Tarifverhandlung im öffentlichen Dienst: Großer Doppelstreiktag in Reutlingen und Tübingen

Erst vor Kurzem, am 13. Februar 2025, hatte Verdi zu Streik und Kundgebung in Reutlingen aufgerufen. Jetzt folgen weitere Streiktage.
Maik Wilke (Archivfoto)- Verdi ruft zu Streiks am 12. und 13. März in Reutlingen und Tübingen auf.
- Streiks betreffen alle Bereiche des öffentlichen Dienstes.
- Große Kundgebung am 12. März in Reutlingen; Demo durch die Stadt.
- Kundgebung am 13. März in Tübingen; Demonstrationszüge zum Europaplatz.
- Verdi fordert 8% mehr Gehalt, mindestens 350 Euro monatlich mehr, und höhere Zuschläge.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Unmittelbar vor der dritten und vorerst letzten Verhandlungsrunde in der Tarifrunde im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen erhöht Verdi Baden-Württemberg in der kommenden Woche den Druck. „Mit einer deutlichen Ausweitung der Arbeitsniederlegungen im ganzen Land will die Gewerkschaft die Blockade der Arbeitgeber bei allen Forderungen auflösen“, schreibt Verdi selbst in einer Pressemitteilung. Bisher seien Bund und Kommunen Angebote in allen Punkten, vom Gehalt über zusätzliche freie Tage bis zu mehr Zeitsouveränität, schuldig geblieben.
Die Warnstreiks nächste Woche finden in der Regel an einem Tag zentral in den sieben Verdi-Bezirken statt. In einigen Bezirken wird auch mehrtägig die Arbeit niedergelegt. Betroffen sind alle Bereiche des öffentlichen Dienstes von Stadtverwaltungen und Landratsämtern über Kitas, Kliniken, Sparkassen, Schwimmbäder, Jobcenter und Arbeitsagenturen, bis hin zu Stadtwerken und teilweise auch dem kommunalen Nahverkehr. Eine der größeren Kundgebungen ist in Reutlingen geplant.
Martin Gross, Verdi-Landesbezirksleiter: „Dass eine noch nicht gewählte Bundesregierung binnen weniger Tage ein Investitionspaket von annähernd einer Billion Euro auf den Weg bringen kann, hat uns gelehrt: Den Satz ‚wir haben kein Geld für unser Personal‘ können wir nicht mehr ernst nehmen. Wo ein Wille ist, ist offensichtlich auch ein Weg, wenn der Druck hoch genug ist. Unser Wille in dieser Tarifrunde ist, für den öffentlichen Dienst moderne, zeitgemäße und gute Arbeitsbedingungen zu organisieren. Für den nötigen Druck sorgen wir jetzt vor der dritten Verhandlungsrunde.“
Die Warnstreiks im Verdi-Bezirk Fils-Neckar-Alb: Doppelstreiktag am 11. und 12. März in den Landkreisen Esslingen und Göppingen. Alle Bereiche des öffentlichen Dienstes inklusive Nahverkehr (SVE in Esslingen mit Notdienst). Doppelstreiktag am Mittwoch und Donnerstag, 12. und 13. März, in den Landkreisen Reutlingen, Tübingen und Zollernalb in allen Bereichen des öffentlichen Dienstes.
Großer Streik- und Demotag am Mittwoch in Reutlingen
Am Mittwoch, 12. März, startet in Reutlingen und Tübingen der „Doppelstreiktag“, wie Verdi die Arbeitsniederlegung bezeichnet. In Reutlingen starten sowohl von den Stadtwerken als auch vom Klinikum am Steinenberg Demonstrationszüge Richtung Marktplatz. Dort findet eine große Kundgebung statt; Beginn ist um 9.30 Uhr mit Cris Cosmo, kurzen Grußworten und Berichte aus den Betrieben. Ab 11 Uhr startet eine Demo „mit allen durch Reutlingen“, erklärt die Gewerkschaft. Und um 12.15 Uhr ist dann die Kundgebung auf dem Marktplatz mit Verdi-Bundesvorstand und Co-Verhandlungsführerin Christine Behle.
Kundgebung und Streik in Tübingen am Donnerstag
In Tübingen wird am Donnerstag gestreikt. Um 9 Uhr starten Demonstrationszüge von den Stadtwerken und vom Sparkassen-Carré zum Europaplatz. Es folgt um 10.45 Uhr eine Demo durch die Stadt und um 12 Uhr die Kundgebung am Europaplatz.
Auch in Esslingen wird gestreikt, bereits ab Dienstag. Auch dort gibt es mehrere Demonstrationszüge zum Rathausplatz, die Kundgebung startet um 11 Uhr.
Das fordert die Gewerkschaft Verdi
Verdi fordert in der Tarifrunde 2025 für die mehr als 2,5 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen ein Volumen von acht Prozent, mindestens aber 350 Euro mehr monatlich für Entgelterhöhungen und höhere Zuschläge für besonders belastende Tätigkeiten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 200 Euro monatlich angehoben werden. Außerdem fordert Verdi drei zusätzliche freie Tage, um der hohen Verdichtung der Arbeit etwas entgegenzusetzen.

Die Gewerkschaft Verdi fordert drei freie Tage mehr für Beschäftigte im öffentlichen Dienst. Was für die betroffenen Arbeitnehmer gut klingt, bedeutet für das System ein Risiko.