Tarifverhandlung: Rettungskräfte des DRK in Reutlingen und Esslingen erhöhen den Druck

Das DRK erhöht den Druck auf die Arbeitgeber.⇥
DRKIm Tarifkonflikt beim Deutschen Roten Kreuz haben die Beschäftigten im Rettungsdienst ein symbolisches Signalfeuer entfacht. In der ersten Verhandlungsrunde mit der Bundestarifgemeinschaft des DRK konnten sich Arbeitgeber und Gewerkschaft nicht auf einen Kompromiss einigen. Auf Grund der außergewöhnlichen Bedingungen und Herausforderungen der Pandemie zeigten sich die Arbeitgeber in Sorge, ein solch umfangreiches Paket an Forderungen und Erwartungen möglicherweise nicht in weiteren Präsenzsitzungen verhandeln zu können.
Die Verdi–Verhandlungskommission unterbreitete ein modifiziertes Angebot in Form eines Kurzläufertarifvertrags bis Ende April, was eine schnelle Lösung für die aktuelle Situation bedeutet hätte. Die weiteren Forderungen und Erwartungen sollen auf Mai nächsten Jahres vertagt werden.
Gleiche Fehler wiederholt
Trotz mehreren Unterbrechungen und intensiven Austauschen konnten sich die Arbeitgeber nicht zu einem Angebot durchringen. „Die Arbeitgeber vergeben die Chance, nicht den gleichen Fehler wie der Arbeitgeberverband im öffentlichen Dienst zu machen“, sagt Gewerkschaftssekretär Sven Armbruster von Verdi Fils–Neckar–Alb.
Wolfgang Prinz, Rettungsassistent beim DRK in Reutlingen und Mitglied der Verdi–Tarifkommission, erklärt: „Nach dem Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst will niemand weitere Arbeitskämpfe, schon gar nicht im Krankentransport oder der Notfallrettung.“ Es wäre deshalb wünschenswert gewesen, wenn die Arbeitgeber vor dem 18. November zur zweiten Verhandlungsrunde ein wertschätzendes Angebot auf den Tisch gelegt hätten. Das vorgelegte Angebot gehe an den spezifischen Erfordernissen beim DRK vorbei. „Jetzt stehen uns gegebenenfalls stürmische Zeiten bevor“, sagt Prinz.