Diözese Rottenburg-Stuttgart: Bischof Krämer kann sich verheiratete Männer als Priester vorstellen

Sieht sich als "Reformer und Bewahrer": Bischof Klaus Krämer
Christoph Schmidt/dpa- Bischof Klaus Krämer der Diözese Rottenburg-Stuttgart schlägt verheiratete Männer als Priester vor.
- Krämer betont die Notwendigkeit, trotz Priestermangel Eucharistiefeiern zu ermöglichen.
- Die Kirche soll sich erneuern und klassisch pastorale Tätigkeiten auch Laien übertragen.
- Krämer sieht sich als "Reformer und Bewahrer" des Glaubens.
- Die Diözese umfasst 1,6 Millionen Katholiken in Württemberg.
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Der neue Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Klaus Krämer, lässt zwei Wochen nach seinem Amtsantritt mit einer Reformüberlegung aufhorchen: Nach eigenem Bekunden kann er sich verheiratete Männer als Priester vorstellen. Auf die Frage, ob verheiratete, in Glaubensdingen „bewährte“ Männer – also sogenannte viri probati – Priester sein könnten, sagte Krämer in einem Interview der „Stuttgarter Zeitung“ und der „Stuttgarter Nachrichten“ (Dienstag): „Das könnte ein Weg sein, um in bestimmten Situationen das sakramentale Leben aufrechtzuerhalten – auch in unserer Diözese.“
Denn es sei „wichtig, dass trotz des Priestermangels Eucharistiefeiern stattfinden können, die von Priestern geleitet werden“, erläuterte Krämer. „Womöglich muss man dann die Frage der Lebensform der Priester diesem sakramentalen Anliegen unterordnen.“
Die Kirche sei schon jetzt dabei, Menschen auch außerhalb des Hauptamtes für klassische pastorale Tätigkeiten zu gewinnen. Da sei bereits viel ausprobiert worden, und da könne man noch kreativer werden, sagte Krämer, der seit dem 1. Dezember als Nachfolger von Gebhard Fürst als katholischer Bischof von Rottenburg-Stuttgart amtiert.
Bischof Klaus Krämer will „ den Kern unseres Glaubens bewahren“
Krämer sagte, er sehe sich als „Reformer und Bewahrer“. Aufgabe des Bischofs sei es, „den Kern unseres Glaubens zu bewahren“. Gleichzeitig müsse sich die Kirche immer wieder erneuern. Krämer leitet das drittgrößte deutsche Bistum mit rund 1,6 Millionen Katholiken. Es umfasst den württembergischen Landesteil von Baden-Württemberg.
Dazu sagte der Bischof: „Es ist nicht unser Auftrag, uns die Mehrheitsmeinung zu eigen zu machen, sondern gerade in einer solchen Situation auf die Grundwerte hinzuweisen, die wir für richtig halten. Das Lebensrecht des ungeborenen Lebens braucht eine Lobby in der Gesellschaft, und da sehen wir schon einen Auftrag als Kirche.“
