Tag der Deutschen Einheit: Menschenkette in Reutlingen – zehn Minuten Schweigen

Mit einer bunten Menschenkette hat Reutlingen am Samstagmittag ein Zeichen gesetzt.
Sophie Holzäpfel- In Reutlingen bildeten mehrere Hundert eine Menschenkette von der Marienkirche zum Albtorplatz.
- Um 12 Uhr nahmen sich die Teilnehmer an die Hände, dann herrschte zehn Minuten Stille.
- Motto der Aktion: „Es brennt!“ – Aufruf zu einem politischen und gesellschaftlichen Neuanfang.
- Gefordert werden stärkerer Klima- und Ökosystemschutz sowie Vorrang des Gemeinwohls.
- Um 12.10 Uhr hoben alle ein weißes Blatt und sangen „Steht auf, reicht euch jetzt die Hand!“.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Aktivismus muss nicht laut sein. Das zeigen mehrere hundert Menschen am Samstagvormittag in der Reutlinger Innenstadt. Sie versammeln sich an der Marienkirche. Als die Glocken 12 Uhr läuten, halten sie einander an den Händen. Die Menschenkette reicht bis zum Albtorplatz. Es wird still in der Innenstadt. Zehn Minuten schweigen die Teilnehmer der Aktion.
Unter dem Motto „Es brennt! – Hand in Hand aufstehen für ein gutes Leben!“ hat die bundesweite Initiative „Es brennt!“ am Tag der Deutschen Einheit zu Menschenketten in ganz Deutschland aufgerufen. In Reutlingen hat Ulrike Selje aus dem Vorstand des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Organisation in die Hand genommen. Im Juli dieses Jahres sei eine Mail in ihrem Postfach gelandet: „Gemeinsam Zukunft gestalten“ habe der Betreff gelautet.
Schutz der Lebensgrundlagen
Die zentrale Menschenkette soll nach Angaben der Organisatoren in Teilabschnitten vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe bis zum Bundeskanzleramt in Berlin reichen. Daneben sind an zahlreichen Orten in Deutschland weitere Menschenketten geplant.
Die Initiative versteht die Aktion als Aufruf zu einem politischen und gesellschaftlichen „Neuanfang“. Sie fordert unter anderem einen stärkeren Schutz von Klima und Ökosystemen und eine Politik, bei der das Gemeinwohl über den Interessen einzelner Unternehmen steht. Auch die Demokratie und der gesellschaftliche Zusammenhalt werden thematisiert. Die Organisatoren verbinden dabei die Klimakrise mit weiteren gesellschaftlichen Problemen wie sozialer Ungleichheit und dem Vertrauensverlust in die Politik. „Es läuft so viel schief“, sagt Selje. Nur zusehen sei keine Option.
Punkt 12.10 Uhr halten die Teilnehmer ein weißes Blatt Papier in die Höhe. Es steht symbolisch für den von der Initiative geforderten Neuanfang. Dann erklingt das Lied „Steht auf, reicht euch jetzt die Hand!“ und durchbricht die Stille. Es schallt über den Albtorplatz.

