Reutlingen · Stadtplanung
: Weniger Autos und dafür mehr Grün

Die Metzgerstraße und der Weibermarkt sollen attraktiver werden - fordert die Reutlinger SPD.
Von
Mathias Grimm
Reutlingen

Schwäbisches Tagblatt

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Ein besonders einladender Ort ist die Metzgerstraße in der Innenstadt im Hochsommer nicht gerade. Wenn es gegen Mittag richtig heiß ist, dient die Parallelstraße zur Einkaufsmeile Wilhelmstraße allenfalls noch der schnellen Querung, wenn man es eilig hat. Sitzmöglichkeiten finden sich kaum, schattenspendende Bäume sind rar - und in gewissen Abschnitten herrscht, wenn es um das Parkverhalten von SUV-Fahrern geht, noch immer weitestgehend Wildwest-Stimmung. Es ist nicht die erste Forderung der SPD, der Sache endlich Herr zu werden. Bereits im April forderten sie, in der Metzgerstraße Radfahrern und Fußgängern den Vortritt zu lassen. Und selbst das ist nur der jüngste Eintrag auf ihrer langen Antragsliste, die Straße vor allem durch eine angepasste Verkehrsregelung attraktiver zu gestalten.

Sehr oft geht es beim Leerstandsmanagement der Stadt um die Metzgerstraße - und das betrifft eben nicht nur den Einzelhandel, sondern auch Wohnraum. In der Straße stehen oft obere Stockwerke in den Häusern leer. Helmut Treutlein, Fraktionsvorsitzender der SPD im Gemeinderat, macht keinen Hehl daraus, dass die Stadt hier endlich Geld in die Hand nehmen müsse. Sein Parteikollege und frisch gewählter Stadtrat Mert Akkeçeli, pflichtet ihm bei: „Wir können uns diese Leerstände schlicht nicht mehr leisten. Und etwas dagegen zu tun, kostet eben Geld.“

Rahmenbedingungen ändern

Doch es geht den Sozialdemokraten nicht nur um die Schaffung von Wohnraum. Die Metzgerstraße - wer an sie denkt, dem kommen Bilder von Barbershops und Nagelstudios in den Sinn. Statt diese Läden zu verteufeln, solle man eher darüber nachdenken, warum diese sich ausgerechnet dort konzentrieren, findet SPD-Stadtrat Ramazan Selçuk. „Die Rahmenbedingungen müssen sich dort ändern“, erklärt er. Wie das ablaufen soll? Erstmal sollte die Metzgerstraße zur Fußgängerzone werden - das Einzige, was dann noch durchfahren dürfte, wären Fahrräder. Dann ist da die Sache mit der Lebensqualität: Die könnte man, so findet Akkeçeli, deutlich steigern, wenn es am Weibermarkt wieder ein funktionierendes Wasserspiel gebe, wenn man schon jetzt Bäume pflanzen würde und neue Sitzflächen zum Verweilen einluden. Das würde auch zu einem erhöhten Sicherheitsgefühl in der Metzgerstraße beitragen. Das Ergebnis könnte dann so aussehen, dass auch attraktivere Läden den Standort in Betracht ziehen würden. Eine gewagte These: Schließlich ist es nicht lange her, dass das Modehaus Breuninger nicht nur bekanntgab, sein Haupthaus am Marktplatz zu schließen, sondern auch den Standort des Sport-Ablegers in der Metzgerstraße im Herbst dauerhaft aufzugeben.