Spendenaufruf für Ingrid Löbner: „Jeden Morgen musste ich gegen den Schrecken aufstehen“

Ingrid Löbner (rechts) ist Leiterin der neuen Schreiambulanz in Reutlingen. Vor wenigen Wochen brannte das Haus, in dem die 68-Jährige wohnte, nieder.
Kreiskliniken Reutlingen gGmbH- Hausbrand in Nehren zerstörte am 19. Dezember die Wohnung von Ingrid Löbner, Leiterin der Schreiambulanz.
- Sie kämpft mit dem Schock und übernachtet aktuell bei einer Bekannten in Nehren.
- Spendenaufruf auf „gofundme“ soll 40.000 Euro sammeln – aktuell sind 37.700 Euro zusammengekommen.
- Löbner konnte nur wenige persönliche Gegenstände retten, darunter ein Laptop und selbst gebaute Instrumente.
- Sie lobt die Unterstützung von Feuerwehr, Polizei, Notfallseelsorge und Hausbesitzern.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Kurz vor Weihnachten, am 19. Dezember, war das Haus in Nehren, in dem Ingrid Löbner zur Miete wohnte, niedergebrannt. Etwa drei Wochen danach sitzt der Schock noch immer tief, wie sie im Gespräch berichtet. „Ich wollte nicht mehr schlafen, weil ich das Gefühl hatte, ich darf die Kontrolle nicht abgeben“, sagt die Leiterin der neuen Schreiambulanz im Reutlinger Krankenhaus. Seit Wochen übernachtet die 68-Jährige in einem kleinen Appartement einer guten Bekannten in Nehren, doch ihre Wohnung hat sie seit dem Feuer noch nicht betreten. „Das habe ich bisher nicht geschafft.“
Weil es keine Hausratsversicherung gibt, hat Dr. med. Bianca Haase, die Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an den Kreiskliniken Reutlingen, einen Spendenaufruf auf der Plattform „gofundme“ ins Leben gerufen. „Ingrid Löbner hat ihr Leben fremden Kindern und ihren Familien gewidmet. Seit über 30 Jahren begleitet sie Eltern in extremen Belastungssituationen – wenn Babys schreien, Erschöpfung überhandnimmt und niemand mehr weiterweiß. Still, verlässlich, mit großer fachlicher Tiefe“, erklärt Haase in ihrem Aufruf. „Erinnerungen, Kleidung, Bücher, Arbeitsmaterialien. Die Frau, die ihr Leben lang andere getragen hat, steht plötzlich selbst ohne Zuhause da.“
Lob an die Einsatzkräfte
Löbner konnte nur wenige Gegenstände retten. Ihren Laptop mit dem Manuskript für ihr drittes Buch hatte sie dabei, eine selbst gebaute Geige und Bratsche konnten vor den Flammen gerettet werden. Trotz des Schocks spricht Löbner ruhig über den Brand – und lobt alle Beteiligten, die ihr in dieser Situation geholfen haben. Die Hauseigentümer, die Rettungskräfte von Feuerwehr und Polizei, ebenso den Notfallseelsorger, der sie vor Ort betreut hat. „Er hat keine platten Sätze gesagt, sondern war einfach bei mir“, berichtet die 68-Jährige.
Die Leiterin der Schreiambulanz zieht auch Parallelen zu frühkindlichen Schockerlebnissen. „Säuglinge und Kleinkinder können nicht über ihre Erlebnisse sprechen oder sich Gedanken machen. Sie spüren den Schmerz nur.“ Löbner selbst musste trotz ihrer Ausbildung und Erfahrung im Bereich mit Belastungsfaktoren „jeden Morgen gegen den Schrecken aufstehen“.
40.000 Euro soll der Spendenaufruf für Löbner einbringen, etwa 37.700 Euro wurden bereits gespendet. Wer Ingrid Löbner helfen möchte, kann dies auf der Homepage von „gofundme“ tun. Hier geht es direkt zum Spendenaufruf.

