn alles glattgeht, wird Straub in einem Jahr ihren Gesellinnenbrief in der Tasche haben. Ihre beruflichen Pläne formuliert sie so: „Ich möchte meine Ausbildung erfolgreich abschließen und dann erst mal Berufserfahrung sammeln, um mich fachlich weiterzuentwickeln.“

Das Leistungsspektrum der 1995 gegründeten Schreinerei Volk in Starzach-Felldorf umfasst individuelle Möbel, Küchen und Einbauten und den Innenausbau. Volk und sein Team legen dabei Wert auf Nachhaltigkeit. Die verwendeten Hölzer stammen größtenteils aus der Region. Die Ausbildung junger Nachwuchskräfte habe einen hohen Stellenwert im Unternehmen. „Wir wollen unser Fachwissen weitergeben und das Handwerk stärken“, betont Volk.

Die Auszeichnung „Lehrling des Monats“

Die Auszeichnung wird seit Dezember 2014 vergeben. Vorgeschlagen werden können Auszubildende, die sich durch besonders gute Leistungen im Betrieb, in der Berufsschule und auch in der überbetrieblichen Ausbildung sowie ganz allgemein durch Lernbereitschaft, Zuverlässigkeit, Kundenorientierung, Teamfähigkeit und Belastbarkeit auszeichnen. Besonders gewürdigt werden kann darüber hinaus beispielsweise auch ein über die Ausbildung hinausgehendes ehrenamtliches Engagement.
Mit der Auszeichnung zum „Lehrling des Monats“ soll der Vorbildcharakter von jungen Erwachsenen hervorgehoben werden. Sie dient als Ansporn für andere, eine Ausbildung im Handwerk zu beginnen. Im Bezirk der Handwerkskammer Reutlingen werden von den 14.000 Handwerksbetrieben zurzeit über 4.400 Lehrlinge ausgebildet.