Wohnraum für 1000 Menschen: Bau von Orschel-Hagen Süd ist beschlossen

Auf dieser Fläche entsteht in den kommenden Jahren das Baugebiet Orschel-Hagen Süd.
Horst Haas/Archiv- Reutlingen plant Orschel-Hagen Süd: 460 Wohnungen für etwa 1000 Menschen beschlossen.
- Baustart ist im März 2027 – Hochbau soll im März 2028 beginnen.
- Erschließung vor allem über die Rommelsbacher Straße, Bereich bei den Kirchen wird verkehrsberuhigt.
- Quartier ohne sichtbare Stellplätze, zentrale Garage; wenige TG-Plätze für Senioren und Menschen mit Behinderung.
- Grünfinger, Dachbegrünung und Ausgleichsflächen sollen Wasser managen und Artenschutz sichern.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Noch gut ein Jahr bis zum Baustart: Im März 2027 werden die Bauarbeiten für das neue Wohngebiet Orschel-Hagen Süd beginnen. Das hat der Reutlinger Gemeinderat vor Kurzem beschlossen. Mit dem Satzungsbeschluss ist der nächste offizielle Schritt erfolgt. „Wir können stolz darauf sein, dass wir das Projekt zu einem guten Abschluss bringen dürfen“, sagte Oberbürgermeister Thomas Keck. Viele Hürden mussten genommen und Lösungen gefunden werden, damit das moderne Stadtviertel mit 460 Wohnungen und somit Platz für etwa 1000 Menschen gebaut werden kann.
Ein entscheidender Aspekt, vor allem für die jetzigen Bewohner Orschel-Hagens, war der Verkehr. Die Erschließung erfolgt nicht mehr über die Nürnberger Straße, die letztlich durch das „alte“ Orschel-Hagen geführt hätte, sondern über die Rommelsbacher Straße. „Wir gehen davon aus, dass Zweidrittel des Verkehrs über die Rommelsbacher, und ein Drittel über die Nürnberger Straße fährt“, erklärte Stadtplaner Stefan Dvorak in der Sitzung des Gemeinderats erneut. Zudem wird der Bereich zwischen St. Andreas-Kirche und Jubilate-Kirche als verkehrsberuhigte Zone, also als Spielstraße, ausgewiesen. „Damit verhindern wir, dass das Baugebiet als Abkürzung benutzt wird“, so Dvorak. „Und sollte das dennoch passieren, haben wir schon bestimmte Stellen im Auge, an denen wir eingreifen können.“
Mit dem Bau des Wohngebiets ist die Wohnungsgesellschaft Reutlingen GWG beauftragt. Für Edeltraut Siedl von der SPD, selbst Orschel-Hagenerin, Grund, um ein Lob an OB Keck zu richten. „Hätte man die GWG nicht personell komplett neu aufgestellt, hätten wir heute sicherlich keinen Satzungsbeschluss“, sagte Stiedl.
Nachbessern beim Radweg und Einkaufsmöglichkeiten
Dass die GWG Wohnraum für bis zu 1000 Reutlingerinnen und Reutlinger schafft, ist eine positive Entwicklung. Doch die Gesamtentwicklung des Stadtteils darf damit nicht beendet sein, betonten viele Räte. Schul- und Kitaplätze müssen ebenso mitgedacht werden wie Gemeindehaus und Dresdner Platz. In Orschel-Hagen haben sich laut Stiedl zwei Bürgerinitiativen zusammengeschlossen, die die Vorbereitung auf den Zuzug von 1000 Menschen mitbegleiten möchten. „Außerdem müssen neue Einkaufsmöglichkeiten geschaffen werden“, ergänzte Erich Fritz von der FWV. Jaron Immer (Grüne) legte Wert darauf, dass man nun zeitnah die Radroute vom Bahnhof nach Orschel-Hagen ausbaut, „weil das zentral ist für die Anbindung dieses Viertels“.
Das sind die Pläne für Orschel-Hagen Süd
In diesem grünen Quartier wird weitestgehend auf sichtbare Stellplätze verzichtet. Die künftigen Bewohner parken ihre Autos in einer Quartiersgarage, auf Kurzzeitparkplätzen vor den Mehrfamilienhäusern können sie ihre Autos be- und entladen. Für Senioren und Menschen mit Behinderung wird es einige wenige Tiefgaragenstellplätze geben, damit diese über einen Aufzug in ihre Wohnung kommen.
Modern ist auch das Entwässerungskonzept. Dank „Grünfingern“ zwischen den einzelnen Gebäuden versickert das Wasser, der Rest wird über intensive Dachbegrünung aufgefangen und in den Dietenbach geleitet. Das spart ein teures Regenüberlaufbecken. „Wir schaffen durch dieses Baugebiet also auch Hochwasserschutz und zudem erzeugen wir Kühlung an warmen Sommertagen“, sagte Dvorak.
Beim Hochbau setzt die GWG übrigens auf serielles Bauen, was sich ebenfalls positiv auf den Baupreis auswirkt. Es wird vier unterschiedliche Haustypen geben, die geschickt angeordnet laut Dvorak „dennoch einen spannenden und keineswegs langweiligen Grundriss ergeben“.
Die genauen Kosten für Orschel-Hagen Süd wurden von der GWG auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE im September nicht genannt, man sei in der Planung. Das Unternehmen geht von einem hohen dreistelligen Millionenbetrag aus.
Ausgleichsflächen für den Artenschutz werden bereits gepflanzt
Obwohl die Arbeiten an der Infrastruktur „erst“ im März 2027 und die Arbeiten am Hochbau im März 2028 starten, herrscht bereits Bewegung im neuen Wohngebiet Orschel-Hagen Süd. Auf insgesamt 7,2 Hektar werden Ausgleichsflächen für den Artenschutz geschaffen. Feldsperling, Gartenbaumläufer, Mäusebussard, Goldammer, Waldohreule und viele weitere Tiere haben ihr Brut- und Nahrungshabitat im künftigen Wohngebiet. „Die Flächen für sie werden jetzt gerade gepflanzt – wir können die Tiere ja nicht ein Jahr auf Fastenzeit setzen“, sagte Stadtplaner Stefan Dvorak.


