Reutlingen · Mundart-Wochen: Sprachfinesse und Situationskomik

Schwäbisches Tagblatt
.Drei Kabarett-Veranstaltungen, ein Vortrag und eine Weinprobe bietet die beliebte Reihe, die coranabedingt vom März in den Herbst verschoben wurde. Überwiegend im Spitalhofsaal wird die schwäbische Mundart hochgehalten.
Weder sein stolzes Alter noch die Pandemie konnten den Enthusiasmus des Organisators der Mundart-Wochen ausbremsen: „2020 musste die Reihe wegen Corona abgebrochen werden, und 2021 konnte sie gar nicht stattfinden“, sagte Wilhelm König beim Pressegespräch. „Umso glücklicher bin ich, dass ich nun wieder Künstler einladen konnte.“
Älteste Mundart-Reihe
Inzwischen hat sich die älteste Mundart-Reihe im deutschsprachigen Raum fest im Reutlinger Kulturkalender etabliert, auch dank Sponsor Volksbank, der nicht nur finanzielle Unterstützung leistet, sondern auch oft als Gastgeber aufgetreten ist. Dieses Jahr finden die meisten Veranstaltungen aber nicht dort statt, „da wegen der Coronabestimmungen nur bis zu 30 Besucher in unser Foyer dürfen“, sagt Regionalvorstand Holger Hummel.
Auftakt ist am 7. Oktober um 19 Uhr, wenn Patrick J. Donmoyer aus Reutlingens US-amerikanischer Partnerstadt Reading in der Stadtbibliothek einen Vortrag in Pennsylvanian-Deutsch hält, das einem alt-pfälzischen Dialekt entspricht. Das Thema ist „Heilkunst, Bräuche und Volksglaube in der Pennsylvanian Deutschen Kultur“. Den musikalischen Rahmen liefert der Musiker Klaus Tröster an der Gitarre.
Weiter geht’s am 13. Oktober, 19Uhr, mit Werner Koczwara und seinem aktuellen Programm „Mein Schaden hat kein Gehirn genommen“. Der Gmünder Kabarettist macht sich Gedanken über unser einerseits geniales und gleichzeitig „komplett idiotisches Zentralorgan“. Klaus Birk ist auch ein gern gesehener Gast bei den Mundart-Wochen. In seinem Best-of-Programm „Adam, Eva und Trump-Tower“ macht er sich am 18. Oktober, ebenfalls im Spitalhofsaal, Gedanken über Liebende und Andersdenkende. Wenn Helge Thun am 19. Oktober, 19 Uhr, in den Spitalhofsaal kommt, treffen Sprachfinesse auf Situationskomik aufeinander. Der Tübinger Comedian mit friesischen Wurzeln spielt gerne mit Worten und ist dazu ein Trickser mit Weltniveau.
Für viele das Highlight der Mundartreihe ist die geführte Weinprobe „Wein und Wort“ am 22. Oktober, 19 Uhr, im Oertel-und-Spörer-Saal. Dieses Mal wird der schwäbische Rebensaft von den bekannten Weingütern „Collegium Wirtemberg“ und „Stromberg Zabergäu“ aus Brackenheim kredenzt.