Mehrere hunderttausend Euro Schaden: Silo-Brand auf Felldorfer Aussiedlerhof

In einem Getreidesilo in diesem landwirtschaftlichen Anwesen in Felldorf brannte es. Das Feuer war zwar schnell unter Kontrolle. Doch bis die pappige Masse an durchnässten Sonnenblumenkernen aus dem Silo geräumt war, dauerte es Stunden.
Markus Ulmer- Feuerwehreinsatz in Felldorf: Getreidesilo brennt, Rauchwolke weithin sichtbar.
- Feuerwehren aus Starzach, Hirrlingen und Rottenburg vor Ort, Silo wird geleert.
- Wasser wird über 500 Meter aus Felldorf zum Hof gepumpt, Einsatzkräfte mit Atemschutz.
- Brand brach am Mittag aus, Starzacher Wehr kennt das Areal gut.
- Hauptübung der Starzacher Wehr fand in diesem Jahr auf dem betroffenen Hof statt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Nur noch ein paar Stunden – dann wären die 15 Tonnen Sonnenblumenkerne im Silo auf dem Hof von Thomas Straub getrocknet gewesen. Noch drei bis vier Stunden im warmen Luftstrom. "Dann wär's erledigt gewesen", sagt der Felldorfer Landwirt. Jetzt ist die Ernte an Sonnenblumenkernen, die Straub kürzlich erst gedroschen hat, auf ganz andere Art und Weise erledigt: Sie liegt als nass-pappiger Haufen hinter dem Hof. 15 Tonnen Biomüll.
Vor der Mittagspause hatte Straub am Freitag nochmal nach der Trocknungsanlage in der Scheune auf seinem Hof südlich von Felldorf geschaut. Da war noch alles in Ordnung. Als er beim Mittagessen am Tisch saß, sah er, wie merkwürdige Rauchwolken am Fenster vorbeizogen. Draußen in der Scheune war sofort klar, was los war. Straub alarmierte die Feuerwehr: Im Trockensilo brannte es. "So ein Silo", sagt Straub, "ist ja wie ein Kamin." Da wird unten die Luft eingesogen und heizt das Feuer im Innern dann richtig an.
"So ein Silobrand ist immer schwierig", sagt denn auch Simon Widemann, Kommandant der Starzacher Gesamtfeuerwehr. Es reicht nicht zu löschen. Es muss auch das ganze Silo-Gut ausgeräumt werden.
Das Metall-Silo aufgeflext
Alle Abteilungen der Starzacher Wehr, die Feuerwehr Hirrlingen, die Rottenburger Wehr mit derm Drehleiter-Fahrzeug und ein Atemschutz-Sonderfahrzeug aus Tübingen waren im Einsatz. Der Brand im Silo selbst sei relativ schnell unter Kontrolle gewesen, sagte Widemann. Mit der Drehleiter kontrollierten die Einsatzkräfte das Dach der Scheune, das sie zudem öffneten, um den Rauch abziehen zu lassen. Zu Beginn mussten die Feuerwehrleute wegen der starken Rauchentwicklung mit Atemschutzausrüstung arbeiten.
Die Kärrner-Arbeit stand indes noch bevor: Das Silo musste ausgeräumt werden, um sicherzugehen, dass keine Glutnester darin waren, die wieder aufflammen konnten. Die Einsatzkräfte schnitten den rund zehn Meter hohen Metallzylinder mit der Trenn-Flex von unten nach oben auf. Ein Teil der Ladung wurde dann kontrolliert abgelassen und herausgekratzt. Zuerst aus der Mitte des Silos. Denn wenn zu einseitig gearbeitet würde, bestünde die Gefahr, dass das Silo kippt, so Widemann.
Dem Silo war allerdings weder mit einem Radlader noch mit anderen Maschinen beizukommen. So mussten die Einsatzkräfte die durchs Löschwasser pappigen und verklumpten Sonnenblumenkerne mit Schaufeln herauskratzen und mit Eimern aus der Scheune transportieren und in die Schaufel eines Radladers kippen. Dieser transportierte die Masse dann zu einer Fläche hinter dem Hof. Dort wurde die Körner-Pampe noch einmal gründlich abgelöscht.
Räumarbeiten bis in den Abend
Zusätzlich zur Löschwasserversorgung aus einem Hydranten auf dem Hof wurde Wasser über 1000 Meter Schlauchleitung aus einem Hydranten im Dorf herangepumpt. Die örtlichen Gegebenheiten kannten die Feuerwehrleute gut. Hatten sie doch in diesem Jahr ihre Hauptübung dort abgehalten.
Zur Brandursache konnte die Polizei gestern noch keine Aussage machen. Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Das Deutsche Rote Kreuz war ebenfalls vor Ort und konnte anderweitig helfen: Sie versorgten gegen Abend die Einsatzkräfte mit Handvesper und Getränken. Es werde wohl noch gute zwei Stunden dauern, bis das Silo endgültig ausgeräumt und anschließend alles aufgeräumt sei, sagte Widemann am frühen Abend.
Die Feuerwehr konnte verhindern, dass das Feuer sich in der Scheune ausbreitete. Dort stehen noch weitere Silos, aus Holz, in denen Straub Weizen lagert. Der Weizen ist nun ebenfalls gänzlich durchweicht vom Löschwasser. Was mit diesem Getreide passiert, müsse er erst schauen, sagte Straub. Wenn der Weizen nicht schleunigst getrocknet wird, keimt er aus und ist dann ebenfalls nicht mehr verwertbar. Jedoch: Das Trocknungssilo ist ja vom Brand zerstört. Ist zusätzlich zum Silo auch das Getreide futsch, werde sich der Schaden wohl auf mehrere hunderttausend Euro summieren, so Straub.
