: Neonazis haben in Rottenburg einen Info-Stand der Initiative „Gegen Rechts Tübingen“ überfallen
Laut Polizei kam es am Samstagmittag gegen 12.30 Uhr zu der Auseinandersetzung zwischen den etwa zehn anwesenden Versammlungsteilnehmern am Info-Stand und einer hinzukommenden Gruppierung von zirka sechs Personen.
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Die Antifaschistische Aktion Tübingen, die hier über die Aktivitäten der laut Verfassungsschutz rechtsextremistischen Kleinpartei „Der III. Weg“ aufklären wollte, spricht von einem Angriff durch Neonazis. Auch die Polizei bestätigt, dass die sechs Leute ihren Ermittlungen zufolge dem rechten Spektrum zuzuordnen sind. Laut Antifa habe man die Angreifer durch ihre Kleidung mit Logo der Partei eindeutig als Neonazis von „Der III. Weg“ identifizieren können.
Die teils vermummten Schläger hätten sich hinter einem Transparent versammelt und seien auf die Aktivisten losgestürmt, die sich um den Stand am Eugen-Bolz-Platz versammelt hatten. Die Angreifer, so die Antifa, hätten die Aktivisten mit Schlägen und Tritten traktiert. Der Infotisch sei umgestoßen worden. Die Polizei berichtet, dass nach Angaben von Zeugen auch Holzstöcke und ein Pfefferspray im Einsatz waren. Verletzungen wurden bislang aber nicht geltend gemacht.
Noch vor Eintreffen der ersten Einsatzkräfte war die Auseinandersetzung bereits beendet. Zwei flüchtende Männer, der eine 26, der andere 27 Jahre alt, konnten die Beamten vorläufig festnehmen. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei zur Tatbeteiligung der beiden sowie zum Ablauf der Auseinandersetzung dauern an.
Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben oder anderweitig Hinweise geben können, werden gebeten, sich unter der Nummer 07472/98010 bei der Polizei zu melden.
Die Antifa resümiert: „Dieser Angriff am helllichten Tage bildet soweit den traurigen Höhepunkt von Naziübergriffen in dieser Region. Er verdeutlicht jedoch wie wichtig antifaschistische Arbeit in Rottenburg ist und bleibt. Nazis fühlen sich überall dort wohl, wo sie keinen Widerstand erfahren. Daher ist es um so wichtiger dort wo sie auftauchen, sie mit Protesten zu konfrontieren. Ihren menschenverachtenden Inhalten muss widersprochen, ihre rassistische Propaganda aus dem Stadtbild entfernt werden.“