Reutlinger Traditionsfirma
: Die Firma Reiff Technische Produkte stellt Insolvenzantrag

Das Unternehmen will sich in Eigenverantwortung wirtschaftlich stabilisieren und neu aufstellen. Löhne und Gehälter sind für drei Monate gesichert.
Von
swp
Reutlingen
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Hauptverwaltung der Firma Reiff Technische Produkte in Reutlingen.

Die Hauptverwaltung der Firma Reiff Technische Produkte, die seit 115 Jahren als Familienunternehmen im Großhandel für technische Produkte tätig ist.

Reiff/Steffen Schanz
  • Reiff Technische Produkte aus Reutlingen beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung.
  • Geschäftsbetrieb an allen deutschen Standorten läuft uneingeschränkt weiter.
  • Löhne für rund 450 Mitarbeitende sind über Insolvenzgeld für drei Monate gesichert.
  • Ziel: wirtschaftliche Stabilisierung, Optimierung der Strukturen und Zukunftssicherung.
  • Internationale Tochterunternehmen bleiben vom Verfahren unberührt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Amtsgericht Tübingen hat am Montag, 28. Juli 2025, das vorläufige Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung über das Vermögen der Reutlinger Firma Reiff Technische Produkte angeordnet. Damit nutze das Unternehmen die rechtlichen Möglichkeiten der Eigenverwaltung, um sich im Rahmen eines strukturierten Verfahrens neu aufzustellen, meldet Reiff.

Die Reiff Technische Produkte GmbH mit Hauptsitz in Reutlingen ist seit 115 Jahren als Familienunternehmen im Großhandel für technische Produkte tätig. Der Geschäftsbetrieb laufe an allen Standorten in Deutschland uneingeschränkt weiter, so das Unternehmen in seiner Mitteilung. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeitenden seien für drei Monate über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert.

Im Rahmen des Verfahrens bleibt die Geschäftsführung weiterhin operativ verantwortlich und wird durch die Restrukturierungsexperten Dr. Holger Leichtle und Dr. Thomas Rieger von der Kanzlei Görg als Generalbevollmächtigte unterstützt. Das Amtsgericht hat außerdem Rechtsanwalt Martin Mucha von der Kanzlei Grub Brugger zum vorläufigen Sachwalter bestellt. In dieser Funktion überwacht er das Verfahren im Interesse der Gläubiger.

Geschäftsführer Alec Reiff spricht von „schwierige Entscheidung„

„Die Entscheidung, ein Insolvenzverfahren zu beantragen, ist uns nicht leichtgefallen, war aber nach sorgfältiger Prüfung aller Optionen notwendig. Unser Ziel ist es, das Unternehmen wirtschaftlich zu stabilisieren und zukunftsfähig aufzustellen“, erklärt der geschäftsführender Gesellschafter Alec Reiff. „Dabei bauen wir auf die Unterstützung unserer Belegschaft, Kunden, Lieferanten und Partner.“

Hintergrund des Verfahrens seien ein zunehmend herausforderndes Marktumfeld, bestehender Margendruck sowie strategische Notwendigkeiten zur Portfoliobereinigung. Die Firma verfolge mit dem Verfahren das Ziel, ihre Strukturen zu optimieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.

„Die Eigenverwaltung bietet den rechtlichen Rahmen, um erforderliche Restrukturierungsmaßnahmen innerhalb eines geordneten Verfahrens selbstbestimmt umzusetzen“, sagt Dr. Holger Leichtle. „Wir arbeiten gemeinsam mit der Geschäftsführung daran, die Sanierung konsequent voranzutreiben.“

Die Reiff Technische Produkte GmbH beschäftigt rund 450 Mitarbeitende. Der Umsatz lag im vergangenen Geschäftsjahr nach eigenen Angaben bei rund 109 Millionen Euro. Die Einleitung des Verfahrens betrifft ausschließlich die deutschen Gesellschaften. Die internationalen Aktivitäten und Tochterunternehmen der Reiff Technische Produkte GmbH seien davon nicht betroffen, heißt es in der Mitteilung.