Silvester in Reutlingen
: 400 Einsätze für Polizei und Feuerwehr – Beamte mit Feuerwerk angegangen

Polizei und Feuerwehr rückten in der Nacht auf den 1. Januar zu zahlreichen Bränden, Ruhestörungen und Streitigkeiten in Reutlingen, Pfullingen und Eningen aus.
Von
swp
Reutlingen
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  • Viele Menschen in Reutlingen feierten im Bürgerpark und vor der Stadthalle den Jahreswechsel.

    Viele Menschen in Reutlingen feierten im Bürgerpark und vor der Stadthalle den Jahreswechsel.

    Dimitri Drofitsch
  • Die Feuerwehr musste einige Brände löschen, meistens waren es kleinere Einsätze.

    Die Feuerwehr musste einige Brände löschen, meistens waren es kleinere Einsätze.

    Dimitri Drofitsch
  • In der Nürtingerhofstraße in der Altstadt brannte es in einer Wohnung. Die Feuerwehr konnte das Feuer schnell löschen.

    In der Nürtingerhofstraße in der Altstadt brannte es in einer Wohnung. Die Feuerwehr konnte das Feuer schnell löschen.

    Dimitri Drofitsch
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In der Silvesternacht ist es in den Landkreisen Reutlingen, Esslingen, Tübingen und dem Zollernalbkreis zu etwa 400 Einsätzen gekommen. Das teilt das Polizeipräsidium Reutlingen am Montag mit. Bei der überwiegenden Mehrzahl der Einsätze handelte es sich um Ordnungsstörungen teils erheblich alkoholisierter Personen, Ruhestörungen, Streitigkeiten und zur Anzeige gebrachter Sachbeschädigungen. Bei mehreren Körperverletzungsdelikten wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet. Zudem ereigneten sich etwa 60 kleinere Brände, „welche mehrheitlich auf den unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörper zurückzuführen sein dürften und von der Feuerwehr gelöscht wurden“. Gebrannt hatten unter anderem Mülleimer, Hecken, Bäume und Altkleidercontainer, an denen jeweils nur geringer Sachschaden entstand. Zwei Männer verletzten sich mutmaßlich durch den unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerk schwer an der Hand.

Beamte mit Feuerwerk angegriffen

In mehreren Fällen wurden die einschreitenden Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte mit Feuerwerkskörper angegangen, wobei niemand verletzt wurde. „In der Gesamtschau verlief der Jahreswechsel im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Reutlingen arbeitsintensiv, aber ohne besondere Vorkommnisse“, erklärt das Reutlinger Polizeipräsidium.

Gegen 1 Uhr rückten Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei in die Nürtingerhofstraße in der Altstadt in Reutlingen aus, nachdem dort auf einem Balkon Flammen gemeldet wurden (siehe Foto). Durch den aus unbekannter Ursache ausgebrochenen Brand, der von der Feuerwehr gelöscht wurde, entstand ein Gebäudeschaden in Höhe von etwa 10 000 Euro.

Auf dem Marktplatz ging um 1.20 Uhr ein 24 Jahre alter Mann ohne erkennbaren Grund auf die dort zu Präsenzmaßnahmen eingesetzten Polizeibeamten des Polizeipräsidiums Einsatz zu und versuchte einen Beamten mit den Fäusten zu schlagen. Aus diesem Grund wurde er in Gewahrsam genommen, woraufhin er die Einsatzkräfte lautstark beleidigte. Da sich der Aggressor auch weiterhin nicht beruhigen ließ, wurde er in eine Fachklinik gebracht.

Flammen beschädigen Garage

In Pfullingen entzündeten sich gegen 2.45 Uhr im Hinterhof eines Gebäudes in der Uhlandstraße aus bislang ungeklärter Ursache mehrere Mülltonnen. Durch die Flammen wurde die angrenzende Garage und in Teilen das Dach beschädigt, bevor die Feuerwehr den Brand löschen und ein Übergreifen auf weitere Gebäudeteile verhindern konnte. Durch die starke Rauchentwicklung erlitt ein Bewohner eine Rauchgasvergiftung, weshalb er vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht wurde. Es entstand Sachschaden in Höhe von circa 15 000 Euro.

Großer Einsatz in Eningen

In der Heerstraße in Eningen ist ein Haus aus bislang unbekannter Ursache in Brand geraten. Gegen 6 Uhr meldeten Anwohner, dass das leerstehende Einfamilienhaus brennen würde. Vor Ort konnten die eingesetzten Beamten im Innenraum Flammen und starke Rauchentwicklung feststellen. Kurz darauf begann die Feuerwehr, die mit sieben Fahrzeugen und 50 Einsatzkräften vor Ort war, mit den Löscharbeiten und brachte den Brand schnell unter Kontrolle. Die Heerstraße war für den Zeitraum der Löscharbeiten komplett gesperrt. Nach ersten Schätzungen entstand ein Sachschaden in Höhe von circa 200 000 Euro. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen zur Brandursache dauern an. Es wird geprüft, ob möglicherweise ein Zusammenhang zu einem am Samstagabend gegen 20 Uhr gemeldeten Brand einer Gartenhütte in der Heerstraße besteht, der von der Feuerwehr gelöscht wurde.