Feuerwehreinsatz in Ammerbuch: Feuer in Entringen – warum ein Kaminbrand schwer zu löschen ist

Kaminbrand in Entringen: Die Feuerwehr rückte mit neun Fahrzeugen an.
Moritz Hagemann- Kaminbrand in Entringen: Feuerwehr war bis 3 Uhr im Einsatz.
- 30 Feuerwehrleute und neun Fahrzeuge beteiligt.
- Glanzruß im Kamin führte zu extremen Temperaturen.
- Feuerwehreinsatz kompliziert, da Wasser gefährlich wäre.
- Schornsteinfeger prüft die Sicherheit nach dem Löschen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Notruf erreichte die Leitstelle der Feuerwehr um 21.50 Uhr: In einem Gebäude in der Zeppelinstraße in Entringen brannte es im Kamin. Da es sich um ein Feuer in einem Wohnhaus handelte, rückten sofort drei Löschfahrzeuge aus. Am Ende des Einsatzes waren es dann neun Fahrzeuge der Feuerwehren Entringen, Breitenholz, Pfäffingen und die Drehleiter der Feuerwehr Tübingen sowie etwa 30 Feuerwehrleute. Der Einsatz dauerte bis 3 Uhr in der Nacht.
Nach Auskunft der Feuerwehrleitstelle hatte sich im Inneren des Kamins Glanzruß gebildet, eine kohleartige Schicht, beispielsweise hervorgerufen durch Verfeuern von zu feuchtem Holz. Gerät er in Brand, kann es zu sehr hohen Temperaturen von über 1000 Grad Celsius kommen.
Es drohen Brände im ganzen Haus
Warum ist ein Feuer in einem Kamin eigentlich besonders gefährlich? Das erklärt die Feuerwehr unter anderem damit, dass der Schacht durch den abbrennenden Glanzruß über die ganze Länge sehr heiß wird. Deshalb kann es im Haus zu sogenannten Sekundärbränden kommen: Steht beispielsweise ein Schrank nahe am Kamin, kann er Feuer fangen. Deshalb kontrolliert die Wehr während der Eindämmung des Brandes im Gebäude, wie heiß die Oberflächen sind.

Von außen sah der Kaminbrand wenig dramatisch aus, gefährlich ist er für ein Gebäude und seine Bewohner dennoch.
Moritz HagemannDazu kommt: Der Glanzruß dehnt sich im Kamin aus, sodass Rauchgas nicht mehr zwingend nach oben entweicht, sondern Kohlendioxid und Kohlenmonoxid durch die Kaminwände dringen kann. Auch dadurch droht Gefahr.
Auch der Schornsteinfeger wird alarmiert
Die Löscharbeiten sind bei einem Kaminbrand ebenfalls nicht trivial. Denn einfach Wasser von oben hineinkippen geht nicht: Durch die hohen Temperaturen würden sich schlagartig große Mengen Wasserdampf im Abzugsschacht bilden. Das könnte ihn schwer beschädigen oder gar sprengen.
Stattdessen betätigt sich die Feuerwehr als Kaminkehrer: Vereinfacht gesagt, drückt sie den brennenden Glanzruß mit einer an einer Kette befestigten Stahlkugel nach unten, holt ihn aus der Versorgungsklappe aus dem Schacht und löscht ihn anschließend draußen ab. Dabei müssen die Einsatzkräfte oben am Kamin neben Atemschutz auch Hitzehandschuhe wie in einem Stahlwerk tragen und die Kette ihres Einsatzgeräts regelmäßig kühlen.
Der zuständige Bezirksschornsteinfeger muss von der Wehr ebenfalls zum Brandort gerufen werden. Denn er kontrolliert nach Ende der Löscharbeiten, ob der Abzug noch dicht ist und überhaupt weiter damit geheizt werden kann – oder der Ofen vorläufig stillgelegt werden muss.
