Viele Wechsel in den Kreiskliniken Reutlingen: Eine neue Generation an Chefärzten

Die neuen Chefärzte bringen laut Kliniksprecher Christian Hirtz moderne Standards, digitale Medizin und flache Hierarchien in die Krankenhäuser in Reutlingen und Münsingen.
Kreiskliniken Reutlingen- In den Kreiskliniken Reutlingen gingen in wenigen Jahren sieben Chefärzte in Rente.
- Die Klinik sieht darin einen geplanten Generationswechsel, Übergaben liefen strukturiert.
- Neue Chefärzte bringen moderne Verfahren, Digitalisierung und flachere Hierarchien ein.
- Erfahrung blieb durch Oberärzte und lange Übergangsphasen erhalten – Wissenstransfer gesichert.
- Zum 1. August geht Klaus Kolb in den Ruhestand; Nachfolge in der Unfallchirurgie noch offen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Seit Jahren wird darüber gesprochen und geschrieben, dass die Generation der Babyboomer bald in Rente geht. Andere, jüngere Kolleginnen und Kollegen müssen die drohenden Lücken schließen. In den Kreiskliniken Reutlingen ist dieser Generationswechsel keine Theorie, sondern Alltag. In wenigen Jahren haben sich gleich sieben Chefärzte in den Ruhestand verabschiedet – eine hohe Zahl, die auch ein Risiko sein kann. Welche Auswirkungen haben die vielen Wechsel auf den wichtigsten medizinischen Positionen in den Krankenhäusern in Reutlingen und Münsingen?
„Für uns sind die Wechsel auf Chefarztebene kein Grund zur Sorge, sondern in erster Linie Ausdruck eines ganz natürlichen Generationswechsels: Mehrere langjährige Chefärzte haben nach Jahrzehnten des Wirkens ihren wohlverdienten Ruhestand angetreten“, erklärt Kliniken-Sprecher Christian Hirtz auf Anfrage. „Dass sich solche Wechsel zeitlich bündeln, liegt schlicht daran, dass viele dieser Kolleginnen und Kollegen in einer ähnlichen Lebensphase sind. Wir haben jeden einzelnen Übergang frühzeitig geplant und sorgfältig gestaltet.“
Denn Wechsel auf dieser Ebene seien durchaus bedeutende Ereignisse für die jeweiligen Abteilungen. „Für die Teams, aber auch für die Patientinnen und Patienten, die ‚ihrem‘ Arzt oft über Jahre vertraut haben“, sagt Hirtz. Die Kreiskliniken nehmen solche Übergänge daher ernst, um Unruhe zu vermeiden. „Die Übergaben verliefen strukturiert, in vielen Fällen mit Überlappungsphasen, in denen Vorgänger und Nachfolger eng zusammengearbeitet haben. Die Rückmeldungen aus den Teams sind durchweg positiv – neue Führungspersönlichkeiten bringen immer auch neue Energie mit und das spüren wir im Haus sehr deutlich.“
Neue Therapiestandards und modernes Führungsverständnis
Diese Energie ist ein Vorteil der neuen Generation. Hinzu kommt laut Hirtz, dass die neue Generation aktuelle Expertise aus universitären Zentren und großen Häusern mitbringt: modernste Operationsverfahren, minimalinvasive Techniken, neue Therapiestandards. „Sie ist mit Digitalisierung und datengestützter Medizin aufgewachsen und treibt diese Themen bei uns aktiv voran. Und sie hat oft ein modernes Führungsverständnis: flachere Hierarchien, interprofessionelle Zusammenarbeit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, betont der Kliniksprecher. „Das macht uns auch für die Gewinnung von Nachwuchskräften attraktiver – ein entscheidender Faktor in Zeiten des Fachkräftemangels.“
Selbst achte die Klinikleitung ebenfalls darauf, dass die neuen Chefärzte fachlich und menschlich ins Krankenhaus passen. „Dass wir für unsere Standorte so qualifizierte Bewerbungen erhalten, werten wir übrigens auch als Beleg für die Attraktivität der Kreiskliniken als Arbeitgeber und Maximalversorger der Region“, betont Hirtz. Aktuell sind 17 Chefärztinnen und Chefärzte am Klinikum am Steinenberg in Reutlingen und der Albklinik Münsingen tätig, verteilt auf 21 Fachabteilungen und Institute.
Erfahrung durch Wissenstransfer im Haus behalten
Doch klar: Mit gleich sieben Wechseln auf der Chefarztebene hat auch viel Erfahrung die Kreiskliniken Reutlingen verlassen. „Natürlich, das wäre unehrlich zu bestreiten“, sagt Hirtz. Man sei dankbar für die „herausragende Arbeit“ der ehemaligen Chefärzte. „Sie haben unsere Kliniken maßgeblich geprägt. Aber Erfahrung verlässt ein Haus nicht mit einer einzelnen Person: Unsere Abteilungen tragen ein breites Fundament an erfahrenen Oberärztinnen und Oberärzten, Pflegekräften und Funktionsteams, die Kontinuität sichern.“ Mehrmonatige Übergangsphasen hätten zudem den Wissenstransfer gesichert. „Und die neuen Chefärzte bringen ja ihrerseits langjährige Erfahrung mit, nur eben von anderen renommierten Häusern. Wir haben Erfahrung nicht verloren, sondern erneuert und ergänzt“, sagt Hirtz.
Mit Klaus Kolb, Chefarzt der Unfallchirurgie, wird übrigens zum 1. August der achte Chefarzt der Reutlinger Kreiskliniken in den Ruhestand gehen. Stehen also weiterhin einige Wechsel auf wichtigen Positionen an? Dazu möchte sich Hirtz nicht äußern, teilt aber mit: „Altersbedingte Wechsel sind planbar und genau so gehen wir damit um. Unsere Personalplanung blickt mehrere Jahre voraus, sodass wir Nachfolgen frühzeitig und ohne Zeitdruck gestalten können.“
Das sind die sieben neuen Chefärzte der Kreiskliniken
Diese sechs Chefärzte und diese Chefärztin haben das Team der Kreiskliniken Reutlingen in den vergangenen Jahren ergänzt: Marco Huth (Chirurgie), Bastian Amend (Urologie), Markus Müller (Labordiagnostik und Krankenhaushygiene), Lars Norrenberg (Frauenklinik), Stefan Kühner (Notaufnahme, schon 2023), Bianca Haase (Kinder- und Jugendmedizin) und Mario Lescan (Gefäßchirurgie).
Die Nachfolgerin oder der Nachfolger für Klaus Kolb, Chefarzt der Unfallchirurgie, steht bisher nicht fest.


