Fortschritt von gestern
: Große Namen beim Treckertreff

Weit über 200 Traktoren parkten am Sonntag auf der grünen Wiese beim Altinger Schleppertreffen und wurden von einigen tausend Besuchern fachmännisch begutachtet.
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Enkel Matti fährt, was Opa Willi gebaut hat: Ein Modell des Lanz Bulldogs. Das Vorbild steht im Hintergrund.

Keicher

„Ein Traktor und zwei Fahrer das gibt schwere Gewitter“, weiß auch Konrad Stöhr, der auf Schloss Roseck groß geworden ist und jetzt in Wendelsheim eine Scheune voller Traktoren hat. Seine Frau fährt einen Lanz, seine Tochter einen Schlüter. „Ich bin bloß noch der Schmiermaxe“, sagt Stöhr. Er steckt voller Geschichten. Etwa warum neben dem glänzend-roten Lanz ein rostiger Ursus-Traktor steht, der aber bis auf das Namensschild gleich aussieht. Gebaut wurde er 1955 in den Ursus-Werken Warschau, aber das Typenschild ist auf Deutsch. Die Polen haben nach dem Krieg angefangen den Lanz Bulldog nachzubauen. Es ist eine 1:1-Kopie des alten Lanz-Modells, das leider technisch schon lange überholt war. Wie die Polen haben es auch die Argentinier gemacht. Die nannten ihr Modell Pampa und lackierten es orange.

Auch im Kreis Tübingen wurden Traktoren gebaut. In Rottenburg entstand der „Sülchgauer“. Und Zanker in Tübingen hätte fast auch angefangen, Traktoren zu produzieren. Das war in den 50er-Jahren ein boomender Markt, sagte Stöhr. Zwei Zanker-Ingenieure, die Brüder Weiss hätten ein neuartiges Spülverfahren für 2-Takt-Traktorenmotoren entwickelt. Als das die Metzinger Firma Holder spitzgekriegt habe, drohten sie Zanker umgehend: „Wenn ihr Traktoren baut, dann bauen wir auch Waschmaschinen.“ Die Weiss-Brüder wechselten zu Holder, beide Firmen blieben bei ihrer Spezialität und waren lange sehr erfolgreich damit. fk