Dorffest Obernau: Feiern unterm Eselsturm

Musik, Lichter und viele Besucher: Ernest and the Hemingways sorgen am Samstagabend für die passende Feststimmung.
Werner Bauknecht- Der Musikverein Obernau feierte sein 29. Dorffest in Sichtweite zum Eselsturm.
- Bereits Samstagabend war der Dorfplatz voll, Laredo eröffnete um 17 Uhr.
- Ernest and the Hemingways traten zum fünften Mal auf und sorgten für Tanz.
- Besucher kamen auch aus Horb und Rottenburg, Aperol und Kutteln waren gefragt.
- Sonntag spielten Hirrlingen, Dettingen und Bieringen – Montag Hagelloch und Börstingen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Schon zum 29. Mal veranstaltet der Obernauer Musikverein sein Dorffest. In Sichtweite zum Eselsturm, mitten im Flecken, richten die Musiker wieder eine dreitägige Sause aus. Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass bei dem Fest einiges geboten ist – und so kommen auch viele Auswärtige. „Wir sind aus Horb hergekommen“, sagt Jana Hechler, „mit dem E-Bike ist das kein Problem, und bei uns ist gerade eh nichts geboten.“ Seit Jahren kämen sie nach Obernau, sagt sie – nicht zuletzt wegen der seltenen Spezialität Saure Kutteln mit Bratkartoffeln.
Eröffnet hatte das Fest gegen 17 Uhr die Country-Band Laredo. Sie besteht aus Mitgliedern des Musikvereins und gehört schon lange zum festen Programm des Festes. Viele kennen ihre swingenden Country-Melodien auch aus dem Musikerheim „Allegro“.
Nein, ein Geheimtipp ist das Obernauer Fest schon lange nicht mehr. Wer erst am frühen Abend kam, brauchte Glück, überhaupt noch einen Stehtresen zu ergattern. Die Turmbar am Eselsturm war am Abend festlich beleuchtet. Der Renner war der Aperol. „Der ist kühl, frisch und schmeckt so herrlich süß“, sagte Herta Gönner, die aus Rottenburg gekommen war, „aber man muss gucken, dass man nicht zu viel davon abbekommt.“
Der Niedernauer Ortsvorsteher Wolfgang Merz saß gleich hinter dem Eingang am Stand mit den Bons für Speis und Trank. „Ich helfe da jedes Jahr aus“, meinte er lachend, „das ist Nachbarschaftshilfe.“ Auch der Frommenhausener Ortsvorsteher und Gemeinderat Kurt Hallmayer war auf dem Fest. Will er nicht den Kollegen ablösen? „Oh je, nein“, meint er schmunzelnd, „ich bin viel zu gutmütig und kenne zu viele Leute, da verschenke ich ja alles.“
Die Youngster des Musikvereins waren ebenfalls schwer im Einsatz. Sie hatten einen Stand aufgebaut, an dem es vor allem Leckereien gab. Waffeln in salziger und süßer Variante und sogar Magnum-Eis aus der Kühltonne. Für Familien war da schwer, vorbeizukommen – die Kleinen wussten, was sie wollten.
Nach dem Auftritt der beschwingten Laredos begann der Soundcheck von Ernest and the Hemingways. Sie sind inzwischen so was wie die Hausband in Obernau. „Kann man sagen“, meinte der Trompeter, „dieses Jahr ist es das fünfte Mal, dass wir hier auftreten.“
Mittlerweile wurde es dunkel. Die bunten Lichter an den Girlanden rund um die Zelte und bis hoch zum Turm leuchteten. Fast märchenhaft war da die Atmosphäre. „So gefällt es mir immer am besten“, sagte der Derendinger Joachim Lengerer, ein absoluter Stammgast in Obernau, „dieses Jahr haben wir das Problem, dass meine Frau und ich immer noch nach einem Sitzplatz suchen.“ Den hatte der Altinger Schultes Dietmar Hammer gerade aufgegeben. „Wir sind mit der ganzen Familie extra von Altingen zum Essen hergekommen – inklusive Enkelin“, berichtete er. Nun wollen sie vor Dunkelheit wieder nach Hause.
Die Hemingways sorgen für einen tanzenden Dorfplatz
Kurz vor neun Uhr legten die Hemingways los. Erst fragte Sänger Ernst „Ernest“ Streicher, ob alle im Publikum bereit seien, dann stieg die Band mit „I feel good“ von James Brown in den Abend ein, einem echten Soul-Stomper. Was bei der zehnköpfigen Band immer überzeugt, ist die präzise Bläsersection mit drei Saxofonen und zwei Trompeten. Und dann der Groove, den die Jungs den ganzen Abend durchhielten.
Bei Songs wie „Just a Gigolo“ wurde mitgesungen, bei Funk- und Soul-Klassikern wie „Hit the Road, Jack“ oder „The Letter“ vor der Bühne getanzt. Bei angenehmen Sommernachtstemperaturen wurde bis spät in die Nacht gefeiert.
Und am Sonntag ging es gleich weiter. Schon um 11 Uhr gab es ein Frühschoppenkonzert mit dem Musikverein Hirrlingen. Im Lauf des Sonntags spielten dann noch die befreundeten Musikvereine aus Dettingen und zum Abend hin aus Bieringen. Zum Festausklang am Montagnachmittag musizieren die Musikvereine aus Hagelloch und Börstingen. Im nächsten Jahr gibt es dann mit dem 30. Dorffest eine runde Zahl zu feiern.