Tierheim Pfullingen
: Patenschaften: Hier kommt das Geld bei den Tieren an

Das Magazin Finanztest hat Tierpatenschaften verglichen – und „Bund gegen Missbrauch der Tiere“ (BMT) ist unter den Spitzenreitern.
Von
swp
Pfullingen
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Der Verein „Bund gegen Missbrauch der Tiere“ (BMT) gibt bei Tierpatenschaften 100 Prozent des Geldes für das ausgewählte Tier aus.

„Bund gegen Missbrauch der Tiere“

Wer eine Tierpatenschaft zu Weihnachten verschenkt hat – oder auch in anderen Zeiten –, will seine Spende in guten Händen wissen. Für viele Verbraucher ist es nicht leicht einzuschätzen, ob das Geld, das bei der Unterbringung und Versorgung des ausgewählten Tieres unterstützen soll, auch tatsächlich für diesen Zweck verwendet wird. In der ersten Ausgabe des Jahres 2024 stellt das Magazin Finanztest der Stiftung Warentest Tierpatenschaften auf den Prüfstand und gibt Verbraucherinnen und Verbrauchern einen Überblick über die Patenschaftsmodelle und Arbeitsweise der Organisationen dahinter.

Dabei vergleicht Finanztest gemeinsam mit dem Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) insgesamt zehn Spendenorganisationen und fünf Zoos. „Bund gegen Missbrauch der Tiere (BMT), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Deutsche Umwelthilfe schnitten im Test am besten ab“, fasst der Artikel das Ergebnis zusammen. BMT hat auch ein Tierschutzzentrum in Pfullingen.

Niedrige Verwaltungs und Werbungskosten

Nur fünf Spendenorganisationen und ein Zoo beantworteten die Fragen umfassend. Davon war BMT laut Untersuchungsergebnis die einzige Organisation, die das im Rahmen einer Patenschaft gespendete Geld ausschließlich für den ausgewählten Vierbeiner nutzt. Ebenso bescheinigten die Tester dem BMT die im Vergleich niedrigste Verwaltungs- und Werbekostenquote. „Wir gehen sehr sorgsam mit dem Geld um, das tierliebe Menschen hart erarbeitet haben, um es für Tiere in Not zu spenden“, sagt Karsten Plücker, Vorsitzender des Vereins BMT. „An den deutschlandweit 15 Standorten stehen die uns anvertrauten Tiere und ihre Bedürfnisse im Mittelpunkt. Wir arbeiten kosteneffizient, um für sie das Optimum zu erreichen“, ergänzt Plücker, der das Tierheim „Wau-Mau-Insel“ in Kassel leitet.

Damit am Ende mehr Geld für eine optimale Unterbringung der Tiere bleibt, spart der Verein an anderer Stelle, wie Plücker erklärt: „Möglich macht uns dies die besondere Vereinsstruktur, die bewusst auf einen gesonderten Verwaltungsapparat verzichtet. Und natürlich das große Engagement der Mitarbeiter und der vielen Menschen, die uns bei unserer Tierschutzarbeit unterstützen.“

Tierheim nimmt Fundtiere auf

Dass ohne dieses Engagement die Tierschutzarbeit in Deutschland im aktuellen Umfang nicht mehr aufrechtzuerhalten ist, ist angesichts zahlreicher Initiativen, Demonstrationen und Petitionen zur Rettung der Tierheime kein Geheimnis. Mit der Aufnahme von Fundtieren und beschlagnahmten Tieren aus schlechter Haltung übernimmt der Tierschutz vielerorts die Aufgaben von Städten und Gemeinden.

Staat soll mehr Geld geben

Auf der anderen Seite deckten im Jahr 2022 die öffentlichen Zuschüsse durch Fundtierverträge gerade einmal rund zehn Prozent der Ausgaben des BMT für die Tiere. Die Unterbringungskosten pro Tier steigen hingegen stetig an. „Wir sind jedem Menschen zutiefst dankbar, der uns mit seiner Spende dabei unterstützt, unsere Arbeit für die Tiere auch weiterhin fortzusetzen. Doch auch der Staat ist hier in der Verantwortung, ausreichende Mittel zur Verfügung zu stellen“, so Plücker. „Schließlich beweisen unsere Verwaltungsquote und das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrats, dass wir verantwortungsvoll mit den uns anvertrauten Geldern umgehen.“

Patenschaften sind ein wichtiger Pfeiler der praktischen Tierschutzarbeit. Ziel der BMT-Tierheime ist es, die ihnen anvertrauten Tiere bestmöglich in ein dauerhaftes Zuhause zu vermitteln. Doch dies ist nicht immer möglich. Manche Vierbeiner können beispielsweise aufgrund von Krankheit gar nicht mehr oder nur schwer vermittelt werden. Patenschaften helfen mit einem festen monatlichen Beitrag dabei, diese Tiere optimal zu versorgen und ihnen ein Leben in Geborgenheit zu sichern.